Stryper - Reborn

6.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2005

Label
MTM

Besetzung
Vocals: Michael Sweet
Guitars: Oz Fox
Bass: Tracy Ferrie
Drums: Robert “The Visual Timekeeper” Sweet

Tracklist
1. Open your Eyes
2. Reborn
3. When Did I see you Cry
4. Make you Mine
5. Passion
6. Live Again
7. If I die
8. Wait for you
9. Rain
10. 10 000 Years
11. I.G.W.T.

Datum: 23.09.2005 - Autor Vince
Was haben wir den da, das Langerwartete Comeback Album, der erfolgreichsten White Metal Band der Welt. Ich habe mich von den grottenschlechten Kritiken nicht abschrecken lassen und habe mir „Stryper Fan“ wie ich halt so bin, die CD doch gekauft. Zwischen „Against the Law“ und „Reborn“ liegen nicht weniger als 15 Jahre und die Erwartungen sind dementsprechend hoch, was denkt ihr? Wundersänger „Michael Sweet“ war in diesen Jahren nicht untätig und beglückte uns mit rockigen und Melodie starken Solo Scheiben, die mir verdammt gut gefallen haben. Vor allem Songwriter technisch waren die Erwartungen an „Reborn“ nicht gerade klein, denn waren es nicht vor allem die grandiosen Chöre die „Stryper“ zu einer gigantischen Band gemacht haben? Die Schwarz Gelben Spandex Hosen nicht wieder ausgepackt, hat übrigens Original Basser "Tim Gaines" er wurde durch "Tracy Ferrie" ersetzt.

Gehen wir nun aber genauer auf „Reborn“ ein: Die CD umfasst 11 Songs, wobei der letzte eine Neuauflage des Klassikers „In God we Trust“ darstellt und dieser ist auch gleich der härteste auf dem Album. Mit der neuen Version kann ich an und für sich leben, was mir allerdings sehr fehlt, sind die hohen Schreibe von „Michael Sweet“, die übrigens bei keinem einzigen Song auf „Reborn“ zum Zug kommen. Das Songwriting ist wirklich nur mässig, knallharte Riffs und Mega Chöre bleiben völlig aus, kein Song geht nur annährend Richtung „Surrender“ oder „You won't be Lonely“. Das Soundgewand sifft im Hardrock ab und Metal gibt´s überhaupt keinen. Die Hookline vom Opener „Open your Eyes“ ist durchaus hörbar, der Refrain rettet den Song. Der Titelsong hört sich sehr modern an, recht passabel aber gerade aus den Socken haut mich das Teil nicht. Mit „When Did I See you Cry“ gibt es den ersten wirklich geilen Track, erst mal setzt es einen smarten Pre Refrain und nach dem Zwischenteil, dann der erlosend göttliche Refrain, yeeeees….genau so sollte es eigentlich sein. Danach tritt leider wieder die Ernüchterung ein, netter Rock aber halt einfach nicht mehr. Die Songs taugen so halbwegs für ein Solo Album von „Sweet“, der Härtegrad ist ähnlich, aber auf den Solo Scheiben sind die Melodien um einiges heroischer. Balladen gibt es natürlich auch, aber na ja auch diese überzeugen mich nicht wirklich. Es erwartet auch niemand dass man „Honestly“ neu schreibt, aber das sind einfach nicht die „Stryper“ die wir lieben. „Passion“ nennt sich die erste Ballade und die zweite ist „Wait for you“, das an sich ok ist, aber der nervige Hintergrund Gesang nervt und sülzt aufs übelste. Ich frage mich was die Bands sich teilweise überlegen….man rauft sich zusammen, redet und will angeblich den Fans das geben was sie wollen und zwar eine Reunion....dann kommen sie mit Songs bei dem sie doch eigentlich wissen sollten, das es nicht das ist was erwartet wird. Immerhin haben es Bands wie „Judas Priest“ kapiert, innert kürzester Zeit wurden ihnen Untaten verziehen und die Briten spielen wieder in der Oberliga und in den ganz grossen Hallen. Mit öden Rock Songs wie „Live Again“ macht man sich wirklich keine Freunde und wie vorher erwähnt, verzichtet „Michael“ völlig auf seine von allen Fans geliebten High Screams. Na ja, beim neusten „Europe“ Longplayer tat man sich zuerst ja auch recht schwer, bis man die Songs Live hörte und man realisierte das die Mucke gar nicht mal schlecht ist. Ich kann mir bei „Reborn“ nur schwer vorstellen, das eine handvoll zweitklassiger Rock Songs Live mehr begeistert. „Rain“ wäre an sich ein guter Song, es gab ja auf jedem „Styper“ Album eher Rock orientierte Songs, aber die Mischung machte es halt aus und das fehlt auf „Reborn“ völlig. Für eine Newcomer Band wäre die Platte noch ok, aber für eine Legende ist das einfach viel zu wenig. Ich bin nicht ganz so entsetzt wie andere Kritiker aber ich habe doch schon besseres gehört als diese Platte. Wenn so eine Wiedergeburt aussieht, sollte man sich vielleicht überlegen, besser in frieden zu ruhen. Ist das nun das Ende der White Metal Legende? Ein sanftes Lüftchen? White Rock? Vielleicht kann man bei Gott um die heroischen Riffs bitten, denn was wir wollen ist: The Rock that makes us Roll.



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