Krypteria - My Fatal Kiss

8.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2009

Label
OnFire Records

Besetzung
Gesang/Piano: Ji-In Cho
Gitarre: Chris Siemons
Bass: Frank Sturmvoll
Schlagzeug: S.C. Kuschnerus

Tracklist
1.Ignition
2.My Fatal Kiss
3.Why (Did You Stop The World From Turning)
4.For You I´ll bring The Devil Down
5.Deny
6.The Freak In Me
7.Never Say Die
8.Dying To Love
9.Shoot Me
10.God I Need Someone
11.Now (Start Spreading The Word)
12.Headfirst Into A Sea Of Flames (Bonus)
13.Too Late, Game Over & Goodbye (Bonus)

Datum: 28.08.2009 - Autor Claudio
Krypteria? Hmm. Krypteria! Ich wusste doch, dass mir diese Band bekannt vorkommt. Zwar wird mir nun auch ihr letztes Album, welches mir viel zu symphonisch war, bewusst, aber eigentlich denke ich da immer nur an die Single “Liberatio” welche ja aufgrund des 2004er Tsunamis in aller Munde war. Mit dieser Musik, die mich unglaublich an Enya auf Latein erinnerte, hat ihr neues Werk “My Fatal Kiss” glücklicherweise nichts mehr zu tun, wie aber auch der Vorgänger eigentlich auch nicht.

Ich bin der festen Meinung, dass Krypteria mit “My Fatal Kiss” ihre musikalische Wandlung abgeschlossen haben. Schon der Vorgänger “Bloodangels Cry” hatte mit “Liberatio” nichts am Hut, aber der symphonische Gothic Metal klang doch arg nach Bands wie Nightwish und Konsorten und war auch dementsprechend ausladend und aufgeblasen.

Nach vielen Konzerten und auch viel Zeit, immerhin sollte das Album schon vor einem halben Jahr erscheinen, liegt nun “My Fatal Kiss” vor und man ist sich im Klaren in welche Richtung es nun gehen soll. Mit ihrem neuen Album schafft das Quartett um die zauberhafte Sängerin Ji-In Cho einen Spagat, der nur wenigen Bands in dieser Form gelingt. Auch wenn das neue Album sperriger, metallischer ist, so sind noch viele symphonische, gar poppige Aspekte vorhanden, so das kein alter Fan sich mit Grauen abwenden wird. Nein, denn die metallischere Schlagseite verschafft den Rheinländern nun die Möglichkeit auch in Bereichen Fans zu ergattern, die bisher nicht einen einzigen Gedanken an Krypteria verschwendet haben. Die Songs sind, bei aller Melodiösität und Eingängigkeit klar härter und die Band verzichtet Großteils auf überladene Bombastausflüge, wobei die Songs beim besten Willen nicht minimalistisch zu nennen sind. Doch passt alles zusammen und Songs wie der Opener “Ignition”, gibt es einen perfekteren Songtitel für einen Opener, oder “For You I´ll Bring The Devil Down”, erste Single, Video und mit Chören im gregorianischen Stil, bleiben direkt im Ohr hängen und verlassen diese auch so schnell wieder nicht. Auch Songs wie “Deny”, wahrscheinlich der schnellste Song den Krypteria bisher aufgenommen haben, hat man in dieser Form von der Band noch nicht gehört. Trotzdem sollte es Klar sein, dass “My Fatal Kiss” kein Speed oder Power Metal Brett geworden ist, sondern eine ausgewogenen Mischung aus Symphonic, Gothic und Metal.

Besonderes Lob muss man auf dem Album aber Gitarrist Chris Siemons aussprechen, seine Gitarrenarbeit ist eigentlich der Hauptunterschied zu “Bloodangels Cry”, seine Riffs sind härter und besonders die Soli gehören zum Besten, was man in den letzten Monaten hören durfte. Leider, und nun kommt das große Haar in der Suppe, kommt die Gitarre bei aller Qualität manchmal nicht so zum Zuge wie man es sich wünschen würde, was aber nicht an den Songs oder den Arrangements liegt, sondern an der ungewöhnlichen, für eine Rock/Metal Scheibe jedenfalls, Produktion. Denn leider sind hier nicht Gesang und Instrumente gleichberechtigt. Der Gesang ist leider zu sehr in den Vordergrund gemischt. Im Bereich der Popmusik ist dies zwar Usus, aber hier wirkt es manchmal ein wenig drucklos und die Wucht der Instrumente geht schlicht und ergreifend verloren. Ich gehe nun auch noch einen Schritt weiter und bin mir fast sicher, dass die Band dieses auch nicht gewollt hat, denn so kommt auch der Gesang von Ji-In nicht so zum tragen wie es der Fall wäre, wenn die Unterstützung durch die Instrumente besser durchkommen würde.

Auch wenn dieser Aspekt das Hörvergnügen merklich schmälert, entschädigen die Songs, die gelungenen und ausgetüftelten Arrangements, die Melodien und die Atmosphäre. Krypteria haben sich mit “My Fatal Kiss” aus der Pop/Bombast Ecke verabschiedet ohne ihre Wurzeln zu verlieren. Kurzerhand haben sie eines der besten Symphonic/Gothic METAL Alben des Jahres auf den Markt gebracht und wenn alles glatt geht, werden sie den Marktführern des Genres gehörig das Fürchten lehren. Das die Band ein unglaubliches Potenzial hat, dass war vielen Menschen bewusst, aber das sie es nun endlich auch umsetzen ist die wirkliche Überraschung. An der Produktion arbeiten und den eingeschlagenen Weg beibehalten, dann wird man noch einiges von Krypteria hören und zwar ganz ohne Naturkatastrophen. Auch will ich euch mit “Dying To Love” und “Shoot Me” noch zwei weitere Anspieltipps mit auf den Weg geben, zusammen mit den weiter oben genannten Songs zeigen sie nicht nur die Stärken des Albums, sondern auch die Bandbreite welche die Band besitzt.



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