Sieges Even - Playgrounds

9.5 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2008

Label
Inside Out

Besetzung
Gesang: Arno Menses
Gitarre: Markus Steffen
Bass: Oliver Holzwarth
Schlagzeug: Alex Holzwarth

Tracklist
01 When Alpha And Omega Collide (live)
02 Tidal (live)
03 Unbreakable (live)
04 The Waking Hours (live)
05 Iconic (live)
06 These Empty Places (live)
07 Duende (live)
08 Paramount (live)
09 The Lonely Views Of Condors (live)
10 The Weight (live)

Datum: 24.07.2008 - Autor Claudio
Gibt es die perfekte Band? Gibt es perfekte Musiker? Gibt es das perfekte Zusammenspiel unter Musikern? Nein, dass wird es nie geben, aber es gibt eine Band, die kommt diesen Idealen sehr nahe und diese Band nennt sich Sieges Even.

Mich begleiten die Ausnahmemusiker seit langer Zeit, eigentlich seit dem Debut “Life Cycles”, und sie haben sich immer, naja mit der ersten Platte eigentlich noch nicht, in der Spitzengruppe meiner favorisierten Gruppen befunden. Natürlich gab es neben unglaublich komplexen, aber immer nachvollziehbaren Veröffentlichungen auch genug Theater innerhalb der Band, so dass ich mir zwar weiterhin die Musik anhörte, mein Interesse an der Band an sich aber schwand.

Gerade der Posten des Sängers, was bei Musikern dieser Klasse immer der undankbarste Job ist, wurde fröhlich umbesetzt und es waren zwar alles gute Leute, aber meinetwegen hätte auch ein Hahn krähen können, der musikalischen Faszination der Band hätte es nichts, aber auch gar nichts ausgemacht.

Dann hielt ich plötzlich “The Art Of Navigating By The Stars” in den Händen und ein neuer Sänger tauchte auf. Sein Name: Arno Menses und ein für mich bis dato unbeschriebenes Blatt. Auch Originalgitarrist Markus Steffen war wieder dabei und so legte ich gespannt die Platte ein und traute meinen Ohren nicht.....das perfekte Line Up war geboren, im Sinne von Sieges Even jedenfalls. Auch das folgende Album “Paramount” verschlug mir die Sprache. Tja, im Studio klappt es ja, da muss jetzt auch mal Live was folgen und es folgte. Ich hab die Band in den letzten Jahren des öfteren Live erleben können und auch wenn Sieges Even musikalisch in der schmalen Rinne zwischen Prog Rock und Prog Metal schippern, schaffen sie es jedes Publikum auf ihre Seite zu ziehen und immer zu überzeugen. Besonders Sänger Arno Menses, ein Sympath vom allererster Güte und auch ein fantastischer Sänger, schafft es durch seine witzigen Ansagen und seiner Ausstrahlung niemals Langeweile aufkommen.

Das war eine Lobeshymne auf die vielleicht beste deutsche Band aller Zeiten und was ist nun? Ich halte ein Livealbum eben dieser Band in den Händen und wusste zuerst nicht, ob ich mich freuen soll oder eher skeptisch sein sollte. Ich gebe zu, die Skepsis überwog, den ich konnte es mir nicht vorstellen, dass die Bande es schafft, ihre Atmosphäre auf Platte zu pressen. Doch schon beim ersten Durchlauf war klar, dass es den Jungs gelungen ist. Sie schaffen es beim geneigten Fan mit “Playgrounds” dieselben Gefühle zu erwecken, wie es ihnen Live gelingt. Es ist einfach faszinierend, wie Bass Genie Oliver Holzwarth sein Instrument nicht nur als Rhythmusgrundlage, sondern als Leadinstrument einsetzt. Wie er und sein Bruder Alex die vertracktesten Rhythmen aus dem Ärmel schütteln, während Gitarrist Markus Steffen gemeinsam mit Sänger Arno Menses die schönsten Melodien mit traumwandlerischer Sicherheit aus seinem Instrument sprudeln lässt. Dabei handelt es sich nicht um sanfte Musik, sondern um wirklich harte Klänge, wobei man hart nicht immer mit Gebrüll, Radau und wilden Gedonner gleichsetzen sollte. Sieges Even sind das was Musik an sich ist: Kunst und doch sehr gut zu verdauen und auch wenn die gesamte Band über unglaubliche musikalische Fähigkeiten verfügt, lassen sie nie den großkotzigen Elitemusiker heraushängen, sondern sind einfach nur die Jungs, die aufspielen um ihren Fans eine Freude zu machen.

Außerdem haben es Sieges Even, mit der Hilfe von Uwe Lulis, geschafft, dass “Playground” wirklich klingt wie Sieges Even Live. Härter als auf Platte, perfekt, aber doch ehrlich. Nur absolute Verweigerer können sich wunderschönen Songs wie “Unbreakable” oder “The Lonely Views Of Condors” entziehen. Diese Platte hat alles was ein Live Album bracuht, wobei ich bisher nicht wusste, was das ist. Einziger Kritikpunkt ist die Tatsache, dass leider Songs vom Debüt fehlen udn dabei gehört “Life Cycles” eigentlich als fester Bestandteil zu jedem Konzert der Herren. Stört mich das? Eigentlich nicht, denn wenn ich Songs wie “The Waking Hours” höre, dann frage ich mich erst, wie kann man sowas spielen und dann, warum sehe ich sie mir nicht noch öfter Live an.

Wer noch nie die Chance hatte Sieges Even Live zu erleben und sie sind ein Live Erlebnis, der muss sich “Playgrounds” kaufen. SE Jünger werden es eh tun und ich muss sagen, gut dass ich über meinen Schatten gesprungen bin und dieses Live Album angetestet habe, denn eigentlich hasse ich Live Alben, aber ich liebe “Playgrounds”







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