Jon Oliva's Pain - Global Warning-Tour 2008

8.0 von 10 Punken


Datum
13.05.2008

Konzertort
Turock, Essen

Datum: 14.05.2008 - Autor Jörg
Die aktuelle Jon Oliva-Scheibe „Global Warning“ hat sich zum Dauerbrenner im Player entwickelt und rotiert beinahe täglich. Jetzt muss ich fast schon zugeben, dass ich das neue Album von Jon mit 7,5 im Einzelreview unter Wert verkauft habe. Na ja, kann halt passieren. Die Gigs der „Global Warning“-Tour standen an und mit dabei waren Masterstroke aus Finnland und Manticora (Dänemark) als Vorbands. War der Termin denn günstig? Schließlich fand am Pfingstwochenende das Rock Hard-Festival in Gelsenkirchen statt und ich vermutete dass die Ruhrpott-Banger alle müde waren. Aber nix, das Turock war bis zum Startschuss des Auftritts von Jon Oliva wirklich sehr gut gefüllt. Zwar fehlten irgendwie die allseits bekannten Gesichter welche man sonst immer so sieht, dennoch die Bude war gut voll.

Den Anfang machten Masterstroke mit ihren leichten Dream Theater-orientierten Metal. Die Scheibe „Sleep“ habe ich mir vorher noch ein paar Mal angehört und musste feststellen, dass die Finnen doch 2-3 gute Stücke dabei haben. Leider haperte es auch dann da dran, das die menge nicht so richtig in Wallung kam. Zwar mühten sich Masterstroke, aber mehr als ein wenig Applaus konnten sie nicht ernten. Wo die guten Songs wie „Under our Command“ überzeugen wussten die anderen Lieder nicht so recht überzeugen. Wenn die Band sich ein wenig mehr auf Hooklines konzentrieren würde, ginge da mehr.

Manticora finde ich fast schon stinkenlangweilig und so habe ich mich nach draußen zurück gezogen und habe mich erst wieder in Turock bewegt als Jon Oliva auf die Bühne kam.

Gespannt war ich, denn in einem Interview mit einem Magazin sprach Mr. Oliva von einigen Überraschungen in der Setlist.

Das Jon seine Konzerte oft mit „Sirens“ Anfängt ist schon bekannt, aber gleich als zweiten Song „Unusual“ vom „Power of the Night“-Album hinterher schieben, war wohl die erste Überraschung. Jon Oliva war gut gelaunt und bester Dinge. Er gab auch gleich Auskunft warum er denn mit einem Krückmann auf der Bühne stand. Er gedenke nicht Alice Cooper zu imitieren, er müsse sich nach der Deutschland-Tour einer OP an einem Bein unterziehen, da er die D-Land-Gigs auf keinen Fall sausen lassen wollten, stieg er eben mit „Gehhilfe“ auf die Bühne. Bei den meisten Songs saß Jon eh an seinem Klavier und machte seine Show von dort aus. Seine Band war Top drauf und präsentierte sich gut eingespielt.

Im Set ging es weiter mit „Through theEyes of the King“ und dem Titelsong des „Manical Renderings“-Album. Kurze Pause für ein paar Witze und weiter ging es mit „Gutter Ballet“- Jon gab sich während des gesamten Gigs locker und redefreudig. Ich glaube den Mann sieht man selten mit schlechter Laune. Da wir hier auf der Tour zum aktuellen Album „Global Warning“ waren, gab es auch echt viele Songs des neuen Longplayers, welche allesamt sich nicht vor den Savatage-Klassikern verstecken brauchten. Die Reihenfolge ist jetzt nicht richtig, aber es wurden das grandiose „Firefly“ (Gänsehaut-Moment), „Before I hang“, „Global Warning“, „Look at the world“ (Von Jon als seinen Queen/Freddie Mercury-Song angesagt) und „Adding the Cost“ gespielt. Immer wieder wurde in die Schatzkiste der Savatage-Songs gegriffen und mit „Hounds“ zauberte die Band einen Knaller hervor (ganz großer Gänsehaut-Moment). Jon ist Stimmlich echt gut drauf und macht seine Sache super, kaum ein Vergleich zu einigen Konzerten der Sava-Spätphase. Das „Streets“-Album wurde dieses mal mit gleich 3 Songs (Believe, Jesus Saves, Tonight he grins again) bedacht. Auf den Gigs vor einem Jahr spielten JOP noch Medleys, an diesem Abend wurden alle Songs ausgespielt und es die Spielzeit stieg auf ca. 2 Stunden. Eine ganz besondere Überraschung gab es dann mit dem Song „Chance“ mit dem ich wirklich nicht gerechnet hatte. Das Stück klang ein wenig anders und der Kanon saß nicht 100% aber der Atmosphäre tat das alles keinen Abbruch.

Zum Ende, sozusagen die Zugaben wurden noch „When the crowds are gone“ (nächster großer Gänsehaut-Moment) und das abschließende „Hall of the Mountain King“ ins Turock gefeuert und die Stimmung war absolut toll und ich glaube keiner wird sein Kommen bereut haben. So lange Jon Oliva mit seinen „Pain“-Jungs solche Konzerte spielen und solche Platten wie „Global Warning“ einspielen braucht man als Savatage-Jünger nicht um die Band trauern.









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