Scale The Summit - Carving Desert Canyons

5.5 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2009

Label
Prosthetic Records

Besetzung
Gitarre: Chris Letchford
Gitarre: Travis LeVrier
Bass: Joe Eberhardt
Schlagzeug: Pat Skeffington

Tracklist
1.Bloom
2.Sargasso Sea
3.The Great Plains
4.Dunes
5.Age Of The Tide
6.Glacial Planet
7.City In The Sky
8.Giants

Datum: 19.03.2009 - Autor Claudio
Fakten, Fakten. Scale The Summit gehören zu den vielleicht talentiertesten Musikern, die ich in den letzten Jahren gehört habe. Ihre Fähigkeiten an den Instrumenten sind unglaublich, die Finger flitzen über Griffbretter, Skalen hoch und Skalen runter. Breaks soweit das Auge reicht und musikalische Spannungsbögen, die man eigentlich kaum in Worte fassen kann. Mit ihrem ersten, richtigen Album, das erste war eine Eigenproduktion, zeigen die Flitzefinger und Teufelstrommler, wo musikalisch der Hammer hängt.

Giganten an den Instrumenten, die es sogar schaffen Songs zu schreiben und diese auch vortragen kann ohne dass man direkt das Gefühl hat Griffbrettwichsern bei der täglichen Erniedrigung von Maden alias Nichtmusikern zu beobachten. Trotzdem fehlt doch was, oder?

In meinen Ohren gehört zu einer richtigen Band, zu einer gelungenen Platte Gesang. Moderne Musik ist ein Gesamtkunstwerk, das aus Musik und Gesang, Texten besteht. Ich mag kein A Capella und instrumentale Musik ödet mich an. Doch scheinbar gehen die jungen Amis, ihr Durschnittsalter liegt bei ca.22 Jahren, davon aus, dass zu ihrer Musik passt, denn laut eigenen Aussagen haben sie es mal versucht und sie klangen wie eine Screamo Band.

HALLO, ihr spielt Musik in der Schnittmenge Dream Theater, Watchtower und Cynic verdammt nochmal. Es ist klar das da kein Krähkopp zu passt, sucht euch zum Teufel nochmal einen Sänger, der singen kann, der eure musikalischen Ideen in Worte fassen kann, der den letzten Pinselstrich zu dem perfekten Bild abliefern kann, dass ihr versucht mit euren Instrumenten zu erschaffen. Aber nein, man gniedelt sich lieber durch die Weltgeschichte und verblüfft mit unglaublichem Können.

Ich finde es schade, denn die Band beweist durch ihre Gitarrenmelodien, welche ja im Endeffekt hier die Gesangslinien ersetzen, dass sie durchaus imstande sind auch für Gesang Melodien zu schreiben, aber was Jammer ich rum. Die Band ist so verdammt gut und doch fällt es mir so schwer “Carving Desert Canyons” noch oft zu hören, denn am Ende bleibt immer das Gefühl, das etwas fehlte. Mir gefällt die Musik sehr gut und auch die Tatsache, dass sie nicht auf musikalische Selbstdarstellung setzen, sondern ihre musikalischen Fähigkeiten, die natürlich immer allgegenwärtig sind, dem Song unterordnen.

Instrumentaler Progressive Metal, es ist wirklich Metal, ist eine Nischenmusik innerhalb einer musikalischen Nische und wird nur wenige, aber fanatische Hörer ansprechen. Wie schon gesagt, stimmt mich dieser Umstand eigentlich ziemlich traurig, aber es ist der Weg den eine Band wie Scale The Summit eigens gewählt hat. Sie bleiben sich selbst treu und mir bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass sie irgendwann den Dreh finden und einen Sänger engagieren. Denn sie sind die einzige Band, der ich es zutraue, dass Loch, das die verblichenen Sieges Even gerissen haben, zu füllen. Macht mich glücklich und findet einen Sänger, der zu euch passt und euch ist eine extrem hohe Bewertung sicher.

Wer instrumentale Musik bevorzugt und mal sehen will, wie wirkliche Songs ohne Gesang klingen, der sollte sich “Carving Desert Canyons” zulegen. Ich suche weiterhin nach dem fehlenden Puzzlestück und denke mir halt, dass “Carving Desert Canyons” einfach nur ein laaaanges Intro ist und ich bald, irgendwann mit dem Rest überrascht werde.





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