Sacred Reich - Heal

7.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
1996

Label
Metal Blade

Besetzung
Gesang, Bass: Phil Rind
Gitarre: Wiley Arnett
Gitarre: Jason Rainey
Schlagzeug: Dave McClain

Tracklist
1. Blue Suit, Brown Shirt
2. Heal
3. Break Through
4. Low
5. Don’t
6. Jason’s Idea
7. Ask Ed
8. Who do you want to be?
9. Seen through my Eyes
10. I don’t care
11. The Power of the written word

Datum: 30.12.2007 - Autor Jörg
Als sich `96 die Arizona Thrasher nach einer längeren Pause wieder meldeten, konnte ich es kaum erwarten das die neue Scheibe in den Regalen stand. Ich fand zwar „Independent“ –das letzte Studio-Album vor der Pause nicht mehr sooooo toll wie die Vorgänger, doch die Band hatte sich in mein Herz gespielt.

Ich entdeckte bald Werbeanzeigen in den Magazinen und war wegen des Covers sehr verwirrt. Was kommt da? Modernes Gehüpfe? Mann wusste es bis dahin noch nicht. Das Coverartwork zeigt übrigens eine Knie-Operation, nicht eine OP am Kopf wie einige Leute damals fälschlich meinten. Na ja, das Bild verfolgte mich einige Jahre später noch als ich selber eine aufwendige OP am Knie hatte. Zum Glück gibt es ja Betäubung hehe.

Kommen wir nun zur Musik auf „Heal“, die man schon getrost als Old-School-Sacred Reich bezeichnen kann, denn die Trends und Strömungen sind fast gänzlich an der Band vorbei gegangen. Ich finde das „Heal“ wie eine ausgewogene Mischung aus „The American Way“ und „Independent“ klingt. Schwere groovende Stücke wie das geile „Heal“ oder das Ohrwurmstichige „Seen through my eyes“ und flotte Banger vom Schlage „Don´t“ und „Who do you want to be?“ bringen eine Menge Abwechslung ins Album und lässt keine Langeweile aufkommen. Obwohl bei einer Spielzeit von gut 30 Minuten eh keine Langeweile aufkommt, war damals wie heute einziger Kritikpunkt an „Heal“.

Im Opener „Blue Suit, Brown Shirt“ geben Sacred Reich eine Breitseite gegen braunes Nazigeschmeiß ab und beziehen Stellung. In den USA hatte die Band immer wieder mal mit dem dummen Vorurteil zu kämpfen das sie in die rechte Ecke tendieren und auf deren Konzerten tauchten immer wieder verwirrte Gestalten auf, welche wegen des Bandnamens auf eine Fascho-Band tippten. Sehr weit hergeholt, aber die Dummen halt, die Band reagierte immer prompt und lies diese Leute entfernen, wenn die nicht schon von den richtigen Musikfans hochkant aus der Halle gepfeffert wurden.

Bei „Ask Ed“ bringen Sacred Reich sogar eine Slidegitarre zum Einsatz was bei Thrash-Bands so nicht wirklich an der Tagesordnung ist, aber das Lied hat dadurch einen coolen Drive. Mit „I don’t Care“ steht fast am Ende noch ein Song der eigentlich auf jedem Sacred Reich-Album hätte vertreten sein können.

Die typischen und unverwechselbaren Vocals von Phil Rind machten Sacred Reich schon immer für mich etwas Besonderes. Viele Kritiker bezeichneten die Band zu Debützeiten einfach nur als eine weitere, stark von Slayer beeinflusste Thrash-Metal-Band aus den USA. War sicher ein Fünkchen Wahrheit dran, doch in Europa waren und sind sie auch heute noch populär.

Hätten Metal Blade damals zu dem Midtempo-Groover „Low“ einen Videoclip drehen lassen und ein wenig Sendezeit gekauft hätten Sacred Reich mehr Chancen gehabt wieder Anschluss an die Szene zu finden. Der Song ist so ziemlich der einzige welcher gut in die damalige Zeit passte. Der Rest ist wie gehabt Thrash-Metal vom feinsten, wenn auch ein wenig dreckiger gespielt und dahin gerotzter als früher. Produziert haben die Scheibe wieder einmal Sacred Reich und US-Produzenten-Guru Bill Metoyer, welcher ja schon so manche Metal/Thrash-Scheibe zu glänzenden Sound verholfen hatte.

Eine wenig besuchte Tour folgte, plus ein nicht ganz so pralles Live-Album, wurde 1 oder 2 Jahre später herausgehauen und dann war leider wieder Schicht im Schacht für Sacred Reich. Mal sehen ob die Reunion von 2007 mehr Früchte tragen wird.







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