Ted Nugent - Love Grenade

9.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2007

Label
Eagle Records

Besetzung
Gesang und Gitarre – Ted Nugent
Bass – Barry Sparks
Bass bei:„Love Grenade“, „Spirit Of The Buffalo“, „Lay With Me“ – Jack Blades
Schlagzeug – Tommy Clufetos

Tracklist
1. Love Grenade
2. Still Raising Hell
3. Funk U
4. Girl Scout Cookies
5. Journey To The Center Of The Mind
6. Geronimo & Me
7. EagleBrother
8. Spirit Of The Buffalo
9. Aborigine
10. Stand
11. Broadside
12. Bridge Over Troubled Daughters
13. Lay With Me

Datum: 02.10.2007 - Autor Psychobimbo
Teds Hardrockwahnsinn hat Methode. Anders kann ich mir nicht erklären wie es dem stocknüchternen und stockkonservativen Waffennarr und Jagdfetischisten möglich ist noch im Alter von 59 Jahren so ein explosives Geschoss einzutüten. Musikalisch so energiegeladen und fit waren selbst seine letzten eigenen Alben nicht mehr, von der Konkurrenz ganz zu schweigen. Auf „Love Grenade“ bekommt man neben der Neuaufnahme des Amboy Dukes Klassikers „Journey To The Center Of The Mind“ ein weiteres Dutzend zukünftige Nuge Granaten geboten, welche den Meisterjäger himself seit jeher zu einer der Ikonen des amerikanischen Rock ´n´ Roll Gefüges machen. Sein unmissverständlicher und unnachahmlicher Gitarrensound fetzt sich durch straighte Hymnen wie dem Titelsong über funky Groovemonster der Marke „Funk U“ bis hin zu relaxtem Blueszauberwerk wie „Lay With Me“. Und das beachtliche dabei ist das sich im Grunde kein einziger Ausfall eingeschlichen hat. Hier und da hat man wirklich das Gefühl das sich die komplete Chose vor lauter Vorwärtsdrängen zu überschlagen droht aber im letzten Moment wird der Stier dann doch wieder bei den Hörnern gepackt und zielgerichtet wie ein Pfeil ins Ziel geschickt. Die Lebensfreude ist zu jeder Sekunde dem greifen nah. Eine Scheibe voll mit Überschwänglichkeiten eben.

Klar kickt einen die eine oder andere Nummer mehr aber das dürfte von Hörer zu Hörer verschieden sein. Inhaltlich dürften die Texte wie auch das komplette Albumkonzept liberalen Freigeistern die Zornesröte ins Gesicht treiben und schlaflose Nächte bereiten, aber das ist im Sinne der „Practise what you preach“ Mentalität des wilden Mannes nur verständlich und nachvollziehbar.

So wie mancher sagen mag „Von diesem Deppen kauf ich mir keine Scheibe mehr“ so nicht-ignorierbar ist die Klasse dieser vertonten Schrotladung. An dem Menschen Ted Nugent mögen sich die Geister scheiden, an seiner Musik eher nicht denn die ist nach über 40 Jahren des Rumgeisterns noch immer durchschlagend wie ein Kinnhacken von Mike Tyson.

Wem fällt denn spontan ein Rockjüngling ein der sich länger als drei Runden im musikalischen Ring mit dem alten Mann halten kann? Mir nicht.

Würden mehr unserer Helden aus den 70ern und 80ern noch solche Qualität abliefern, wir bräuchten den Nachwuchs gar nicht.

Ich schäme mich nicht angesichts der Liebesgranate vor Ted Nugent zu salutieren. Ein Pflichtalbum des Jahres 2007.







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