Poison - Native Tongue

8.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
1993

Label
Capitol Records

Besetzung
Gesang, Gitarre: Bret Michaels
Gitarre: Richie Kotzen
Bass: Bobby Dall
Schlagzeug: Rikki Rocket

Tracklist
1.Native Tongue
2.The Scream
3.Stand
4.Stay Alive
5.Until you suffer some
6.Body talk
7.Bring it Home
8.7 Days over U
9.Richies accoustic thang
10.Ain´t that the truth
11.Theater of Soul
12.Strike up the Band
13.Ride Child Ride
14.Blind Faith
15.Bastard Son of a Thousand blues

Datum: 23.07.2005 - Autor Jörg
Im Jahr 1993 war in der Musikszene ein Machtwechsel zu verzeichnen und Seattle mit seiner Grunge-Welle, bombte LA und seine Poser in den Keller. Das bekamen auch die ganz großen Bands wie eben Poison zu spüren. Bevor sich die Band aber zu dem Album „Native Tongue“ aufraffte, verkrachte man sich aber erst noch gründlich mit Gitarrist C.C. Devile. Dieser wurde durch den damals blutjungen Richie Kotzen ersetzt, was sich einerseits als Glücksgriff entpuppte, doch „Native Tongue“ wurde von den Fans mehr als zwiespältig aufgenommen. Ich war auch mehr als geschockt als mir „Stand“ zum ersten Male um die Ohren segelte, dieser düstere Sound mit Gospelchor sollten Poison sein? Ich entschied mich dafür das Album nicht zu kaufen. Ein Fehler wie ich vor einigen Wochen feststellen musste. Allein die Tatsache dass hier Richie Kotzen in die Saiten greift, trieb mich nun doch dazu diese CD zu hören. Ja es gefällt mir sehr gut. Ich gehe hier auch soweit, das ich behaupte das „Native Tongue“ das anspruchsvollste und spielerisch wertvollste Album der Band ist. So was wie „The Scream“ oder „7 Days over u“ wäre mit C.C. Devile sicher nicht möglich gewesen.

Eben das komplett düster gehaltene Artwork und die dunkle Atmosphäre der Songs sind der Feier-, und Party-Attitude gewichen. Das schmeckte den Fans nicht und die Band hatte mit erheblichen Verkaufeinbrüchen zu kämpfen. Jetzt hatten Poison endlich einmal die Kritiker auf ihrer Seite, doch kein Schwein hat es gekauft.

Die spielerische Seite dieser Scheibe ist ohne Frage oberste Spitzenklasse und jetzt nach etlichen Jahren höre ich mir „Native Tongue“ mehr als oft und gerne an. Was auch an meinem Faible für Klampfer Richie liegen könnte, der Junge ist einfach ein Gott an der Gitarre.

So ganz ohne Partysongs ist „Native Tongue“ aber doch nicht, so was wie „Stay Alive“ und „Body talk“ geht doch gut los und macht Spaß. Es ist eben nur nicht der gewohnte Stil der Band.

Mich hätte schwer interessiert wie Poison sich Live mit Richie Kotzen angehört hatten, denn wie er die alten Hits interpretierte wäre es allemal wert gewesen zu hören.

„Native Tongue“ ist eine tolle CD die sich nicht direkt mit „Open up and say…ahh!“ oder „Look what the Cat dragged in“ vergleichen lässt, dafür klingt die Scheibe zu erwachsen. Kennt man die Solo-Alben von Richie Kotzen so wundert der Sound auf „Native Tongue“ eher weniger. Leider sind im Album keine Songwriter-Credits vermerkt, es steht nur „All songs wirtten by Poison“, ich würde schon gern wissen in wie weit Kotzen beim Songschreiben involviert war. Sein Einfluss ist nicht zu überhören.

Ich bleibe dabei das hier ist eine astreine Hardrock-Scheibe mit echt starken Liedern von den erwachsenen Poison.







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