Stormrider - Fate Of The Hunter

8.5 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2008

Label
Pure Steel Records

Besetzung
Gesang: Stefan Hebes
Gitarre: Ingo Rieger
Gitarre: Jan Gerbracht
Bass: Daniel Woyke
Schlagzeug: Stefan Lange

Tracklist
1. Warpath
2, Fate Of The Hunter
3. Flames Of Passion
4. Under The Veil
5. Impure
6. Crossroads
7. Fugitives
8. We Are One
9. Taste My Steel
10. The Slaughter's On

Datum: 25.10.2008 - Autor Claudio
Kennt ihr auch diesen dämlichen Ausspruch “Support Your Local Underground” ? Bestimmt,, oder? Ich halte von diesem Spruch eigentlich mal überhaupt nichts, denn warum sollte ich meinen lokalen Underground unterstützen, wenn größtenteils eh nur fieser Mumpitz verzapft wird?

Trotzdem bin ich immer an neuen Bands interessiert, auch wenn ich ziemlich oft geschockt oder gelangweilt bin, so findet man ab und an auch mal eine Perle im Misthaufen. SO ist es mit den Ruhrpottbarden von Stormrider ergangen. Vor ein paar Jahren hab ich mir ein Konzert der Schweden Ram in Dattel angeschaut, als Vorband waren Crystallion, welche ich mal geflissentlich unter den Tisch kehre, und eben jene Stormrider zu bewundern. Nach dem Konzert war ich dermaßen geplättet, dass ich mir ihr erstes Demo und ihr Debüt zugelegt habe und meine Begeisterung legte sich auch nach mehrmaligem Hören nicht. Nun habe ich ihr zweites Album “The Fate Of The Hunter” in den Händen und um ehrlich zu sein, habe ich mich in den letzten Monaten über keine Platte mehr gefreut, als über ein Lebenszeichen der Herner Stormrider.

Nun aber zur Musik, Stormrider sind true, absolut true, aber trotzdem nicht in die käsige True Metal Ecke zu stecken und wenn, dann nur textlich. Musikalisch bewegen sie sich geschickt auf dem Grad zwischen deutschem Metal der glorreichen Achtziger und dem ewig jungen, amerikanischen Power Metal. Leichte anleihen bei Bands wie Running Wild oder Grave Digger sind nicht zu leugnen, aber steht der Hang zu Bands wie Jag Panzer, Powermad oder Iced Earth, welche bei der Namensfindung bestimmt Pate gestanden haben, definitiv mehr im Vordergrund. Herauszuheben ist auf alle Fälle die Gitarrenarbeit von Ingo Rieger und Jan Gerbracht. Beide haben definitiv gehobene, internationale Klasse, was sich immer wieder in komplexen, vielleicht manchmal ein wenig übermotivierten, Gitarrenduellen, guten Soli und wunderschönen, gedoppelten Gitarrenläufen widerspiegelt. Der Opener “Warpath” ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Manchmal stehen die Gitarrenduelle aber auch zu sehr im Vordergrund und die Songs wirken ein wenig fahrig, einen Tick zu nervös, aber immer noch Meilen von hektischem Atari Metal a lá Dragonforce entfernt. Um es mit einer solchen musikalischen Übermacht als Sänger aufnehmen zu wollen, muss man entweder ziemlich gut oder unglaublich schlecht sein. Glücklicherweise ist bei Sänger Stefan Hebes ersteres der Fall, sein Organ, welches von der Stimmlage an Matt Barlow (Iced Earth) und von der Intonierung her an Harry “The Tyrant” Conklin (Jag Panzer, Titan Force) erinnert, ist für diese Art von Musik geschaffen, denn er ist kein Kreischer oder Quieker (ich erinnere mich immer noch mit Schauern an die musikalisch einwandfreien Deadly Blessing), sondern einfach nur ein Sänger, nicht mehr und auch keinen Deut weniger. Wer verstehen will, was ich meine sollte sich einfach mal “Flames Of Passion” oder “Crossroads” anhören.

Auf “Fate Of The Hunter” bieten Stormrider zeitlosen Power Metal, der sich niemals in der Belanglosigkeit verfängt, aber gerade für True Metal Fans und die Menschen gedacht ist, die noch wissen wie Power Metal zu klingen hat und noch nicht von den Hammerfall oder Labyrinth Klonen übermannt sind. Über leichte Schwächen in der Produktion, die Rhythmusabteilung wirkt des öfteren drucklos und ein wenig unterrepräsentiert oder dem Songwriting, die Gitarren sind zwar gewollt weit im Vordergrund, aber zerreißen manchmal die Songs, kann man ruhigen Gewissens hinwegsehen. “Fate Of The Hunter” besitzt einige Attribute, die den arrivierten Bands zur Zeit zu oft abhanden kommen : Hingabe, Willen und viel, viel Herzblut. Wenn die Musik dabei auch noch gut ist, dann ist doch eine hohe Note vorprogrammiert.







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