Spread Eagle - Same

9.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
1990

Label
MCA Records

Besetzung
Gesang: Ray West
Bass:Rob Deluca
Gitarre: Paul Dibartolo
Schlagzeug: Tommi Gallo

Tracklist
1.Broken City
2.Back on the Bitch
3.Switchblade Serenade
4. Hot SEX
5. Suzy Suicide
6.Dead of Winter
7.Scratch like a Cat
8.Thru these eyes
9. 42nd street
10. Shotgun Kiss


Datum: 24.05.2004 - Autor Jörg
Ich kann mich noch ganz genau erinnern, 1990 befand ich mich komplett im Sleaze-/GlamRausch. Es gab seit 2 Jahren kaum noch andere Musik für mich, und jede neue Band wurde freudig und überschwänglich begrüßt. Da sich mein Bekanntenkreis meist aus 3 bis 5 Jahren älteren Leuten zusammen setzte kam ich so oft in den Genuss beim Bekannten zu Übernachten und dort auf MTV Nachts Headbangers Ball zu schauen. Zu dieser Zeit war die Sendung noch „fest in unserer Hand“. Irgendwann so kurz vorn Wegdusseln, drehte der Kumpel den Fernseher auf Volle Pulle und machte mich wieder wach. Was war passiert? Spread Eagle!!! War passiert. Der Clip zu „Scratch like a Cat“ donnerte über den Sender. Welch Power, Welche Rotzigkeit. So ungezügelte Musik habe ich selten gehört. Leider war der Clip viel zu schnell vorbei, zum Glück haben wir immer eine Videokassette mitlaufen lassen. Die ganze folgende Woche waren wir im Ruhrpott in jedem Plattenladen gefahren, aber kein Mensch kannte die Band. Spread Eagle hatte uns, aber wir hatten sie nicht. Eine Woche Später lief dann noch bei MTV „Switchblade Serenade“ ein weiterer Clip (ein Megasong, mit bedächtigem Anfang nur um dann zu explodieren). Der Vergleich mit SKid Rows „Slave to the Grind“ ist sicher nicht von zu weit her geholt. Leider hat die Scheibe eine etwas verwaschene Produktion abbekommen, welches sich besonders beim Double-Bass-Knaller „Suzy Suicide“ bemerkbar macht. Aber zurück zur Geschichte, mehr als enttäuscht wollten wir schon aufgeben und waren in Gedanken dabei die beiden Songs vom Video auf ein Tape zu kopieren. Aber die Lösung brachte ein winziger Import-Laden in Essen. Dort fand mein Kumpel die CD dann schließlich doch noch, für sage und schreibe 37 DM hat er sich das Teil als US-Import gekauft. Und soweit ich weis ist diese Sahne-Scheibe bis zum heutigen Tage nur als US-Import auf CD zu bekommen. Noch nicht mal in Japan offiziell veröffentlicht worden, mein Brieffreund konnte mir auch „nur“ die US-CD besorgen.

Aber wen stört es die Scheibe enthält keine einzige schwache Sekunde. Ob sie nun fast schon epische bzw. theatralische Stücke wie „Broken City“ oder „Dead of Winter“ , Gefühlsbetont bei „Thru these Eyes“ und „42nd Street“ oder einfach nur dreckigen, sleazigen Metal (für Hardrock oder Rock ist das Teil einfach zu hart) abfeuern -der ganze Geile Rest. Hier bekommt der Fan die dreckigste Packung Straßenrock um die Ohren gehauen, das man nicht mehr weis wo oben oder unten ist Diese Scheibe ist so was von brillant, das ich mich auch 14 Jahre nach dem ersten Hören nicht dran satt hören kann. Wenn es Meilensteine im Sleazerock gibt dann ist Spread Eagles 1ste einer davon. Sicher kann man sich daran hochziehen das viele Texte einfach nur vom Sex und Schweinereien handeln, aber bei welcher Sleazeband gibt es das nicht? Hier wird halt kein Blatt vor dem Mund genommen, und das Kind beim Namen genannt (Hot Sex). Was bleibt noch zu erwähnen? Sänger Ray West ist cool as shit, wenn wer mal gefühlvoll singt, dann aber seine Stimme kurze Zeit später wie eine rostige Kreissäge aufheulen lässt. Eine der besten und härtesten Scheiben im Genre. Viel Spaß bei suchen, das Vinyl ist in Europa wohl erschienen, das sieht man öfter. Ach ja, die Band stammte ausnahmsweise mal nicht aus Los Angeles, sondern kommt aus New York.





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