Krokus - w/ Mother Kingdom

8.0 von 10 Punken


Datum
31.05.2005

Konzertort
Rockin Chair Vevey

Datum: 01.06.2005 - Autor Rene
Vevey, ein kleines Städtchen am Genfersee, weltbekannt vor allem wegen dem Hauptsitz des Nahrungsmittelmultis "Nestlé", durfte die Schweizer Hard Rock Legende "Krokus" empfangen. Nach einer Stunde Zugfahrt bin ich in diesem alternativen Konzertschuppen angekommen. Nur gerade etwa geschätzte 100 Nasen haben sich in den Club verlaufen, ein Armutszeugnis in einer Welt wo

sich ein bekloppter Frosch mit einer scheiß Handymusik zu Millionen verkauft.



Im Vorfeld haben wir mitbekommen dass Bandleader und Gitarrist Fernando Von Arb aus nicht erklärten Gründen die Band verlassen hatte und mit Mandy Meyer ersetzt wurde. Dieser Mandy Meyer wurde erst kürzlich bei den Tessiner Hausfrauen Rockern "Gotthard" rausgeekelt und ich konnte mir kaum Vorstellen dass dieser scheue Gitarrist, der bei Gotthart immer die zweite Geige gespielt hat, nun die Krokus Leads so mir nichts dir nichts aus dem Ärmel schütteln konnte. Das es ein klasse Gitarrist ist, war eigentlich klar, hat er doch in der Vergangenheit (1981) eine Tour mit Krokus mitgemacht, und dann mit Bands wie "Cobra" und später "Katmandü" einen Namen gemacht hat.



Im dunklen Saal angekommen, spielen bereits die Genfer "Mother Kingdom", die in einem Bandwettbewerb die Rolle des Supports gewonnen haben. Die Jungs hab ich schon des Öfteren gesehen, aber dessen Grunge Rock kann mich noch nicht in Ekstase versetzen, obwohl die Songs sauber gespielt sind und der Sound klasse tönt. Egal, nach einer Halbstündigen Umbaupause kamen unter tosendem Applaus "Marc Storace", der neue Bandleader und seine Mannen auf die Bühne gestürmt. Das Line-Up hat sich seit der letzten Platte "Rock The Block" bis auf Fernando Von Arb nicht verändert. Immer noch bilden der dicke Schlagzeuger und der dünne Rhythmus Gitarrist aus dem Welschland zusammen mit dem Italo-Schweizer Tony Castell am Bass die Nebenrollen, und auf der anderen Seite der maltesiche Primadonna Sänger der seine 2 Brocken französisch ins Publikum lallte.



Die Band begann energisch mit "Nightwolf" und "Eat the Rich", 2 Tracks vom legendären "Headhunter" Album, und sofort war klar dass Mandy Meyer an der Fender Strat absolut korrekt runterdudelte, sich in Posen warf, herrliche Solos zockte und spielte als hätte er die letzten 15 Jahre nichts anderes gemacht. Schluss mit der Tessiner Mafia, jetzt kann Mandy seine Klasse auf

eindrückliche Weise präsentieren und bracht sich nicht mehr hinter dem Giftzwerg Leo Leoni zu verstecken. Sein Gesicht hinter seinen schwarzen Haaren versteckt, ist er an der 6-Seitigen dem Fernando ebenbürtig. Mir blieb vor Staunen das Maul offen stehen. Ein wahrer Wunderknabe. Er scheint sich außerdem mit den übrigen Bandmitgliedern prächtig zu verstehen, post rum und mit seiner sonst eher coolen Art erinnert er mich des Öfteren an John Norum von Europe.



Der neue Bandboss Marc selbst ist in Höchstform. Seine ansagen ans Publikum mögen vielleicht peinlich wirken, aber er zelebriert die Songs mit seiner kreischenden Stimme so haargenau und tanzt rum wie von einer Hornisse gestochen. In der Mitte des Sets singt er sich fast in Ekstase. Was die übrigen Musiker betrifft, vor allem der dünne Rhythm Gitarrist, haben die seit dem ich sich das letzte mal in Lausanne gesehen habe, mächtig an Vertrauen gewonnen. Sie animieren das Publikum lassen sich abfeiern und strahlen eine unglaubliche Sicherheit aus.



Von der Setlist her geht man auf Nummer sicher. Vom "Rock The Block" Album sind nur noch 2 Songs übrig geblieben, was mehr Platz für die Klassiker hergibt. Für meinen Geschmack hätte man die Cover Version "American Woman" meinetwegen mit einem anderen Song ersetzen können, "Midnite Maniac" etwa hätte ich stattdessen viel lieber gehört. Dafür war zum Glück das Bass- Drum Solo nicht allzu lange.



Vor "Easy Rocker" stellt Marc den neuen Guitar Hero vor. Er klärt das Publikum auf das jetzt ein Song aus den frühen Achtzigern kommt (obwohl eigentlich fast alle gespielten Songs aus dieser Periode stammen), zu einer Zeit wo dieser Herr mit Krokus auf Tour war. Der Song vom 81er Album "Hardware" geht voll ab und ist ein Highlight. Insgesamt wurden ganze 17 Songs gespielt, und das obwohl einige mit den obligatorischen Mitsing-Spielchen und Jam Sessions in die Länge gezogen wurden.



Die "Krokus" Jungs waren trotz der mageren Zuschauerzahlen super drauf und spielten als wäre es ihre letzte Show. Das nenne Rock'n'Roll Spirit, Vevey is "Rock City" kreischt Marc in sein Mikro und ein Fan Mob der extra aus der Deutschweiz angereist kam, feiert die Jungs voll ab. Als erste Zugabe dann "Headhunter" gespielt wurde, konnte ich das fast nicht glauben, dieser Song

wurde auf der letzten Tour nämlich nur ab und zu gespielt. Ich schreie den Text mit voller Kehle mit. So was muss man einfach Feiern.



Ein großes Kompliment an Mandy Meyer, der Typ hat’s einfach drauf und wer immer noch was gegen Ihn hat, soll doch einfach eine Show anschauen, danach wird man dann endgültig nichts mehr zu motzen haben.







Setliste Krokus :



1. Nightwolf

2. Eat the Rich

3. Long Stick Goes Boom

4. Fire

5. Tokyo Nights

6. Heatstrokes

7. American Woman

8. Bad Boys Rag Dolls

9. Screaming in the Night

10. Easy Rocker

11. Mad World

12. Rock City

13. Rock'n'Roll Tonight

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14. Headhunter

15. Bedside Radio

16. Rock The Block

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17. Stayed Awake All Night



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