Viron - Ferrum Gravis

8.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2008

Label
metal heaven

Besetzung
Gesang: Alexx Stahl
Gitarre: Thilo Feucht
Gitarre: Roger Dequis
Bass: Ingmar Holzhauer
Drums: Neudi

Tracklist
1.Liberator
2.On Te Run
3.The Isle Of man
4.War
5.Beyond The Gates
6.Metal Ball
7.Playground For Billions
8.Led Astray
9.Sniper


Datum: 19.02.2008 - Autor Claudio
Um ehrlich zu sein, hab ich mich um das Debüt von Viron gar nicht gekümmert und das hatte auch einen bestimmten Grund. Denn welche normal denkende Band nennt das Debüt bitteschön „NWOGHM“? Die neue Welle ist dann ja scheinbar schnell abgeebbt, denn wirklich großartiges haben die Herren ja auch nicht produziert. Vielleicht ändert sich dies ja mit dem zweiten Album, welches weniger großspurig „Ferrum Gravis“ betitelt ist. Als erstes muss ich die Band dafür loben, dass sie ihrem Plan, Musik ohne Sperenzchen oder technischem Firlefanz, treu bleibt. Keinerlei Keyboards, getriggerte Drums oder irgendwelches Zeug aus der Konserve. Nur die Instrumente eingestöpselt und ab geht die wilde Fahrt. Und Fahrt nimmt „Ferrum Gravis“ schnell auf, der Opener „Liberator“ zeigt gleich auf, worum es bei Viron geht. Schneller Metal, manchmal ein wenig speedig angehaucht, aber immer in der Schnittmenge aus typisch deutschen Rhythmen und klassischem amerikanischem Stahl. In Deutschland gibt es nur wenige Bands, die diese Melange so hinbekommen, um ehrlich zu sein, fällt mir nur eine Band ein und zwar Scanner aus dem schönen Gelsenkirchen, aber auch nur auf ihren Frühwerken. Natürlich ist „Ferrum Gravis“ um einiges druckvoller, auch die musikalischen Arrangements sind moderner und besser strukturiert, aber man erkennt die Liebe zur Musik, wie man sie eigentlich nur in der Frühzeit der deutschen Metalszene entdecken konnte.

Ein weiterer, großer Vorteil von „Ferrum Gravis“ ist die Tatsache, dass es die Herren schaffen, trotz aller Melodien niemals in Pathos oder Bombast auszuarten, auch sind die Songs bei aller musikalischen Klasse niemals überladen und dementsprechend schwer zu verdauen. Die Platte geht direkt, ohne Umwege, ins Gehirn und verhakt sich dort. Niemals aufdringlich legt man sie bestimmt mehr als einmal auf und kann dabei auch immer Neues entdecken. Egal ob man mehr auf schnelle Songs, wie dem Opener, „Playground For Billions“ oder „Metal Ball“, auf getragenere Rhythmen wie „On The Rund“ oder balladesken kram wie „War“ steht, für jeden ist etwas dabei. Eine Bemerkung muss ich noch zu Sänger Alexx Stahl abgeben, als ich die Scheibe zuerst hörte, dachte ich „Owei, was eine Stimme!!“, doch mit mehrmaligem Genuss ist seine Stimme zwar nicht besser geworden, aber die Erkenntnis macht sich breit, dass er genau der Sänger ist, der diese Songs singen muss. Er ist kein Geoff Tate oder Ripper Owens, sondern ein ehrlicher Sänger, der sich bestimmt bewusst ist, dass er stimmlich limitiert ist und deswegen singt, was seine Stimmlage und -farbe hergibt.

Mit „Ferrum Gravis“ haben es die Jungs vielleicht geschafft, de NWOGHM einen gehörigen Stoß zu versetzen und mit den anderen hoffnungsvollen und jungen, deutschen Bands wie Sencirow oder Torian, den Thron der Alteingesessenen endlich mal zum wanken zu bringen. Ist es nicht so, dass die junge Garde die Ollen eigentlich zu Höchstleistungen antreiben sollten? Mir scheint eher, dass die Lethargie der alten Herren, den jungen Bands gehörig Fahrt gegeben hat, denn anders kann ich mir die Schwemme an richtig guten Bands nicht erklären. Jeder Fan der härteren, ehrlichen Melodie sollte „Ferrum Gravis“ mindestens einmal gehört haben.







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