The Acacia Strain - Continent

7.5 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2008

Label
Prosthetic Records/Soulfood

Besetzung
Gesang: Vincent Bennett
Gitarre: DL
Bass: Jack Strong
Drums: Kevin Boutot

Tracklist
1. Skynet
2. Seaward
3. Dr.Doom
4. Forget-Me-Now
5. Cthulhu
6. Baby Buster
7. Balboa Towers
8. JFC
9. Kraken
10. The Combine
11.The Behemoth

Datum: 13.08.2008 - Autor Claudio
Es gibt da ein schönes Sprichwort und das lautet:”Wo gesungen wird, da lass dich ruhig nieder. Denn böse Menschen haben keine Lieder.”

So Kinder, lest es durch und:” ES IST EINE LÜGE!!!”

Ich habe bisher immer diesem Sprichwort glauben geschenkt und nun weiß ich, dass es nicht stimmt, dass meine Eltern mir das immer nur erzählt haben, damit ich besser schlafen kann. Damit ist es jetzt vorbei, für ein und alle Mal. Ich hab The Acacia Strain gehört. Nur das ist der Grund, warum die Grundfesten meiner lange vergangenen Kindheit bis ins Mark erschüttert wurden. The Acacia Strain sind abgrundtief böse, unglaublich wütend und dermaßen aggressiv, dass man sich direkt in Abwehrhaltung begibt. Ich frage mich, warum ich die Band erst mit ihrem vierten Album “Continent” entdecke, denn auch wenn sie mich erschreckt haben, fasziniert mich die Musik der Herren Massachusetts zu allem Übel auch noch.

Musikalisch fahren sie ein böses Brett aus Death/Hardcore, wobei ich gerade die eingesprengten Death Parts als sehr angenehm empfinde. Komischerweise kommt mir bei den Jungs immer wieder Crowbar in den Sinn, auch wenn The Acacia Strain viel schneller, was nicht heißen soll, dass sie im Highspeed Bereich vor sich hin ballern, sind. Hört euch einfach mal den zweiten Song “Seaward” an, dann wisst ihr warum ich der festen Meinung bin, dass die Herren dem Sludge Core manchmal näher als dem Deathcore sind. Auffallend ist auch die unglaubliche Heaviness mit der die Band zur Sache geht und die Dunkelheit, der Hass, der aus jeder Note, jeder Zeile spricht.

“Kontinent” ist ein sehr intensives, anstrengendes Album, dass man sich nicht zur Entspannung anhören kann, aber zum Aggressionsabbau taugt das Album auf jeden Fall. Die meisten der sogenannten Metalcore Heroen werden sich an den Kopf fassen und bemerken, dass Heaviness und Härte nichts, aber auch gar nichts, mit Geschwindigkeit zu tun hat. Natürlich haben die Jungs auch Downbeats, neudeutsch für Moshparts, ohne Ende in ihre Songs eingebaut und man kann vor dem geistigen Auge schon die Körper fliegen und Knochen brechen sehen.

Die Intensität des Albums macht es dem geneigten Hörer schwer, sich “Kontinent” mehr als einmal am Tag anzuhören, denn wirklich Spaß macht es nicht, nach jedem Hören das Shirt wechseln zu müssen, weil man es durch geschwitzt hat und das bei jeder Temperatur. Vielleicht bin ich ein kleiner Whimp, wer jetzt JA schreit bekommt nen bösen Brief, aber ich fürchte mich ein kleines bisschen vor “Kontinent” und “The Acacia Stain”. Der Qualität der Platte macht dies natürlich keinen Abbruch und selbst an der Produktion, welche von Zeuss (HateBreed, Shadows Fall), in altbekannter, immer perfekter werdender Manier, in Szene gesetzt wurde, kann ich nicht herummäkeln. Für eine Sache muss ich mich aber noch bei den Herren bedanken. Danke, dass ihr dieses Instrumental ans Ende der Scheibe gesetzt habt. So kann sich der alte Mann von der Höllenfahrt beruhigen und die Welt kommt wieder in Ordnung.

Wer glaubt das Hard/Death/Sludge Core eindimensionale Musik ist, der wird von The Acacia Strain eines Besseren belehrt. Die Band jammert nicht, sie schreit ihre Wut heraus, sie streut Salz in die Wunde, wenn man glaubt, man hätte das Gröbste überstanden. Musik für den kleinen Wutanfall zwischendurch und der vertonte Hass auf alles was nicht stimmt.

Viele Sätze, welche die Band ausspricht, sprechen mir aus der Seele und machen sie auf eine erschreckende Art sympathisch. Alleine ein Satz wie :”Too many people in bands have been just putting out records and playing shows so they can be in a band and be popular. There is no passion anymore, it´s all an intrenet popularity contest. We write the music we do because we like playing it, and if people are into it then that´s an amazing bonus” zeigt, dass die Band über Telleränder schaut und sich nicht beschneiden lässt. Wie vermutet steckt hinter der Fassade aus Hass, Wut und Aggression eine Gruppe von Menschen, die denkt, die sich Gedanken macht und auch einen Anspruch stellt, denn Anspruch, dass man sich mit der Musik beschäftigen muss, um sie zu verstehen. Auch wenn es weh tut und es schwer ist, gebt “Kontinent” mal eine Chance und seht Dinge zu denen Menschen fähig sind, die das Denken nicht verlernt haben und es wagen der Gesellschaft den Spiegel vor zu halten. Aber vielleicht ist Kontinent” auch nur einfach ein Hassbatzen, der sich über sich selbst definiert und keine anderen Schlüsse zulässt. Entscheidet selbst und wie sagt die Band so schön in einem Song: “For Funerals no fucking weddings”







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