SlipKnot - Slipknot, Machine Head, Children Of Bodom

10.0 von 10 Punken


Datum
24.11.2008

Setliste
Surfacing
The Blister Exists
Get This
Before I Forget
Liberate
Disasterpiece
Dead Memories
Psychosocial
The Heretic Anthem
Prosthetics
Spit It Out
Duality
Only One
People=Shit
(Sic)

Konzertort
Düsseldorf Philippshalle

Datum: 26.11.2008 - Autor Melanie
Seit dem 16. September diesen Jahres hingen die Konzertkarten an unserer Pinwand und mit jedem Tag der verging wurde ich aufgeregter. Ich bin schon auf sehr vielen Konzerten gewesen, doch ich habe noch keinem so entgegengefiebert.

Ich könnte mich in den Allerwertesten beißen, dass ich Slipknot jahrelang ignoriert habe, denn ansonsten hätte ich sie vielleicht schon vorher einmal gesehen. Aber egal…es hat halt nicht sollen sein.

Am Wochenende vor dem Konzert war fast ganz Deutschland in eine Winterlandschaft verwandelt worden und ich habe gebetet und gefleht das bis zum Termin alles wieder weg ist, denn Düsseldorf ist ungefähr anderthalb Stunden von uns entfernt, und wie alle Autofahrer unter euch wissen, ist es nicht gerade entspannend bei solch einem Wetter zu fahren.

Doch es kam alles anders, als es kommen sollte. Morgens schneite es, als ob es kein Morgen mehr geben würde und ich wurde richtig wütend…und ich meine so richtig wütend. Zum Glück war es nicht so kalt, dass kein Schnee auf den Hauptstrassen liegen blieb.

So gegen 17.00 Uhr machten Jörg und ich uns dann langsam auf den Weg, denn wir wollten keine Hektik aufkommen lassen. Die meisten Hauptstrassen waren ziemlich frei von Schnee und Schneematsch so das wir einigermaßen durchkamen. Also schnell unser Auto geparkt und ab zur Halle. Vor dieser standen schon die Massen. Ich glaube, dass das Konzert ausverkauft war, denn ich hatte am Morgen noch auf die Homepage der Phillipshalle nachgesehen und dort stand das nicht mehr viele Karten vorhanden waren…zum Glück hatten wir unsere ja schon monatelang.

Nachdem ich mir den Arsch abgefroren hatte, weil wir noch ungefähr eine halbe Stunde in der Kälte ausharren mussten, waren wir endlich im Eingangsbereich der Phillipshalle und schauten uns als erstes das Merchandise an. 30 Euro für ein T - Shirt finde ich etwas übertrieben, aber es gab genug Leute, die sich mit allem Möglichen eindeckten.

Jörg und ich gingen dann erstes einmal die Halle abchecken…wir waren das letzte Mal bei Judas Priest in der Phillipshalle und schon zu dem Zeitpunkt waren mehr Leute in der Halle als bei den alten Männern.

Um 20.00 Uhr ging dann zum ersten Mal das Licht aus und Children Of Bodom enterten die Bühne. Ich musste zu meinem Bedauern feststellen, das man mitten in der Menge nicht besonders viel sehen konnte… und ich bin eher ein Mensch, der sich lieber alles ansieht, als aufzuflippen, also beschlossen wir uns auf die Ränge zu setzen…und wir fanden wirklich sehr gute Plätze…wir konnten alles, was sich auf der Bühne abspielte, sehen.

Es sah nicht so aus, als ob die Jungs aus Finnland beim übrigen Publikum gut ankamen…ich für meinen Teil mag die Band nicht besonders, also war mir ihr Auftritt schnurz. Ich wollte viel lieber Machine Head und Slipknot sehen. Nach einer halben Stunde wurden wir dann endlich erlöst und das Licht ging wieder an.

Die Crew arbeitete rasend schnell und innerhalb von kürzester Zeit war die Bühne bereit für Machine „Fucking“ Head. Mit Sprechgesängen würde die Band begrüßt, als abermals der Vorhang beiseite gezogen wurde und die Macht aus Oakland, Kalifornien enterten mit „Clenching The Fists Of Dissent“ die Bühne und das Publikum rasstete aus. Ich habe noch nie zwei so riesige Moshpits gesehen und ich war völlig hin und weg, wie gut Machine Head ankamen. Was mich tierisch gefreut hat war, dass sie mit „Imperium“, „Halo“ und „Davidian“ drei meiner Lieblingssongs gespielt haben.

Machine Head sind live eine Macht und ich denke es war für mich nicht das letzte Mal, das ich sie gesehen habe. Rob Flynn ist der geborene Entertainer und agierte sehr gut mit dem Publikum, das ihn anscheinend so erstaunt hat das er immer nur betonen konnte wie „fucking awesome“ alles war. Doch leider war nach 50 Minuten auch hier Schluss und das licht ging wieder an. Leider gab es keine Zugabe, obwohl das Publikum danach gierte.

Alles in allem war es ein brillanter Auftritt und von dem ersten bis zum letzten Ton hatte Rob Flynn und seine Mannen die Meute vor der Bühne im Griff…und ich dachte so bei mir das Slipknot wirklich was zu tun bekommen, wenn sie diesen Standard halten wollten.

Die zweite Umbaupause dauerte etwas länger, aber wenn man sich die Bühne von Slipknot ansieht ist es auch wirklich kein Wunder. Die Percussions mussten an ihren Platz gehievt werden und nachgeschaut werden ob alles funktioniert, denn man will ja schließlich keinen Unfall verursachen.

Von meinem Platz aus konnte ich auch hinter den Vorgang sehen, und konnte genau beobachten wie die Crew wie ein Ameisenhaufen über die Bühne wuselten. Ich habe schon ein oder zwei Berichte gelesen und da waren einige am Jammern, das der Umbau zu lange dauerte…ich sehe das nicht so, denn wenn man bedenkt was für eine Show die Jungs ihren Fans bieten, sollte man auch so fair sein und ihnen die nötige Zeit geben.

Das letzte Mal erlosch das Licht in der Phillipshalle und "742617000027" dröhnten aus den Boxen. Joey poste erst mal ein bisschen hinter seinem Kit und dann ging es auch schon los … die anderen acht stürmten auf die Bühne und der Wahnsinn brach mit „Surfacing“ aus. Ich war wie weggetreten denn es waren so viele Eindrücke, die auf mich niederprasselten, dass ich einen Moment lang gar nicht wusste wo ich hinsehen sollte.

Wie zuvor erwähnt hatte ich Bedenken das Slipknot den Standard von Machine Head nicht halten konnten, doch ich wurde eines Besseren belehrt … denn die neun aus Iowa schafften es wirklich die ganze Halle zum beben zu bringen. Ich habe noch nie gesehen das die ganze Halle…und ich meine die ganze Halle…von der ersten bis zur letzten Reihe am springen und moshen war.

Es wurde nie langweilig, weil man immer wieder was zu gucken hatte…bei neun Mann auf der Bühne ist das auch eigentlich kein Wunder. Sie gaben ihr Herzblut und das merkte man.

Selbst Sid Wilson turnte herum, obwohl man ihm noch anmerkte, dass er inner noch nicht hundertprozentig auf dem Damm war. Zum Schluss sah man ihn sogar a la Dr. House mit einem Stock über die Bühne gehen…dieser Mann ist wahnsinnig…aber ich denke das muss man sein, wenn man ein Mitglied von Slipknot ist.

Der Höhepunkt des Abends war dann wie immer „Spit it Out“. Eingefleischte Slipknot Fans … oder solche, die es noch werden wollen … wissen, was zu tun ist, wenn Corey Taylor diesen Song ansagt.

In Düsseldorf brauchte er den Leuten nicht sagen, dass sie sich hinknien sollten, das taten sie schon von ganz allein. Außer zwei Typen vor der Bühne, die meinten sie müssten es nicht tun, als plötzlich eine Wasserflasche von der Bühne geworfen wurde … wie gesagt Sid Wilson ist wahnsinnig … aber es hat gewirkt …als dann alle vor der Bühne in der Hocke saßen wurde ihnen erklärt was sie zu tun haben … erst dann ging der Song weiter.

Man kann es nicht erklären, was sich in dem Moment als ungefähr 7000 Leute auf einmal aufspringen abspielt, das muss man selbst gesehen haben. Es live zu erleben ist völlig anders als es im Fernsehen zu sehen.

Das letzte Lied des Hauptsets der Song "Prosthetics", den sie schon länger … oder war, es noch nie? ... live gespielt hatten. Das Lied ist auf CD schon sehr verwirrt … und live kam es durch den Nebel und die Lichter noch stärker rüber.

Der Zugabenblock bestand aus „People = Shit“ und „(sic)“. Beim letzen Song kam auch endlich die Hebebühne von Joey’s Schlagzeug zum Einsatz und danach war leider alles vorbei. 100 Minuten Spielzeit können so schnell um sein?

Ich kann nicht alle Eindrücke aufschreiben, denn sonst würde ich morgen noch hier sitzen und tippen. Ich für meinen Fall würde am liebsten die Zeit zurückdrehen…doch leider kann ich das nicht.



Für mich war es das beste Konzert was ich je gesehen habe und es wird wirklich schwer das zu toppen … ich bin auf alle Fälle das nächste Mal wieder da wenn „The Nine“ nach Deutschland kommen.



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