Korn - III-Remember who you are

7.5 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2010

Label
Roadrunner Records

Besetzung
Gesang: Jonathan Davis
Gitarre: James „Munky“ Shaffer
Bass: Fieldy Arvizu
Schlagzeug: Ray Luzer

Tracklist
1. Ueber-Time
2. Oildale (Leave me Alone)
3. Pop a Pill
4. Fear is a place to live
5. Move One
6. Lead the Parade
7. Let the guilt go
8. The Past
9. Never around
10. Are you ready to Live?
11. Holding all these Lies

Datum: 09.07.2010 - Autor Jörg
VÖ:09.07.10

So ändern sich die Zeiten und ich habe es selber vor einigen Jahren sicher kaum für möglich gehalten, das ich mal über ein neues Korn-Album schreibe und mich positiv drüber auslasse. Ja, ich habe mich sogar auf die Scheibe gefreut. Das ehemalige Pfui und „geht ja gar nicht“, ist zu einer Band geworden mit der ich einiges verbinde. Tastete ich mich langsam an die Scheiben dieser Band ran, so ist dann im letzten Jahr auf dem Sonisphre-Festival dann endlich der Knoten geplatzt und Korn sind zu einer Band geworden, die ich einfach nur toll finde.

Ich kann jetzt auch nicht die sehr kritischen Stimmen zu „Remember who you are“ nach voll ziehen, welche ich schon gelesen habe. Sicher das Debüt, „Take a Look into the Mirror“ und „Follow the Leader“ sind und bleiben die Korn-Scheiben schlechthin. Doch ich war ja jemand der mit dem eingängigen „Untouchables“-Album Zugang zur Band fand. Gerade in diese Richtung geht „Remember who you are“ für mich, und auch zurück zu den wilden Grooves des Debüts. Die Gitarren sind wieder dermaßen auf D-getunt, das die Membrane vor Freude in den Speakern herum hüpft. So macht das Sinn, wenn Korn schon mit „Back to the Roots“ und so beworben werden. Die erste Single war/ist ja „Oildale (leave me alone)“ und ist ein wenig verhalten. Sie braucht meiner Meinung nach ein paar Durchläufe mehr um zu greifen, als wie z. B. „Pop A Pill“, „Let the Guilt Go“ oder „The Past“. Die Hooks dieser Songs greifen bei mir schon beim ersten Durchlauf. Klar, die einstigen Inovatoren und Mitbegründer des New-Metals klingen wie man es von ihnen gewohnt ist.

Frontmann Jonathan Davis leidet und schreit sich in gewohnter Manier durch das Album und geht wieder völlig in seinen Texten auf. Auch wenn gerne behauptet wird, doch Davis kann singen auch wenn er das selten zeigt. Hört euch den Ohrwurm „Fear is a place to live“ an, wo Korn wieder mal ein Beispiel für einen zynischen Hit liefern. Die Lyrics sind wieder nicht im Booklet abgedruckt, doch die findet man sicher irgendwo und ich denke, da werden wieder die ein oder andere abgefahrene Erfahrung und Lebensgeschichte des Verfassers (nicht von mir) zu hören sein. Klar, das Psychoimage hängt der Band an, doch wer sich mit der Person Jonathan Davis mal intensiver auseinander setzt, der wird merken, das ist alles nicht so aufgesetzt und erfunden wie mancher es gerne hätte.

Korn schlagen hier wieder einen Weg ein, den sie schon bei ihren Live-Auftritten auf den Festivals in 2009 angefangen haben. Sie rocken wieder und das hart und unglaublich heftig. Hier knurrt der Bass und klackert sich ins Unterbewusstsein und die Gitarren schmatzen fett. Der Groove des Drummers lässt deinen Fuß nicht stille stehen und die Stimme nimmt dich mit in eine Welt…naja, die man ehrlich gesagt nicht am eigenen Leib so erleben möchte. Für ihn mag es die Hölle gewesen sein und auch immer noch sein, doch für den Zuhörer wird es ein intensives und emotionales Hörvergnügen, hier führe ich jetzt gerne „Move on“ an, das sich in ähnliche Abgründe bewegt wie etwa „Daddy“.

Vielleicht spielt hier meine Korn-„Unerfahrenheit“ ein wenig mit, doch ich kann „Remember who you are“ eine ganze Menge abgewinnen und höre seit Tagen so Songs wie „Lead the Parade“ hoch und runter, was vor 3-4 Jahren noch völlig unmöglich gewesen wäre. Denn so etwas wie Korn hört man als Metal-Fan nicht…Drauf geschissen….!!! „Are you ready to live?“ Aber sicher, ich stehe auf „III-Remember who you are“ und ich glaub jeder Fan der Band kann dem Album einiges Gutes abgewinnen. Alle anderen werden wohl eh nicht auf dcie Idee kommen die CD an zu testen.



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