Tharsys - Under Her Dead Hands

7.5 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2010

Label
Yonah Records

Besetzung
Gesang: Frank “Ali” Kronnagel
Gesang/Keyboards: Sara Lauhoff
Gitarre: Oliver Schneider
Gitarre: Lumpi Lauhoff
Bass: Uwe Lerch
Schlagzeug: Kralle

Tracklist
1.The Price Is Empathy
2.Under Her Dead Hands
3.Coldblood
4.Seven
5.Infernal Love
6.Master Of Humanity
7.Halls Of Desolation
8.Black
9.Devilseed

Datum: 02.02.2010 - Autor Claudio
Irgendwann kriegen wir euch alle, zwar nicht mit Danone Joghurt, aber mit einer Rezension. Tharsys aus dem schönen NRW gehören auch zu den Bands, die man schon ein paar Mal Live gesehen hat, besonders wenn man kleine Festivals besucht, was ich auch gerne und nicht zu selten tue. Tharsys sind mir nie besonders aufgefallen und zwar weder im positiven noch im negativen Sinne, was man durchaus als Kompliment ansehen kann, denn es springen dort meistens genug Bands rum die man nicht ertragen kann oder will. Vielleicht lag das auch immer daran, dass Tharsys zu den Bands gehören, die genau wissen was sie wollen, seit einigen Jahren aktiv sind und nicht zu den Massen an orientierungslosen Jungspunden gehören, die fröhlich von Zug zu Zug springen und sich dann wundern, dass sich niemand für sie interessiert.

Die Musik von Tharsys ist schwer zu beschreiben, denn wenn man ihnen den Stempel melodischen Doom/Death Metal aufdrücken würde, kann man sich zwar vorstellen, wie die Musik klingt, aber es wird der Band einfach nicht gerecht. Man kann zwar erkennen, dass Bands wie Paradise Lost, zu der Zeit als sie noch richtig gut waren, und auch Amorphis oder Theater Of Tragedy, als letztere noch Metal waren, zu den Vorbildern gehören, aber Tharsys schaffen es, auch durch den Einsatz von Sängerin/Keyboarderin Sara, die ein sehr angenehmes Stimmbild bietet und niemals in die Kategorie Jaulelse gleitet, ist die Band eigenständiger als es die meisten Beschreibungsversuche zulassen.

Besonders aus deutschen Landen hat man eine Doom Death Walze wie “Master Of Humanity” bisher nur selten gehört. Alleine dieser Song wirft die Frage auf, warum die unsäglichen Crematory, welche sich auch in diesem Genre, nur mit mehr Gothic/Fieps/Nöl Einschlag, gekauft werden und eine Band wie Tharsys, die im musikalischen, wie atmosphärischen und auch im Gesangsbereich mehr als überlegen ist, noch im Untergrund herum dümpelt? Ich muss und werde das nicht verstehen, aber ich bin froh, dass das Sextett vielleicht mit “Under Her Dead Hands” ein wenig mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann. Vielleicht bin ich auch ein wenig voreingenommen, da in die Zugpferde entweder gerade erst wieder erkannt haben, dass ihr Erfolg doch eher auf dem Metal basiert ist oder sich immer noch Meilenweit von ihrer angestammten Musik entfernt ausprobieren. Tharsys sind klar erkennbar klassischer und definitiv im Metal tief verwurzelt.

“Under Her Dead Hands” hat es jedenfalls geschafft, dass ich nun etwas genauer auf Tharsys achten werde und auch für die Band dürfte das Album, welches auch im Produktionsbereich durchaus überzeugen kann, eine weitere Stufe in der Bandentwicklung darstellen. Fans von Paradise Lost (mittlere Schaffensphase), Therion (ebenfalls die mittlere Schaffensphase), Theater Of Tragedy (frühe Werke) und Amorphis (immer mal wieder) dürften mit “Under Her Dead Hands” keinen Fehler machen und selbst Fans von Bands wie Blind Guardian sollten ruhig mal ein Ohr riskieren. Für mich ist es mehr als erfreulich, dass es im “lokalen” Untergrund immer noch den Willen zu geben scheint sich weiterzuentwickeln und über eigene Grenzen zu schauen. Um es auf den Punkt zu bringen birgt “Under Her Dead Hands” keine musikgeschichtlichen Quantensprünge oder Erfahrungen, aber dafür ehrliche und wirklich gute Unterhaltung, die man heutzutage leider zu selten geboten bekommt.





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