Quireboys - Homewreckers & Heartbreakers

9.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2008

Label
Hecktick Records

Besetzung
Gesang – Spike
Gitarren – Guy Griffin
Slide Gitarre – Paul Guerin
Keyboards – Keith Weir
Bass – Jimi Crutchley
Schlagzeug – Pip Mailing

Tracklist
1. I Love This Dirty Town
2. Mona Lisa Smiled
3. Louder
4. Fear Within The Lie
5. Blackwater
6. One For The Road
7. Late Nite Saturday Call
8. Hall Of Shame
9. Take A Look At Yourself
10. Hello
11. Josephine
12. Louder Reprise

Datum: 28.09.2008 - Autor Psychobimbo
„H & H“ ist das Album welches damals hätte nach dem legendären Debüt „A Bit Of What You Fancy“ hätte kommen müssen. So toll der damalige Nachfolger „Bitter Sweet & Twisted“ auch war, die überladene Bob Rock Produktion hat das englische Kneipenfeeling nahezu gekillt und auch wenn das Album ein relativer kommerzieller Erfolg war, der Guns ´n´ Roses Sound passte halt einfach so gar nicht. Beim aktuellen Album jedoch wurde wieder wie wild in den tiefen Gründen der Rolling Stones, der The Faces und ähnlicher Acts geplündert und auch der Sound passt diesmal wieder wie die Faust aufs Auge.

Waren schon die Alben seit der Reunion schon wieder richtig satte Rock and Roll Ware, so sind sie mit „Homewreckers & Heartbreakers“ wieder zu endgültiger Stärke aufgelaufen, was mit dampfenden Rockern wie „I Love This Dirty Town“ oder „Josephine“ bewiesen wäre. Aber auch gediegene und vor leckeren Details nur so strotzende Balladen wie „Mona Lisa Smiled“ oder das meisterliche „Hello“, saugen sich wie im Gehörgang ähnlich fest wie Chelsea Fans nach dem Sieg ihrer Mannschaft am örtlichen Kneipentresen.

Das „Blackwater“ textlich wie musikalisch ein Tip-At-The-Hat in Richtung Jack Daniels ist, das versteht sich ja von selbst.

Noch erstaunlicher als den überaus erdigen Gesamtklang empfindet man das scheinbar spurlose Altern von Leadsinger Spike, welcher stimmlich eher noch auf- als abgebaut hat. Ein Rod Steward würde töten für so eine Stimme und eine so bärenstarke Begleitband.

Was den Quireboys, außer ihrer sagenhaften Liveperformance, die Daseinsberechtigung in der heutigen Musiklandschaft gibt?

Da wäre zum einen ihre Individualität und Unangepasstheit an den Zeitgeist. Zum weiteren die Kombination aus Gefühl, handwerklichem Können und authentischer Ausstrahlung.

Und dann natürlich das einhergehende Lebensgefühl und die Unbeschwertheit die sie von den angesagten Rockerkollegen unterscheidet. Von dem Wulst an Heavy Metal Bands sowieso, mit denen hatten die Quireboys ja eh nie viel am Hut.

Fairerweise sollte man in diesem Atemzug auch noch erwähnen dass die Bandmitglieder auch nicht mehr die Jungspunde von einst sind und das Songmaterial schon etwas erwachsener geworden ist. Die ungestüme Aufsässigkeit ist einer entspannteren und abgeklärteren Verklärtheit gewichen die vor Charme nur so sprüht.

Das ganze noch mit etwas Big Band Anleihen, mit Streichern und Honky Tonk Piano gewürzt und mit dem nötigen Feingefühl überarbeitet (ja, sogar die lieb gewonnenen Countryelementen sind wieder vorhanden) so das die feine Gradwanderung zwischen simplen, bluesigen Kneipenrockern zum Mitwippen und Mitgröhlen niemals in die Belanglosigkeit abgleitet.

„Homewreckers & Heartbreakers“ ist ein mehr als nur gelungenes, altmodisches (bzw. zeitloses) Rockalbum welches den Machern richtig gut zu Gesicht steht und das einen wieder stolz sein lässt Quireboys Fan zu sein.









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