Krokus - Reunion Show
9.0 von 10 Punken
- Krokus - (mit Pegasus und Span) - Stade de Suisse Bern, 02.08.2008
Skeptisch waren viele als es im Blätterwald hiess, dass Krokus in der Orginal-Formation ein Comeback geben würden. Die alten Streithälse um Freddy Steady (Drums), Fernando Von Arb (Gitarre) und Chris Von Rohr (Bass, Grossmaul) hatten sich letztes Jahr in Solothurn zusammengefunden und wieder die alten Krokus Stücke gejammt. Bis man Marc Storace (Gesang) überreden konnte, da auch mitzumachen brauchte einige Monate, schliesslich war Marc zusammen mit Mandy Meyer und Stefan Schwerzmann und Tony Castell unter dem Namen Krokus unterwegs und hat mit Hellraiser sogar eine wirklich tolle Scheibe eingespielt. Nach ihrem letzten Konzert im Februar auf Malta hat Marc jedoch seinen Mitmusikern den blauen Brief überreicht um wieder mit den Alten Haudegen mitzumachen. Dazu kam dann noch Mark Kohler (Gitarre) und fertig ist das "One Vice at the Time" Line-Up (1982). Die selbe Konstellation gab es zwar schon 1995 (einfach ohne Von Röhre) aber damals krähte wohl kein Hahn danach und Chris war damals auch noch kein erfolgreicher TV Star (Ironie).
August 2008. Das grosskotzig angekündigte Comeback Konzert fand also statt, und zwar im Stadion "Stade de Suisse" in Bern, wo bis vor kurzem noch EM Spiele ausgetragen wurden. Angezogen fühlten sich 9'500 Zuschauer, war also nicht ganz ausverkauft. Das Publikum war wie erwartet etwas älter und sehr "Meanstream" das heisst Hausfrauen, Banker, Jugendliche, Opas, usw. Die typischen Metaller waren dünn gesät. Man könnte fast meinen es sei ein Konzert von Gotthard, denn auch dort sieht man fast nur sogenannte "Normalos" also die typischen "Charts" Hörer die sich vor allem Hitparade Stoff reinziehen und den Underground oder die verschiedenen Szenen völlig ignorieren.
Bevor die wiedererblühte Frühlingsblume auf die Bretter stürmte, musste man sich 2 lausige Vorbands anhören. Zuerst kam eine Schülerband namens "Pegasus" auf die grosse Bühne, die braven 60ies und 70ies orientierten braven Rock interpretierten. Wir verzogen uns auf die Seiten wo es noch Sitzgelegenheiten gab. Der Sound war angenehm leise dass man sich etwas weiter weg von der Bühne problemlos unterhalten konnte.
Als nächstens kam die Berner Mundart Band "Span", die vor etlichen Jahren auch in der Schweizer Hitparade dauergast waren. Ihr bekanntester Hit aus dem Jahre 1983 namens "Louenesee" war der einzige Song den ich kannte.
Um fünf nach 9 war es dann endlich soweit. Der bekannte schweizer Mundart Sänger "Göla" begrüsste überanschenderweise das Publikum und lobte die Band in Form eines Gebets *haleluja* . Danach wurde der weisse Vorhang entfernt und die Band betritt die Bühne. Das Bühnenbild mit dem schwarzen Totenkopf war wirklich cool und als erster Song erklang "Long Stick Goes Boom" und die Menge war begeistert. Der Sound im Stadion war wirklich gut, nicht zu laut und gut abgemischt. Weiter ging es mit "Rock City" und vor dem Song "Winning Man" machte Marc eine kleine Ansprache in holprigen Schwyzertütsch, und zwar "Wär d' Kriegsbieli cha begrabe, das sind die richtigi Gwünner - und das isch de Song dazue"... Nach dem in den letzten Jahren selten gespielten "Winning Man" gab es eine Überraschung und zwar im Form des Songs "Hellraiser". Eine Überraschung deshalb weil dieser Track ja vom letzten Album ist wo eine ganz andere Besetzung spielte. Ausserdem hat Chris Von Rohr das Album in der Öffentlichkeit zerrissen, und Fernando Von Arb versuchte den Release gerichtlich zu stoppen. Aber eben, offenbar sind die Streitereien tatsächlich passé, ein deutlicheres Statement hätte man nicht geben können. Danach folgten nur noch Hits aus den goldenen 80ern, und zwar American Woman, Down the Drain, Tokyo Nights, Fire, Screaming in the Night (der übrigens einzige Song vom Headhunter Album) Heatstrokes, Rock'n'Roll Tonight, Easy Rocker. Chris von Rohr hat sich bisher sehr angenehm zurückgehalten und konzentrierte sich sehr stark auf sein Bassspiel. Fernando Von Arb sorgte eindeutig für mehr Bewegung. Das Drum Solo von Freddy Steady war auch sehr überraschend, denn der alte Sack mit der komischen Föhnfrisur hat es wider erwarten tatsächlich noch drauf. Er duellierte sich dann noch mit Chris Von Rohr an den Perkussionen, auch ein Highlight dieser Show. Als Zugabe gab es dann noch das bekannte Bedside Radio, und ein brandneuer Song wurde angekündigt. Es handelte sich aber um "Born to be Wild", von Steppenwolf, welcher in der Korkus Version gut abgieng und das tolle Konzert würdig beendete. Ich hätte zwar lieber Headhunter gehört, aber Fernando mag den Song glaub ich nicht besonders.
Fazit : das Konzert war gut, keine Frage, aber tönte die Band wirklich besser als noch mit der Hellraiser Besetzung ? Ich habe die Hellraiser-Band 4 Mal gesehen und war jedes Mal begeistert. Da stimmte ebenfalls jeder Ton aber die Konzerte fanden oft in einem sehr kleinen Rahmen statt. Der Hype um die so-genannten "Orginalmitglieder" (was ja eigentlich auch nicht ganz stimmt) tat sehr viel zur Stimmung bei. Jetzt müssen Krokus aber nocht beweisen dass sie mit dieser Rentner Formation das frische Hellraiser Album noch toppen können. Nächstes Jahr werden wir mehr wissen.
Skeptisch waren viele als es im Blätterwald hiess, dass Krokus in der Orginal-Formation ein Comeback geben würden. Die alten Streithälse um Freddy Steady (Drums), Fernando Von Arb (Gitarre) und Chris Von Rohr (Bass, Grossmaul) hatten sich letztes Jahr in Solothurn zusammengefunden und wieder die alten Krokus Stücke gejammt. Bis man Marc Storace (Gesang) überreden konnte, da auch mitzumachen brauchte einige Monate, schliesslich war Marc zusammen mit Mandy Meyer und Stefan Schwerzmann und Tony Castell unter dem Namen Krokus unterwegs und hat mit Hellraiser sogar eine wirklich tolle Scheibe eingespielt. Nach ihrem letzten Konzert im Februar auf Malta hat Marc jedoch seinen Mitmusikern den blauen Brief überreicht um wieder mit den Alten Haudegen mitzumachen. Dazu kam dann noch Mark Kohler (Gitarre) und fertig ist das "One Vice at the Time" Line-Up (1982). Die selbe Konstellation gab es zwar schon 1995 (einfach ohne Von Röhre) aber damals krähte wohl kein Hahn danach und Chris war damals auch noch kein erfolgreicher TV Star (Ironie).
August 2008. Das grosskotzig angekündigte Comeback Konzert fand also statt, und zwar im Stadion "Stade de Suisse" in Bern, wo bis vor kurzem noch EM Spiele ausgetragen wurden. Angezogen fühlten sich 9'500 Zuschauer, war also nicht ganz ausverkauft. Das Publikum war wie erwartet etwas älter und sehr "Meanstream" das heisst Hausfrauen, Banker, Jugendliche, Opas, usw. Die typischen Metaller waren dünn gesät. Man könnte fast meinen es sei ein Konzert von Gotthard, denn auch dort sieht man fast nur sogenannte "Normalos" also die typischen "Charts" Hörer die sich vor allem Hitparade Stoff reinziehen und den Underground oder die verschiedenen Szenen völlig ignorieren.
Bevor die wiedererblühte Frühlingsblume auf die Bretter stürmte, musste man sich 2 lausige Vorbands anhören. Zuerst kam eine Schülerband namens "Pegasus" auf die grosse Bühne, die braven 60ies und 70ies orientierten braven Rock interpretierten. Wir verzogen uns auf die Seiten wo es noch Sitzgelegenheiten gab. Der Sound war angenehm leise dass man sich etwas weiter weg von der Bühne problemlos unterhalten konnte.
Als nächstens kam die Berner Mundart Band "Span", die vor etlichen Jahren auch in der Schweizer Hitparade dauergast waren. Ihr bekanntester Hit aus dem Jahre 1983 namens "Louenesee" war der einzige Song den ich kannte.
Um fünf nach 9 war es dann endlich soweit. Der bekannte schweizer Mundart Sänger "Göla" begrüsste überanschenderweise das Publikum und lobte die Band in Form eines Gebets *haleluja* . Danach wurde der weisse Vorhang entfernt und die Band betritt die Bühne. Das Bühnenbild mit dem schwarzen Totenkopf war wirklich cool und als erster Song erklang "Long Stick Goes Boom" und die Menge war begeistert. Der Sound im Stadion war wirklich gut, nicht zu laut und gut abgemischt. Weiter ging es mit "Rock City" und vor dem Song "Winning Man" machte Marc eine kleine Ansprache in holprigen Schwyzertütsch, und zwar "Wär d' Kriegsbieli cha begrabe, das sind die richtigi Gwünner - und das isch de Song dazue"... Nach dem in den letzten Jahren selten gespielten "Winning Man" gab es eine Überraschung und zwar im Form des Songs "Hellraiser". Eine Überraschung deshalb weil dieser Track ja vom letzten Album ist wo eine ganz andere Besetzung spielte. Ausserdem hat Chris Von Rohr das Album in der Öffentlichkeit zerrissen, und Fernando Von Arb versuchte den Release gerichtlich zu stoppen. Aber eben, offenbar sind die Streitereien tatsächlich passé, ein deutlicheres Statement hätte man nicht geben können. Danach folgten nur noch Hits aus den goldenen 80ern, und zwar American Woman, Down the Drain, Tokyo Nights, Fire, Screaming in the Night (der übrigens einzige Song vom Headhunter Album) Heatstrokes, Rock'n'Roll Tonight, Easy Rocker. Chris von Rohr hat sich bisher sehr angenehm zurückgehalten und konzentrierte sich sehr stark auf sein Bassspiel. Fernando Von Arb sorgte eindeutig für mehr Bewegung. Das Drum Solo von Freddy Steady war auch sehr überraschend, denn der alte Sack mit der komischen Föhnfrisur hat es wider erwarten tatsächlich noch drauf. Er duellierte sich dann noch mit Chris Von Rohr an den Perkussionen, auch ein Highlight dieser Show. Als Zugabe gab es dann noch das bekannte Bedside Radio, und ein brandneuer Song wurde angekündigt. Es handelte sich aber um "Born to be Wild", von Steppenwolf, welcher in der Korkus Version gut abgieng und das tolle Konzert würdig beendete. Ich hätte zwar lieber Headhunter gehört, aber Fernando mag den Song glaub ich nicht besonders.
Fazit : das Konzert war gut, keine Frage, aber tönte die Band wirklich besser als noch mit der Hellraiser Besetzung ? Ich habe die Hellraiser-Band 4 Mal gesehen und war jedes Mal begeistert. Da stimmte ebenfalls jeder Ton aber die Konzerte fanden oft in einem sehr kleinen Rahmen statt. Der Hype um die so-genannten "Orginalmitglieder" (was ja eigentlich auch nicht ganz stimmt) tat sehr viel zur Stimmung bei. Jetzt müssen Krokus aber nocht beweisen dass sie mit dieser Rentner Formation das frische Hellraiser Album noch toppen können. Nächstes Jahr werden wir mehr wissen.
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