Sigh - Scenes From Hell
3.0 von 10 Punken
Erscheinungsjahr
2010
Label
The End Records
Besetzung
Gesang/Keyboards: Mirai Kawashima
Gesang/Saxofon: Dr. Mikannibal
Gitarre: Shinichi Ishikawa
Bass: Satoshi Fujinami
Schlagzeug: Junichi Harashima
Gesang/Saxofon: Dr. Mikannibal
Gitarre: Shinichi Ishikawa
Bass: Satoshi Fujinami
Schlagzeug: Junichi Harashima
Tracklist
1. Prelude To The Oracle
2. L'Art De Mourir
3. The Soul Grave
4. The Red Funeral
5. The Summer Funeral
6. Musica In Tempora Belli
7. Vanitas
8. Scenes From Hell
2. L'Art De Mourir
3. The Soul Grave
4. The Red Funeral
5. The Summer Funeral
6. Musica In Tempora Belli
7. Vanitas
8. Scenes From Hell
Datum: 27.01.2010 - Autor Claudio
Ich mag verrückte Bands, Musiker die sich einen feuchten Kehricht darum scheren, was gerade angesagt ist oder was andere Leute von ihnen erwarten. Sigh gehören zu diesen Bands und sie haben mich eigentlich mit ihren letzten Alben, “Hangman´s Hymn” und “Gallows Gallery”, nicht nur überrascht, sondern stellenweise auch wirklich begeistert. Ihre Mischung aus Klassik, Black/Death Metal und Jazz war einfallsreich und auch wirklich innovativ. So war es auch klar, dass ich mich an das neue Werk der Japaner/innen heran gewagt habe und es hat nicht wirklich lange gedauert bis ich diese Idee meinerseits bereut habe.
Sigh stehen für unangepasste Musik, die niemals gängigen Konventionen folgt und vielleicht auch manchmal eine Nuance neben der Spur oder dem Geschmack läuft. Wie bereits gesagt, haben die Japaner, mit der wunderhübschen Sängerin/Saxophonistin Dr. Mikannibal, mit zwei Alben absolut meinen Geschmack getroffen und ich hab mich immer gefragt, warum Sigh zumeist dem Black Metal zugerechnet werden. Jetzt weiß ich es, denn “Scenes From Hell” hat eine starke Symphonic Death Metal Schlagseite, bei der ich mir nicht sicher bin, ob die symphonischen Elemente wirklich ernst gemeint sind. Denn die, zumeist aus Bläsern bestehenden und an Dimmu Borgward erinnernden, Symphonic Parts wirken unglaublich synthetisch und absichtlich weit im Vordergrund platziert. Dermaßen im Vordergrund, dass man sie für eine absichtliche Provokation halten kann, da sie die Songs nicht bereichern, sondern in atmosphärische Totgeburten verwandeln. Die von mir so lieb gewonnene Jazz Schlagseite mit den kleinen, aber feinen Melodien ist hier plumpen Getröte und wüstem Geschrote gewichen. Die Songs wirken so zerfahren, dass es mich sehr anstrengt wirklich die Konzentration aufrecht zu erhalten. So kann ich mich eigentlich nur an der bisweilen guten Gitarrenarbeit und dem infernalischen Organ von Dr. Mikannibal ergötzen.
Bei Sigh handelt es sich um Musiker die zu absoluten Großtaten fähig sind und die man noch als wirkliche Künstler ansehen muss. Wirkliche Künstler sind aber auch bisweilen bockig und scheren sich einen Dreck um die Kundschaft, in diesem Falle um mein Gehör. Ich bin mir fast sicher, dass Fans, welche die Black Metal Schlagseite vermisst haben, absolut angetan sind. Fans von “Hangman´s Hymn” oder “Gallows Gallery” werden mit schmerzverzerrtem Gesicht vor der heimischen Anlage sitzen und vielleicht nur bei “The Red Funeral”, trotz tumber Tröterei, ein wenig Genuss verspüren. Mir fällt es schwer den musikalischen Großmeistern aus Japan so vor den Karren zu pissen, aber ich kann mich von meiner Sympathie für die Herren und Damen nicht leiten lassen. Kurz und knapp, “Scenes From Hell” ist ein richtiger Stinker. Wenige Lichtblicke und unglaublich dunkle Schatten. Uninspirierte Tröten und eine blecherne Produktion. Fans von Dimmu Borgir sollte vielleicht einmal ein Ohr riskieren, ich schneid mir meine Ohren lieber ab und warte, welche Überraschung mit dem nächsten Album aus Japan anrollt.
Gallery (2 Bilder)
![]() |






