Sulo - Just Another Guy Trying

9.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2000

Label
Smilodon

Besetzung
Sulo – Lead Vocals
Johan Johansson – Bass, Percussion, Backing Vocals
Bengt Kirschon – Acoustic and Electric Guitars, Backing Vocals
Henrik “Honk” Widén – Piano, Organ, Accordion, Percussion, Backing Vocals
Steffan Widén – Mandolin, Backing Vocals
Fredrik Fagerlund – Guitar, Backing Vocals
Magie Gunnarsson – Saxophone, Bass Clarinet
Sara Edin – Violin, Backing Vocals

Tracklist
1. Yours Sincerly
2. You´ve Got A Song To Sing
3. Could´ve Been Blessed
4. Think About Me
5. From Soul To Heart
6. Still Your Fool
7. Just Another Guy
8. If It Ain´t Love (It Ain´t Nothing)
9. Wishful Thinking
10. You Make Me A Rich Man
11. Harder Than It Looks
12. That´s Where It´s At

Datum: 31.01.2007 - Autor Psychobimbo
Das Soloalbum des Diamond Dogs Sängers ist ein Stück Erinnerung, bzw. seine Interpretation dessen, an die gute alte Zeit. An eine Zeit in der z.B. auch die Rolling Stones oder Rod Steward nach den Wurzeln ihrer Musik suchten und diese auf ihre eigene Art aufleben ließen.

Es ist quasi unmöglich zu datieren ob dieses Album in den 60ern oder heute entstanden ist, zeichnet sie sich abseits aller Trends durch freundliche Zeitlosigkeit aus. Beschauliche und gemütliche Schunkeleien bar jeglichen Zorns oder ungestümen Rock ´n´ Roll Ausbrüchen.

Auf altmodische Weise aufgenommen legen sich die Nummern wie eine warme Decke um die Ohren und lassen einen in totaler Entspannung zurück. Rockiger als Bob Dylan aber nicht weniger ehrlich und handgemacht.

Der Geruch von brennenden Holzscheiten, das knisternde Kaminfeuer und ein sanfter Wisky, das sind Assoziationen die einem auf der Woge von Pianoklängen dahingleiten und die einem hier und da nach einem feinen Akkordeoneinsatz greifen lässt.

Die geschmeidigen Chöre könnten so auch von den Black Crowes stammen und sorgen für einen souligen Unterton, der schon als spirituell zu bezeichnen ist.

Dass die Grenze zwischen Simplizität und gefühlter Genialität nicht schmal ist sondern per se nicht vorhanden ist, hat ja auch der Boss mit seinen „Seeger Sessions“ offenkundig gemacht.

Musik für Stunden in denen als gut und richtig ist. Sulo und seine Freunde sind Musiker mit Leib und Seele und keine angeberischen Proleten. Hier wird gemächlich aufgespielt und nicht losgepoltert als ging es ums Überleben. Jede Violine, jeder Gitarrenklang, wie auch jede mit Bedacht eingesetzte Vocal Line sitzt genau dort wo sie hingehört und das nicht weil sich ein hochtrabender Techniker ein Bein ausgerissen hat sondern weil hier Musik in seiner totalen Natürlichkeit geboten wird.

Ein Album wie dieses, das Gefühle jenseits des schwülen Bombasts transportiert, ist heute selten. Wer einfach ein wunderbares, old-fashoned Acoustic Album braucht, der sollte schleunigst in das herrlich nach Gestern (oder doch nicht?) müffelnde Album eines traurigerweise absolut unterschätzten Rockers investieren. Ein Schicksal das er sich mit Persönlichkeiten wie King Outlaw Tyla teilt.









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