Queensryche - The Warning

9.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
1984

Label
EMI

Besetzung
Gesang, Keyboard: Geoff Tate
Gitarre: Chris De Garmo
Gitarre: Michael Wilton
Bass: Eddie Jackson
Schlagzeug: Scott Rockenfield

Tracklist
1.Warning
2.En Force
3.Deliverance
4.No Sanctuary
5.N M 156
6.Take hold of the Flame
7.Before the Storm
8.Child of Fire
9.Roads to Madness

Datum: 21.07.2007 - Autor Jörg
Yeah, gleich neben „Operation:Mindcrime“ und „Empire“ gibt es noch das Full-Lenght-Debüt der Seattle-Prog-Metal-Instution Queensryche, welches wie ein Fels in der Brandung steht. 1984 erschien „The Warning“ und löste bei den Fans des epischen und verspielten Power-Metals wahren Freudentaumel aus. Auch wenn die Band hier noch eindeutig US-Metal-Lastiger klingt, als wie auf späteren Hit-Alben findet sich auf „The Warning“ nicht eine schwache oder durchschnittliche Minute Musik. Die Band hatte schon mit einer EP und einem Demo (noch unter dem Name Prophecy) gewaltig Staub im Underground aufgewirbelt und überzeugte nun auch über LP-Länge.

Schon das pralle „Warning“ am Anfang zeigt die Stärken von Queensryche, nämlich der glasklare und hohe Gesang von Geoff Tate und das unnachahmliche Gitarrenduo Chris DeGarmo und Michael Wilton. Der Sound des Albums ist auch heute noch kraftvoll und klar, so dass es zu dem leicht futuristischen Metal auf „The Warning“ super passt.

„En Force“ mit seinen epischen Parts erzeugt noch nach den 1000sten Hören Gänsehaut. Das Glockenspiel kommt übrigens nicht, wie schon oft behauptet aus dem Keyboard, hier hat Drummer Scott Rockenfield eine Art Glockenspiel hinter seinem Drumkit stehen –Im Video „Live in Tokio“ kann man das wunderbar sehen. Japan lag der Band eh schon zu Füssen und nun zog auch der Rest der Welt nach und legte sich lang hin zu episch mächtigen Hymen wie „No Sanctuary“ (Dramatisch und ergreifend) oder „Before the Storm“. Ganz mächtiges Metal-Kino bieten Queensryche bei der Kracher „Deliverance“, allein der Refrain mit seinem „Back from the Dawn…“-Part ist Gold wert.

Über die Optik mag ich bei Queensryche mal nicht lästern, das Outfit schaut aus heutiger Sicht schon recht albern aus. Doch wer dabei solche Stücke wie das göttliche „Child of Fire“ abliefert, dem sein so was verziehen. Auf dem Nachfolger legten Queensryche optisch noch einen Drauf, hehe.

Der wohl bekannteste Song von „The Warning“ dürfte die Mitsing-Hymne „Take hold of the Flame“ sein. Das Lied wurde seinerzeit und auch später (als die Band kommerziell durchstartete) oft auf den einschlägigen Videosendern gezeigt. „Take Hold of the Flame“ ist eine prachtvolle Hymne, so wünscht man sich einen abwechslungsreichen Metal-Sound.

Ein Kumpel fragte mich mal warum Queensryche den als Progressive-Band gelten, weil frickelig sind sie ja bei Gott nicht. Obwohl wer mal auf das Schlagzeugspiel von Mr. Rockenfield achtet, der wird da anders argumentieren. Aber Queensryche haben sich von Album zu Album immer neu erfunden und sind so eine Progressive-Band im Sinne des Begriffes. Keine Queensryche klingt wie sein Vorgänger.

Das ganz große Highlight, auf diesem Killer-Album, ist ohne Frage der Abschluss-Song „Roads to Madness“. Der etwas längere Song ist so was von genial, das sich Geoff Tate und Co mal ihre alten Scheiben anhören sollten um aus der Sackgasse zu kommen, in der sie seit etlichen Jahren stecken.

Bei den eingeschworenen und Underground-Fans steht „The Warning“ sogar noch höher im Kurs als die folgenden Wunderalben, doch ich stelle das Debüt-Album mit diesen beiden Göttergaben fast auf eine Stufe. Selten das sich ein Album nach über 20 Jahren noch so bewährt hatte.







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