Yngwie Malmsteen - Attack

8.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2002

Label
SPV

Besetzung
Lead Gitarre, Rhythmus Gitarre, Acoustic Gitarre, Bass, Fretless Bass, Synthesizer Gitarre, Sitar, Cello, Keyboards, Backing Gesang, Lead Gesang auf „Freedom“: Yngwie J. Malmsteen

Tracklist
1. Razor Eater
2. Rise Up
3. Valley Of Kings
4. Ship Of Fools
5. Attack!
6. Baroque & Roll (Instrumental)
7. Stronghold
8. Mad Dog
9. In The Name Of God
10. Freedom
11. Majestic Blue (Instrumental)
12. Valhalla
13. Touch The Sky
14. Iron Clad
15. Air (Instrumental)

Datum: 29.02.2008 - Autor Psychobimbo
Wenn die Rede von einem Gitarrengott ist, dann spricht man für gewöhnlich über Ying/Yang Yngwie Malmsteen. Niemand sonst beherrscht die technische Brillanz und das Gefühl für neoklassisches Spiel so wie er. Leider ist er aber auch ein Egomane in Reinkultur und bietet Kritikern genügend Angriffsfläche.

Auf „Attack“ hat sich der Meister von einem kleinen Tief wieder erholt und zeigt zusammen mit dem ehemaligen Rainbow Sänger Dougie White wo der Bartel den Most herholt. Klar, die Produktion der Scheibe lag mal wieder in des Chefgeigers Händen selbst, aber im direkten Vergleich mit „War To End All Wars“ ist das hier schon richtig gute Arbeit und man kann sich nicht mehr über die Drucklosigkeit beschweren.

Natürlich halten sich die stilistischen Ausschweifungen ziemlich im Rahmen und wirkliche Überraschungen bleiben einem (Gott sei Dank) auch erspart. Dafür hat er sich neben der Notenskala-Onaniererei wieder kompositorisch voll ins Zeug gelegt. Zwischen dezenten Richie Blackmore Anleihen und den semi-Ohrwürmern „Ship Of Fools“ und „Touch The Sky“ bleibt genug Gedudel das einem die Luftgitarre die Finger bricht. So kann es nur Yngwie himself und das macht ihm auch niemand nach. Aber zweifellos ist das tragende Hauptelement der Lieder und das Herzstück der Musik noch immer das unverwechselbare und in Lichtgeschwindigkeit vorgetragene Gitarrengewitter des Ausnahmegitarristen. Hier wird, auf die Gitarre bezogen, das Wort „Virtuosität“ mit einem neuen Sinn erfüllt und dieser auf eine höhere Ebene gewertet. Auch wenn die Sternstunde seines Talents schon einige Jahre früher stattgefunden hat so muss man anerkennen das auch ein Laie beim hören von „Attack“ erkennt das man es hier mit einem der genialsten Gitarrenmusiker neben Eddie VanHalen, Richie Blackmore und Jimi Hendrix zu tun hat.

Wer sein Gitarrenspiel als seelenlos und ohne Gefühl bezeichnet, der hat sich einfach noch nicht die nötige Zeit genommen und sich wirklich damit auseinandergesetzt. Denn der Maasstab ist natürlich ein komplett anderer als bei der herkömmlichen, normalen Rockmusik.

Wer jedoch einerseits gern mal Scheiben im Stil von Rainbow oder Axel Rudi Pell auflegt, der sollte bei Malmsteen nicht mehr aus dem Staunen rauskommen. Und neben seinen großen Klassikern, mit denen er die moderne Gitarre revolutioniert hat, soll man schon auch mal in seine jüngeren Werke reinhören. Bei „Attack“ lohnt sich der Aufwand und die Investition allemal.





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