Krokus - Hellraiser

9.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2006

Label
Phonag Records

Besetzung
Vocals: Marc Storace
Guitars: Mandy Meyer
Guitars: Dominique Favez
Bass: Tony Castell
Drums: Stefan Schwarzmann

Tracklist
1. Hellraiser
2. Too wired to Sleep
3. Hangman
4. Angel of my Dreams
5. Fight on
6. So Long
7. Spirit of the Night
8. Midnite Fantasy
9. No Risk No Gain
10. Turnin’ Inside Out
11. Take my Love
12. Justice
13. Love will Survive
14. Rocks Off!


Datum: 18.09.2006 - Autor Vince
Nun ist sie also da, die neue Scheibe von “Krokus” mit dem Titel “Hellraiser”. Seit dem letzten Longplayer „Rock the Block“ hat sich bei den Schweizern einiges getan. Das letzte Original Mitglied „Fernando VonArb“ hat die Band aus gesundheitlichen Gründen verlassen, der pure Rock n’ Roll hinterlässt halt leider seine Spuren. Die Bedingung die „Fernando“ an „Marc Storace“ stellte war folgende; Wenn ihr weitermacht, dann nur mit „Mandy Meyer“!! „Krokus“ Fans erinnern sich natürlich noch daran, dass ein gewisser „Mandy Meyer“ bei der „Hardware“ Tour im Jahre 81’ im zarten Alter von 19 Jahren bei den Rockern eingestiegen ist und den 1986 verstorbenen „Tommy Kiefer“ ersetzte. Da „Mandy“ endlich wieder richtigen Rock n’ Roll spielen wollte und vom Hausfrauenrocker Image von „Gotthard“ loskommen wollte, war die Sache relativ schnell geregelt. Im letzten Jahr spielte die Formation bereits zahlreiche Gigs, unter anderem beim „Bang your Head 2005“, vor den Augen Tausender Metal Freaks. Nun, haben „Krokus“ und Co. in meinen Augen einen genialen Schachzug fabriziert, sie haben den Schwachpunkt am Line Up endlich bemerkt und den laschen welschen Drummer durch den phantastischen „Stefan Schwarzmann“ ersetzt. Freunde, wenn man „Rock the Block“ mit „Hellraiser“ vergleicht, das sind Welten!! Die letzte Scheibe war mir persönlich eh zu „AC/DC“ lastig, man hat irgendwie versucht an den alten Sound anzuknüpfen und meines Erachtens war „Rock the Block“ ziemlich langweiliger Tobak.

Kommen wir nun auf die Produktion zu sprechen die von „Dennis Ward“ in Szene gesetzt wurde. „Mr.Pink Cream 69“ hat hier wirklich einen höllisch guten Job gemacht, die Band klingt so frisch wie nie und der Sound prasselt fett und knallig aus den Boxen, Respekt!! Die Frage die sich alle stellten war natürlich: Wie entwickelt sich das Songwriting, jetzt wo „Fernando“ nicht mehr da ist? Für „VonArb“ tut es mir zwar leid, aber anscheinend war es gut dass „Marc Storace“ sich endlich mal austoben konnte, das Songwriting ist das Beste seit Jahren. Auf die langweilige „AC/DC“ Gitarren Riffs haben „Krokus“ auf „Hellraiser“ komplett verzichtet und präsentieren sich mit frischem Sound, wie er besser nicht sein könnte. „Mandy Meyer’s“ geniales Gitarren Spiel hört sich absolut heroisch an, ich gehe wohl nicht zu weit wenn ich ihn als Hexer bezeichne, was er hier abliefert ist schlicht sensationell. Man merkt ihm die Freude am spielen richtig an, vergessen sind die Zeiten wo er lasche Pop Songs spielen musste, zu „Gotthard“ Zeiten.

Kommen wir nun aber auf die Songs zu sprechen, das Wichtigste am ganzen Album. Die CD beginnt mit dem Titeltrack und der sorgt gleich zu Beginn für Respekt, cooler Opener der die Fans auch Live in seinen Bann ziehen wird. Das coole „Too Wire to Sleep“ hört sich fast schon Sleazy an und „Marc Storace“ beweist dass er immer noch einer der besten Hard Rock Sänger im Geschäft ist. Der Rock Stampfer „Hangman“ überzeugt mit typischem „Krokus“ Sound und einer feinen Melodie. Eines der Glanstücke auf „Hellraiser“ ist sicherlich der Ohrwurm „Angel of My Dreams“ der bereits nach zwei Minuten zum mitsingen animiert, klasse! Bei „Fight On“ gibt es ein fetziges Gitarren Riff von „Mandy“ und eine tolle Melodie, so professionell hat man „Krokus“ schon lange nicht mehr gehört, in den letzten 10 Jahren fehlte einfach irgendetwas. Die Halb Ballade „So Long“ glänzt mit einem wunderschönen Refrain, oh ja die Jungs treffen auf dieser Scheibe wirklich den Nagel auf den Kopf. Wer nichts an den Ohren hat, bemerkt natürlich gleich den Drummer Unterschied, „Spirit of the Night“ ist ein Parade Stück für „Stefan Schwarzmann“ der hier ordentlich mit Double Basses in die Pauken hauen kann. This Song blows me away Friends, erinnert an Songs wie „Night Wolf“ oder „Headhunter“, „Stefan“ der diverse Alben mit „U.D.O.“, „Accept“, Running Wild“, „Helloween“ oder „Skew Siskin“ aufgenommen hat, ist hier natürlich im Element. Was mir an „Hellraiser“ besonders gut gefällt, ist der zeitlose Sound, man hört sich zwar immer noch unverkennbar nach „Krokus“ an, aber dennoch haben sie genau den Nerv der Zeit erwischt und haben den etwas eingerosteten Stil, etwas aufgepeppt. Die B Seite von „Hellraiser“ ist übrigens auch nicht von schlechten Eltern, „No Risk no Fun“, „Turning Inside Out“ und „Justice“ treten dem Hörer hochkant in den Arsch. Puh, die neuen „Krokus“ sind zurück: Sie sind böse, sie sind aggressiv und in einer derart königlichen Form hat man sie seit den 80er nicht mehr gehört. Was fordern gewisse Leute eigentlich immer eine Reunion mit Grossmaul „Chris Von Rohr“? Erstes wäre der Typ doch heute gar nicht mehr auf dem musikalischen Stand und zweitens, wer braucht jemanden der sich höher steht als den Rock n’ Roll? Zieht euch warm an, mit „Hellraiser“ haben die Schweizer ein Album am Start, welches sich mit dem besten messen kann, was der Rock Zirkus zu bieten hat. Ein Garant für puren Hörgenuss: „Marc Storace“, Mandy Meyer“ und „Stefan Schwarzmann“!! Ein Kompliment aber auch an „Favez“ und „Castell“ die sich in den letzten Jahren sehr gut gemacht haben, bei den Vorgezeige Rockern.

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