Mötley Crüe - USA-Gig
Datum
01.07.2008
Setliste
Kickstart my heart
Wildside
Shout at the devil
Saints of L.A.
Motherfucker of the day
Primal Scream
Live Wire
Don''t go away mad
Looks that kill
Same old situation
Dr. Feelgood
Girls girls girls
Zugabe:
Home sweet home
Wildside
Shout at the devil
Saints of L.A.
Motherfucker of the day
Primal Scream
Live Wire
Don''t go away mad
Looks that kill
Same old situation
Dr. Feelgood
Girls girls girls
Zugabe:
Home sweet home
Konzertort
West Palm Beach, USA
Datum: 10.07.2008 - Autor Gordon
Cruzan Amphitheatre West Palm Beach, Florida USA
1.Juli 2008
Nach über einem Jahr ununterbrochener Arbeit war es soweit; endlich stand mal wieder Urlaub ins Haus. Es ging mit Freundin ab nach Florida und mit einem Mietwagen wurden dort zwei Wochen lang Gegend und Strände erkundet. Und durch Zufall hörten wir dann im Radio vom Tourauftakt der Saints of L.A. Tour von Mötley Crüe, ganz in der Nähe. Ehrensache, dass ich sofort drauf bestand, mir das nicht entgehen zu lassen. Das neue Album ist bekanntlich endlich mal wieder so geworden, wie man es haben wollte und hätte der perfekte Nachfolger von Doctor Feelgood werden können mit "Primal Scream" als Krönung.
Das Konzert fand im Rahmen eines Crüefestes statt, so dass es bereits um 5 Uhr Nachmittags los ging und man für sein Geld wirklich einiges geboten bekam. Allerdings unterscheidet sich die Konzertorganisation doch etwas von der bei deutschen Konzerten: So gibt es fast nur Sitzplatzkarten und diese in vielen verschiedenen Preiskategorien, so dass man vom Eingang bis zum Sitzplatz sein Ticket ungefähr sieben mal vorzeigen muss und auch während der Vorstellung unbedingt immer griffbereit haben sollte, um sie bei Aufforderung den zahlreich anwesenden Ordnern zeigen zu können. Das Rahmenprogramm war eigentlich kaum anders als Konzerte in Deutschland. Neben den Fressbuden und Merchandising Ständen war das einzig erwähnenswerte eine Promotion Aktion für das neue Videospiel "Rockband", dass man vor Ort live testen konnte.
Als erste Band gingen dann Trapt auf die Bühne, eine Gruppe, von der ich bisher noch rein gar nichts gehört hatte, und deren Songs mich auch nicht wirklich kickten, war alles ein bisschen zu modern, so dass wir uns erst mal ein Bier besorgten. Denn die nächste Gruppe war da schon deutlich interessanter. Es war Nikki's "Heroine diaries" Truppe "SIXX A.M." die einige Songs vom gleichnamigen Album zum Besten gaben, die auch beim Publikum besser ankamen und teilweise sogar richtig gut waren.
Richtig Stimmung kam dann das erste Mal bei Band Numero drei auf, Papa Roach. Auch wenn deren Musik sehr 90er lastig war und nicht wirklich Sleaze-Metal Material ist, machten sich die 10 Jahre mehr Konzerterfahrung, die die Band im Gegensatz zu den ersten beiden hatte, deutlich bemerkbar. Außerdem konnte die Gruppe natürlich mit einigen ihrer bekannten Singlehits auftrumpfen.
Mittlerweile war es acht Uhr geworden und mit Buckcherry stand die erste Band auf dem Programm, die wirklich zu begeistern wusste. Die mittelgroße Arena war mittlerweile schon sehr gut gefüllt und es wurde langsam dunkel, so dass man es auch sehen konnte, dass Buckcherry ein paar Lichteffekte mehr hatten, als die 5 Lämpchen, die die Bands vor Ihnen hatten. Der Schwerpunkt ihrer Show war natürlich das überragende Timebomb Album, das gleich mit drei Songs (Fall, Ridin und Pornostar) vertreten war. Daneben gab es natürlich noch ihren ersten großen Hit Love Cocaine und eine wirklich geniale Version von Crazy Bitch, bei der das Publikum super mit einbezogen wurde.
Dann wurde es langsam richtig spannend. Die Bühne wurde umgebaut und es wurde Zeit für den Hauptact des Abends. Mittlerweile war die Arena fast voll. Hier und da war noch mal ein freier Platz zu sehen, aber viele waren es definitiv nicht. Und dann ging es auch pünktlich (wie immer bei US Konzerten) um viertel nach neun los und es war einfach der Überhammer. Ich habe Mötley Crüe ja bereits vor drei Jahren beim Sweden Rock Festival gesehen, welche, neben der Show in London, ja die einzige in Europa gewesen ist, wo fast die komplette US Show gezeigt wurde. Und die DVD der Tour kennt ja eh jeder, so dass man in etwas wusste, welcher Gigantismus einen erwartete. Und die Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Ein von vorne bis hinten durchgestyltes Hair Metal Event mit spektakulären Lichteffekten, einer gigantischen Pyroshow und Feuersäulen. Es gab eigentlich nicht einen Song, bei dem es nicht irgendwo geknallt und/oder gebrannt hat. Dies zeigte sich gleich bei den ersten beiden Songs „Kickstart my heart“ und „Wildside“, wo man vor lauter Effekten schon fast das abrocken vergessen hat. Sehr gespannt war man natürlich wie sich die neuen Songs im Liveset machen würden und es ist schon jetzt klar, dass der Titeltrack des neuen Albums fester Bestandteil der Setlist jeder weiteren Mötley Tour sein wird, da er absolut auf dem gleichen Niveau wie die anderen Klassiker der Bandgeschichte ist. Auf großen Videoleinwänden blendete die Band immer wieder Ausschnitte von Musikvideos oder (zensierten) Bahnhofskinofilmchen ein. Weiterhin nutzten sie die Möglichkeit ein Statement zur Politik ihres Landes abzugeben, indem sie während des Songs „Shout at the devil“ immer wieder Fotos von ihrem Präsidenten einblendeten. Natürlich kam auch Tommy Lee mit der Titty Cam wieder zum Einsatz, wo einige der zahlreich anwesenden Ladies blank zogen. Die Stimmung steigerte sich von Song zu Song und nach dem Finale mit „Girls Girls Girls“ und einer hervorragenden „Home sweet home“ Zugabe hieß es dann leider viel zu früh die Heimfahrt anzutreten.
Bleibt am Ende nur noch die Frage offen, welche Bewertung hier zu vergeben ist, und ich habe mich dazu entschlossen hier keine Bewertung zu vergeben, weil das Wertungssystem sonst auf 11 oder 12 Punkte ausgedehnt werden müsste (örgz—Jörg). Denn eine Show dieser Art ist einfach unvergleichbar mit dem, was hierzulande geboten wird. So etwas gibt es in Deutschland nicht und wird es auch auf absehbare Zeit nicht geben. Denn schon in den 80ern brachten die Bands ihre kompletten Shows nie mit über den großen Teich nach Europa und das wird sich aus Kostengründen leider auch nicht ändern. Darüber hinaus macht das US Publikum auch noch einen deutlichen Unterschied und erhöht den Spaßfaktor immens. Es sind jede Menge heiße Mädels im Publikum, was einem Hair Metal Konzert einfach die besondere Würze verleiht und außerdem jubelt und feiert wirklich die komplette Arena durch die ganze Show hindurch mit, während in Deutschland oft schon ab der vierten Reihe keine Hände mehr zu sehen sind. Auch ältere Rocker gehen hier in den USA noch richtig aus sich heraus. Wenn man überhaupt etwas bemängeln kann, dann dass die Setlist vielleicht noch einige Songs mehr vertragen hätte, aber es war ja schon vorher klar, dass es nicht, wie bei der letzten Tour, wieder von jedem Album 5 Songs geben würde. Jeder, der seinen Urlaub noch nicht verplant hat sollte dieses Jahr die USA in Erwägung ziehen. Die Tour hat gerade erst angefangen und der Dollarkurs ist mittlerweile so niedrig, dass die günstigste Eintrittskarte umgerechnet nur 20,-EUR kostet. Und das ist wohl wahrlich nicht zu viel, für eine solche Show.
Setlist:
Kickstart my heart
Wildside
Shout at the devil
Saints of L.A.
Motherfucker of the day
Primal Scream
Live Wire
Don''t go away mad
Looks that kill
Same old situation
Dr. Feelgood
Girls girls girls
Zugabe:
Home sweet home




