Midnight Scraper - Colored White

8.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2009

Label
Popmate / Satellite Records

Besetzung
Gesang – Tom Goren
Bass – Linus R. Fritz
Schlagzeug – Adam Tonèr
Gitarre – Christopher Göthberg

Tracklist
1. It´s Too Late To Stop Now
2. Soul Junkie
3. Bad Love
4. Can´t Keep My Hands Off
5. Take One Last Look
6. Ups Downs And In-Betweens
7. Empty Eyes
8. Do You Believe?
9. From Now On
10. My Rock ´n´ Roll
11. Chokin´
12. It May All Turn Black
13. Catchy Lie

Datum: 17.12.2009 - Autor Psychobimbo
Mit ihrem schwersten 70er lastigen Debut „Fast Side Slow Side“ haben sie sich schon mal einen äußerst zünftigen Einstand geleistet, jetzt sind die Schweden wieder da um sich auf ihrem Zweitwerk noch eine Klasse zu steigern.

Noch immer klingt Sänger Tom Goren original wie der junge Mick Jagger, aber im Vergleich zum Vorgänger hat man den Soul Anteil noch mal beträchtlich erhöht. Klingt gefährlich, macht sich aber tatsächlich sehr gut.

Klingt der Opener „It´s Too Late To Stop Now“ ein wenig wie Die Sesamstraße auf Drogen, fesselt das funky-groovy Souluntier „Soul Junkie“ schon beim ersten mal hören. Musikalisch wie auch textlich hat man mit dieser Nummer den besten Song ihrer bisherigen Karriere abgeliefert.

Als herausragendes Highlight des Albums muss man „Take One Last Look“ hervorheben, das hier im Duett mit einer wunderschönen und passenden Frauenstimme dargeboten wird. Weiß jemand wer diese junge Dame ist und ob die so sexy aussieht wie sie klingt?

Um die Scheibe für Rocker von der Heftigkeit her zu katalogisieren würde ich die letzte Scheibe der Quireboys zum Vergleich heranziehen. Aber wer braucht bei so einem coolen Gitarrensound (einer der halt auch wirklich nach Gitarre klingt) schon verwässerten Heavy Metal Müll.

Der latente Glamanteil ist durch den oldschooligen Deckmantel nicht wirklich offensichtlich, aber wenn man sich die Lieder wiederholt reinzieht, dann drängt sich einem schon die eine oder andere Erinnerung an die guten alten Helden auf. Ich bin mir sicher das die Jungs von Midnight Scraper bestimmt mehrere David Bowie Alben im Proberaum gebunkert haben.

„Colored White“ sollte in die Jahre gekommenen Altrockern genauso gefallen wie jungen Lederjackenträgern die gern Whiskey trinkend in verrauchten Jazzbars abhängen und mysteriöse Frauen anschmachten.

Keinerlei Anbiederung, keine aufdringlichen Pophymnen (oder das was MTV dafür hält), dafür ganz viel angenehme Ehrlichkeit und Leidenschaft.

Die Band hat sich also in ihrem Rahmen weiterentwickelt und gesteigert, und das wird die Szene hoffentlich mit Aufmerksamkeit honorieren.



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