Poisonblack - Of Rust And Bones
9.0 von 10 Punken
Erscheinungsjahr
2010
Label
Century Media
Besetzung
Gesang/Gitarre: Ville Laihiala
Gitarre: Janne Markus
Bass: Antti Remes
Keyboards: Marco Sneck
Schlagzeug: Tarmo Kanerva
Gitarre: Janne Markus
Bass: Antti Remes
Keyboards: Marco Sneck
Schlagzeug: Tarmo Kanerva
Tracklist
1.My Sun Shines Black
2.Leech
3.My World
4.Buried Alive
5.Invisible
6.Casket Case
7.Down The Drain
8.Alone
9.The Last Song
2.Leech
3.My World
4.Buried Alive
5.Invisible
6.Casket Case
7.Down The Drain
8.Alone
9.The Last Song
Datum: 16.03.2010 - Autor Claudio
Mir kam es immer so vor, als ob Poisonblack für viele Leute der große Hoffnungsträger in Sachen Sentenced Nachfolge waren, obwohl sich die Band durch weniger Metal und mehr Gothic immer sehr von der Legende abhob und man außer der Stimme keinerlei Vergleichspunkte ausmachen konnte. Mit ihrem nunmehr vierten Album “Of Rust And Bones” verändern Poisonblack ein wenig ihren Sound, klingen rockiger, erdiger und metallischer als jemals zuvor und in meinem Hirn meldete sich, vielleicht wegen der absoluten Hingabe zu Sentenced, sich wieder das Stimmchen, welches die Vergangenheit heraufbeschwören will. Doch dem konnte ich schnell das Maul stopfen, denn auch wenn “Of Rust And Bones” metallischer ist, der einzige Vergleich ist und bleibt die Stimme von Ville Laihiala.
“Of Rust And Bones” ist das bisher mutigste, eingängigste und härteste Album der dunklen Finnen geworden. Neben seinem unbeschreiblichen Gesang hat sich Ville auch zu einem famosen Gitarristen entwickelt, der auf dem Album mehr als einmal mit seinen Soli glänzen kann. Textlich benutzen Poisonblack dieselben Stilmittel wie Sentenced, also Schmerz, Depressionen, Dunkelheit und Verzweiflung, doch sie werden, wie auch die Songs, anders angewendet. Bei aller Dunkelheit in den Texten, “Of Rust And Bones” klingt entspannt und manchmal gar positiv, was ma sich bei den Texten eigentlich nicht vorstellen kann. Selbst von bluesigen Einschüben wie bei “Down The Drain” schrecken die Finnen nicht zurück und es stört auch nicht. Die Gothic Anleihen sind aus der Musik eigentlich komplett verschwunden oder haben sich der/Rock/Metal Schlagseite der Musiker geschlagen gegeben.
Was der trockenen Art der Musik noch zu Gute kommt, ist die wirklich hervorragende Produktion des Albums. Ohne viele Sperenzchen, einfach, direkt und immer knallhart auf den Hörer zielend.
Ich würde mich als Freund der letzten beiden Poisonblack Alben bezeichnen und deswegen kann ich mit ruhigem Gewissen sagen, dass es sich bei “Of Rust And Bones” um das beste, weil rockigste, Poisonblack Album handelt. Sie haben es geschafft sich neben den übermächtigen Schatten von Sentenced zu stellen und lassen keinen Zweifel mehr daran, dass sie nie vorhatten deren Platz einzunehmen. Poisonblack sind auf “Of Rust And Bones” engagierter, stärker und experimentierfreudiger als jemals zuvor. Den Ausflug in den Blues habe ich ja schon erwähnt, aber ich möchte/darf auch nicht unter den Tisch fallen lassen, dass man teilweise auch auf AOR/Melodic Rhythmik zurückgreift.
“Of Rust And Bones” ist in Album geworden, dass alte Fans von Poisonblack vielleicht ein wenig wundern wird. Aus Gothic Rock ist dunkler Metal/Rock geworden, der jeden Fan von Sentenced erfreuen dürfte, denn endlich kommt Villes fantastische Stimme wieder so zum Einsatz wie sie es muss. Durch die softere und entspanntere Auslegung der Musik dürften sich aber auch Fans aus dem HIM Lager einfinden. Besonders die, welche den ganzen Pathos und das Geschmalze auf den letzten Alben der Herren um Ville Vallo einfach nicht mehr ertragen können. Für mich ist die Entscheidung leicht, denn mit “Of Rust And Bones” haben es Poisonblack mich von einem Freund der Musik zu einem Fan zu erziehen und ich möchte euch “My World” (wegen der fantastischen Gesangslinie) und natürlich “Down The Drain” (bei diesem Song kann man die musikalische Bandbreite der Band erkennen) mit auf den Weg geben. Los Leute, kaufen !!!
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