Sodom 2 - Persecution Mania

8.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
1987

Label
Steamhammer/Spv

Besetzung
Gesang/Bass: Tom Angelripper
Gitarre: Frank Blackfire
Schlagzeug: Chris Witchhunter

Tracklist
1.Nuclear Winter
2.Electrocution
3.Iron Fist
4.Persecution Mania
5.Enchanted Land
6.Procession to Golgatha
7.Christ Passion
8.Conjuration
9.Bombenhagel
10.Outbreak of Evil
11.Sodomy&Lust
12.The Conquerror
13.My Atonement

Datum: 12.03.2006 - Autor Jörg
Wenn man im Ruhrpott aufwächst und Mitte der 80ger zum Metal kommt, dann stößt man unweigerlich auf die dort ansässigen Thrash-Metal-Bands und hört sich diese Bands an.

Sodom wurden in ihrer Anfangszeit als Krach und Dilettanten abgetan und Kult-Faktor hin oder her, ich finde die ersten beiden Sodom-Scheiben einfach nur Kacke.

So richtig aufmerksam wurden eben die meisten Leute auf die Band, als Tom Angelripper 1987 das Album „Persecution Mania“ aufnahmen und endlich so was wie eine Ordnung in ihren schwarzen Thashmetal brachten. Man muss allerdings auch sehen, was für eine Zeit das damals war. Heute wirken Sodom nicht mehr so brutal wie seinerzeit, doch gerade das „Persecution Mania“ –Album hat für mich einen besonderen Charme und es ist eines meiner liebsten Scheiben von Sodom. Schon der Opener „Nuclear Winter“ geht voll los und Angelripper röchelt seine Texte im kultigsten Schulenglisch heraus. Auch von der technischen Seite her haben Sodom mit ihren damaligen neuen Gitarristen Frank Blackfire einen gehörigen Sprung nach vorne gemacht. Ein echter Könner, dieser Mann, das haben ja auch Kreator ein paar Jahre später erkannt. Von den 9 Tracks ist jeder ein echter Sodom-Klassiker, wo bei mir der Titeltrack mit am besten gefällt, das Lied hat eine starke Hookline im Refrain und ist so was wie der Ohrwurm des Albums. Die Motörhead-Coverversion von „Iron Fist“ ist hier auch vertreten und geht mächtig los, da hat Angelripper seinem Idol mal wirklich gut gehuldigt.

Weitere Nackenbrecher findet der geneigte Fan in Liedern wie „Christ Passion“ oder „Enchanted Land“. Natürlich sind Sodom auch hier nichts für Leute mit zarten Ohren und wer es lieber melodisch mag, der ist hier völlig falsch. Sodom haben auf „Persecution Mania“ auch das Kult-Lied veröffentlicht, der Song „Bombenhagel“ wird Tom Angelripper bis ans Ende seiner Tage verfolgen und ist History. Leider brachte der Song auch eine Kontroverse mit sich. Die Band flocht am Ende des Liedes die Melodie der Deutschland-Hymen mit ein, einfach nur um ein wenig zu zeigen wir kommen aus Deutschland. Aber in Zusammenhang mit dem deutschen Titel des Songs „Bombenhagel“ schrieen schon bald die ersten Freizeitautonome, das Sodom Nazis wären und sich zum Nationalsozialismus bekennen. Ein absoluter Dünnpfiff ist so was. Hat man seinerzeit Jimi Hendrix als Redneck beschimpft nur weil er „Star Spangeld Banner“ gespielt hat? Okay ist weit hergeholt, aber ebenso hirnrissig. Jedenfalls haben Sodom eine Bandhymne erschaffen die noch heute Bestand hat. Wer schon mal auf einem Konzert von Sodom war, der kennt sie die „Bombenhagel,Bombenhagel“-Schlachtrufe. Auf so vielen Partys in Jugendheimen wurde dieser Song gespielt und die Ruhrpott-Metaler feierten diese Hymne.

Auf der CD-Version von „Mania“ befindet sich noch die „Expurse of Sodomy“-Maxi-Single als Bonus. Diese Scheibe wurde ja einige Zeit vor der Veröffentlichung von „Persecution Mania“ ins Rennen geschickt und die Band zeigte schon da ihrer Entwicklung. Hier findet man eine weitere, mit den Jahren zum Kult gewordene Hymen…., nämlich „Sodomy &Lust“. Der Rest ist okay, aber nicht wirklich weiter aufregend. Zudem gibt es hier noch eine Neuaufnahme des Kult-Lieds „Outbreak of Evil“ von der gleichnamigen ersten EP, in einer vernünftigen Version.

Der Erfolg von „Persecution Mania“ gab Sodom Recht, und die Nachfolger-Scheibe erreichte sogar die damaligen deutschen Charts bis in höhere Plätze, aber das ist eine andere Geschichte. Das Cover tat auch sicher seinen Teil mit am Erfolg bei, hier tauchte zum ersten Mal das Gasmasken-Männchen auf, welches schon bald das Markenzeichen der Band werden sollte.







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