Destruction - Release-Party w/Assassin, Darth, Adligate

6.0 von 10 Punken


Datum
27.09.2009

Konzertort
Kultopia Hagen

Datum: 03.10.2009 - Autor Frank
27.09.2009 Kultopia Hagen

Das Kultopia in Hagen gehört zu meinen Lieblingsclubs für kleine Konzerte! Ein zu groß gewordenes Jugendzentrum mit einem erstklassigen Konzertraum, also der richtige Rahmen für die Release Party der Destruction Live Scheibe..

Nach dem ich also an diesem Sonntag mein Kreuzchen an der gemacht und die erste Prognose abgewartet habe, konnte die Reise nach Hagen beginnen.

Und schon am Einlass war Claudio und mir klar, es war nicht nur eine Reise durch den Raum. Nein, wir haben wohl auch eine Zeitreise unternommen. Auf dem Weg zur Halle fuhren wir an einigen Metalheads vorbei, die uns an die selbst erlebte Hochzeit des Thrash Metals erinnerten. Wenige Meter vor der Kasse stellten wir fest, alles richtig gemacht, nur wenige Minuten, oder genauer gesagt eine Hopfenkaltschale, vor Beginn der Veranstaltung.

Aber schon Sekunden später wussten wir, dass es ein Irrtum war. Die hysterisch kreischende Frau vor uns in der Reihe hätten wir doch lieber verpasst. Naja, in den goldenen 80`ern gab es auch kein Schamgefühl und so nahmen wir diese peinliche Erscheinung und die schwarzen Stretchjeans mit weißen Tennissocken und Baskettballstiefel in der gleichen Farbe, mit Humor!

Ganz ehrlich, wenn nicht grad zu dem Zeitpunkt die Hochrechnungen zum Bundestag 2009 über den Bildschirm geflackert wären, man hätte denken können es wäre 1987 und wenn wir ehrlich sind die Bundesangie wird der damaligen Bundesbirne Helmut immer ähnlicher.

Mit kurzer Verspätung gingen dann die Opener Adligate auf die Bühne. Die Hagener Band hat sich erst Ende 2006 gegründet und kann von daher noch als sehr jung eingestuft werden. Dafür hat Sänger Stefan (der erst 2008 zur Band stieß) aber ein mächtig großes Mundwerk, anstatt sich und seine Musiker nach dem Eröffnüngsstück vorzustellen, pöbelte er gleich über die Stimmung, die ähnlich schlecht wäre wir die Wahlbeteiligung!

Für Claudio und mich stellt sich die Trapatoni - Frage „Was erlaube Sänger?“ Die Band ist kaum jemanden der Anwesenden bekannt gewesen und brachte nicht mehr als durchschnittlichen Proberaum Metal mit Keifgesang zu Gehört, führt sich aber auf wie die Megasuperstars!

Und wenn man sich benimmt wie die Axt im Walde, muss man sich nicht wundern, wenn die Besucher doch lieber das Weite suchen, schließlich war man nicht wegen Adligate gekommen.

Wir für unseren Teil bewegten uns in die schöne City, aßen einen Happen und wunderten uns, dass die zweite Band auch um 20:00 Uhr noch nicht auf der Bühne stand. Es war also noch eine Zigarettenlänge Zeit und die Frage wurde aufgeworfen, warum grad bei einem Thrashkonzert die Körperpflege der Besucher auf ein Minimum reduziert scheint. Da Vader grade auf Tour waren musste (Achtung Schenkelklopfer) Darth alleine auf die Bühne. Aber auch dieser Lokalact konnte uns nicht wirklich überzeugen. Zu durchschnittlich war der Deathcore dieser Truppe, die immerhin schon auf einen Silberling und diverse Samplerbeiträge zurückblicken kann. Der Fronter der Truppe hatte im Vorfeld des Auftritts schon ein wenig dem guten König Alkohol gedient, was dem Ganzen nicht grad förderlich war.

Folgerung für uns: auf den nächsten Nachwuchsfestivals im Umkreis werden wir bei Darth, schon mal die Verpflegungspausen einplanen.

Nach einer erneut endlos gefühlten Umbaupause, füllte sich der Besucherraum merklich. Die Düsseldorfer Altthrasher von Assassin gingen auf die Bühne und den beiden Vorbands wird vermutlch die Kinnlade bis auf den Boden geklappt sein. „Wir sind Assassin aus Düsseldorf und das ist Breaking the Silence!“ war die kurz gehaltene und auf den Punkt gebrachte Ansage! Der Sound war gut und die Band drückte mächtig aufs Tempo… japp, dass ist Thrash, der einen sofort wie eine Dampframme erfasst. Das Publikum ging mit, ohne jedoch in die (fast erwartete) Ekstase zu verfallen. Die Köpfe wackelten im Takt, aber der große Mosh Pit (wird sind ja in den 80`ern gelandet) blieb aus.

Bei „Kill or be Killed“ wurde die Stimmung dann etwas besser, aber irgendetwas fehlte.

Schön, wenn man einen kleinen Blick auf das geplante Programm werfen kann. Bei „Bushwaker“, dem Song der ungefähr zur Hälfte des Gigs anstand, war Claudio und mir klar, warum Assassin nie in die erste Gruppe deutschen Thrash Metals aufgestiegen sind. Es war alles irgendwie so gleichförmig, keine Abwechslung und trotz der Power und des Druck überkam uns die Langeweile.

Es war 23:00 Uhr und laut angekündigter Vorplanung sollte zu diesem Zeitpunkt die Sache schon ihrem Ende entgegen gehen. So wurde in den Vorankündigungen, Bahnverbindungen für die Bahnreisenden angegeben deren Züge in Richtung Ruhrgebiet geht. Dieser Zug sollte um 23:30 Uhr gehen. Von der Planung eine gute Sache, denn man sollte nicht vergessen, dass es sich um einen Sonntag handelte und viele Fans nicht zur erlesenen Menge der Studenten gehört, die am Montag vielleicht mal ausschlafen können.

Gegen 23:15 Uhr wurde es im Zuschauerraum, der merklich weniger gefüllt war als bei Assassin, schon unruhig und gegen 23:20 Uhr enterte das Trio, dann endlich die Bühne. So dass wir wenigstens noch die beiden ersten Stücke des Headliners zu Gehör bekamen. Es kann sich deshalb leider nur um einen ersten Eindruck handeln. Der Start war irgendwie komisch. Es ging einfach los und trotz ausgibigen Soundcheks schon das Trio nicht so wirklich zufrieden. Nach dem Song verließ Schmier dann nochmal kurz die Bühne, ehe es weiter ging.

Ich habe Destruction schon einige Male gesehen und muss sagen, sie schienen zumindest zu Beginn der Show nicht ihren Sahnetag erwischt zu haben, denn im Normalfall bekommt man schon ein ordentliches Brett geboten, so dass die Stimmung immer im oberen Bereich ist.

Da für Claudio und mich die Nacht aber recht früh beendet sein sollte und wir doch ein paar Stunden Schlaf haben wollten konnten wir nicht mehr erleben wie das Trio diesen etwas daneben gegangenen Start verdaut hat.

Als Fazit kann man festhalten, dass der Preis von 18 Euro völlig in Ordnung gegangen wäre, wenn die Organisation besser gewesen wäre. Sorry Leute, aber wenn ich Leute Zugverbindungen angebe, die sie nutzen sollen, muss ich aufpassen, dass mein Pan einigermaßen hinhaut und nicht den Mainact auf die Bühne schicken, wenn die Sache eigentlich schon beendet sein sollte. Die Location war wie immer genial.

Die Locals waren beides Bands der Marke, braucht man nicht unbedingt, wobei ich Adligate noch die kurze Bandgeschichte zu gute halten möchte, ein anderer Umgang mit dem (wenigen) Fans wäre wünschenswert.

Es war schön Assassin mal wieder zu sehen, aber ein kürzerer Auftritt hätte es in meinen Augen auch getan. Der Headliner muss auf Grund der kurzen Zeit die wir sie beobachten konnten diesmal leider ohne Wertung ausgehen.



Werbung




last.fm Player


TOP-NEWS
Interview: Vanden Plas


RANDOM REVIEWS