Long Distance Calling - Avoid The Light

6.5 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2009

Label
Superball Music/SPV

Besetzung
Gitarre: David Jordan
Gitarre: Florian Füntmann
Bass: Jan Hoffmann
Schlagzeug: Janosch Rathmer
Ambience: Reimut Van Bonn

Tracklist
1.Apparitions
2.Black Paper Planes
3.359`
4.I know you, Stanley Milgram!
5.The Nearing Grave
6.Sundown Highway

Datum: 01.05.2009 - Autor Claudio
Long Distance Calling sind alles nur nicht einfach und sie machen es dem Hörer auch nicht einfach. Es ist zumeist wirklich anstrengend ein reines Instrumentalalbum zu hören, doch wenn es von Musikern wie den Jungs von Long Distance Calling eingespielt wird, so kann es schnell in einen Höllenritt ausarten. So oder ähnlich waren meine ersten Gedanken, als ich die CD das erste Mal in meinen Player legte und ich war mir nicht bewusst, was auf mich zukommen würde.

Jetzt weiß ich es zwar, aber viel schlauer bin ich nicht wirklich. Sechs Songs, 60 Minuten Musik, Geräusche und Kollagen aus Tönen. Eindrücke kommen und gehen, verwirren und sobald man glaubt zu verstehen was geschieht, wechselt die Richtung und man rennt den Gedanken der beteiligten Musikern hilflos hinterher. Long Distance Calling sind ohne Frage progressiv, musikalisch hochbegabt und versperren sich jedem Zwang.

Bereits der Opener “Apparitions” schickt den Hörer auf eine Reise durch KLangwelten, Melodien und Gefühlen. Er ist anstrengend, bedrückend sogar und mehr als 12 Minuten lang. Man sollte sich keine falschen Hoffnungen machen, denn nach dem Opener wird “Avoid The Light” nicht einfacher, zwar manchmal ziemlich kräftig, womit ich im Bereich der Gitarre nicht gerechnet habe, aber niemals leicht oder gar berechenbar, aber so ist Instrumental/Progressiv Musik nun einmal. Mein absoluter Favorit ist, wundert wohl niemanden, der einzige Song mit Gesang auf dem Album. Namentlich “The Nearing Grave” und als Sänger fungiert dort Jonas Renkse von Katatonia. Für mich ist dieser Song, der leichteste und auch schönste des Albums. Er erinnert mich sehr an Anathema zu “A Natural Disaster” Zeiten.

Die Zeit der Instrumentalalben von Gitarrengöttern ist am Ende, kein elendig langes Gefiepe und Geitarrengewichse mehr. Nun versuchen sich Bands aus engen Banden herauszubrechen und ihre musikalischen Fantasien auf Reise zu schicken. Man muss sich bewusst sein, dass man mit dieser Musik nur einen sehr begrenzten Teil des musikalischen Marktes ansprechen kann und sich den Status in diesem Bereich härter erkämpfen muss als in anderen Bereichen der populären Musik. Musik wie die von Long Distance Calling ist sehr nah an der klassischen Musik, weil auch dort Bilder ohne Worte erzeugt werden.

Ich bin ganz ehrlich, “Avoid The Light” ist ein Album, dass ich mir zwar manchmal, teilweise anhöre, welches mir aber zum täglichen oder andauernden Genuss einfach zu komplex und anstrengend ist. Trotzdem bin ich mir sicher, dass Long Distance Calling in ihrem Bereich absolute Koryphäen sind und bestimmt nicht wenige Menschen mit ihrer Musik wunderbare Momente bereiten können. Vielleicht habe ich erst einige Facetten von “Avoid The Light” entdeckt, aber ich gebe mir Mühe, mich zu bessern.

Post Rock Fanatiker und die, die es werden wollen, können bedenkenlos zuschlagen, allen anderen kann ich nur raten, zu überlegen und erst einen Probedurchlauf zu starten.





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