Overkill - W.F.O.

8.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
1994

Label
Atlantic

Besetzung
Gesang: Bobby “Blitz” Ellsworth
Gitarre: Merritt Grant
Gitarre: Rob Cannavino
Bass : D.D. Verni
Schlagzeug: Tim Mallare

Tracklist
1. Where it hurts
2. Fast Junkie
3. The Wait- New high in Lows
4. They eat their young
5. What´s your Problem
6. Under One
7. Supersonic Hate
8. R.I.P. (Undone)
9. Up to Zero
10. Gasoline Dream
11. Bastard Nation

Datum: 29.05.2004 - Autor Jörg
Der nächsten Overkill-Keulenschlag nach dem etwas enttäuschenden Album „I hear Black“ nannte sich „W.F.O.“ was soviel wie „Wide fuckin´Open“ bedeutet. Man soll sich erst mal nicht von den 99 angezeigten Songs und der überlangen Spielzeit in die Irre führen lassen. Es gibt nur 11 Songs und dann kommt bis zum Title 98 nix, dann gibt es eine Bierselige von Black Sabbaths „Heaven and Hell“, welches mit Judas Priests „The Ripper“ vermischt wurde, mal wieder so eine Hidden-Track-Geschichte. Das eigentliche Album ist schon recht geil geworden, doch machen sich hier und da, leider erste leichte Verschleißerscheinungen bemerkbar. Geben Overkill hier doch mehr Gas, als auf den eher Doom –und Midtempo Orientierten Vorgänger, sind hier manche Songs doch etwas zu Riffüberladen. Ich finde zwar das die etwas modernere Produktion manche ältere Fans verschreckt hat. So haben auch die Shout-Chöre gehörig zugenommen. Mir gefällt „W.F.O.“ aber noch recht gut, obwohl es sich nicht mit den Großtaten a la „Feel the Fire“, „Horrorscope“ oder „Years of Decay“ messen kann. Aber von den 90ziger Alben der New Yorker ist es doch das Beste. Viele Leute nervt, das sich hier der metallisch klappernde Bass von D.D. Verni noch mehr in den Vordergrund drängt, doch gerade dies gibt der CD einen futuristischen, gerade zu kalten Sound. Mir gefällt das Stück „The Wait -New highs in Lows“ sehr gut, das es als Intro einen Sample aus dem Al Pacino-Film „Carlitos Way“ enthält. Man hört dieses „Here comes the Pain“ und dann schrubben die Gitarren los, klasse. Wo ich gerade beim Gitarrensound bin, dieser ist auf „W.F.O.“ oft eine wahre Wand aus Riffs, die oft nur von den Gitarren-Solos aufgelockert wird. Mit „Up to Zero“ und „What´s your Problem“ haben sich auch 2 reichlich durchschnittliche Lieder auf das Album geschlichen, bei denen ich doch öfter mal die Skiptaste benutzte. Überaus stark kommen hier solche Thrash-Metal-Kracher vom Schlage eines „Fast Junkie“ ( starkes Video, war die erste Single), „ Supersonic Hate“, „Under One“ (böses Riff, alles zermalende Doublebass beim Refrain) und der Hymne „Bastard Nation“ (hier zu gab es auch ein Video, in dem eine Overkill-Live-Show hervorragend eingefangen wurde, klasse Hymne) zum tragen. Viele Songs fanden sich noch Jahre später im Live-Set der Band wieder und haben so machen Mosh-Pit zum überkochen gebracht. Ein kurzes ruhiges Instrumental gibt kurz Zeit zum Verschnaufen, das Stück ist dem verstorbenen Savatage-Gitarristen Chis Oliva gewidmet worden und stellt die einzig ruhigen Minuten auf einen ansonsten auf volle Power geschaltetem Album dar. Vielleicht war dieses vollkommen auf kompromisslose Härte ausgerichtete Album, für manche schon zu viel, aber diese CD gehört nicht zu den beliebtesten Scheiben von Overkill. Ich mag das ding aber noch recht gerne, obwohl so seine Schwächen hat. Aber Overkill haben weitaus schwächere Scheiben veröffentlicht.







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