Kingdom Come - Balladesque "The Pearls"



Erscheinungsjahr
1998

Label
Semaphore

Besetzung
Außer Lenny Wolf in der üblichen Position, unbekannt

Tracklist
1.Should Have Known
2.Can´t Let Go
3.Twilight Cruises
4.Cold Ground
5.Rather Be On My Own
6.Can´t Take Affection
7.Friends
8.You´ll Never Know
9.Janine (German Version)
10.What Love Can Be
11.And I Love Her

Datum: 24.10.2006 - Autor Psychobimbo
Über Sinn und Unsinn der 1998 erschienenen Balladen Compilation lässt sich vortrefflich streiten. So wie im übrigen über alle Kingdom Come Ergüsse. Einerseits taugt sie aufgrund der limitierten Ausrichtung nicht wirklich als Retrospektive, andererseits waren Kingdom Come jeher Garant für vorzügliche, gefühlsbetonte Emotionsgranaten. Fernab von jeglichem Kitsch und duseligen Anbiederungen, wie sie bei anderen deutschen Hardrockbands zum Vorschein kommen, bietet uns Hauptsongwriter und Chef Lenny Wolf Einblick in einen bukolischen Garten, welcher jedoch stets durch einen silbernen Schlimmer trauriger und melancholischer Schwermut gefärbt wird.

Wer einen Liebesschwur wie "Can´t Let Go" im Reporair hat, darf sich bis ans Ende aller Tage der schmachtenden und aufgewühlten Herzen sicher sein. Obwohl sämtliche Nummern auf extrem hohen Niveau dahingeigen, überthront der Song "Twilight Cruiser" alles dargebotene. Dieser gut 6 ½ Minuten lange Monumentalsong vom sträflich unterbewerteten, gleichnamigen Album gehört zum beeindruckendsten Vermächtnisse, welches eine Hardrockband aus deutschen Landen jemals veröffentlicht hat und darf in einem Atemzug mit den überlebensgroßen Schmachtfetzen von Led Zeppelin und Co. genannt werden. Das Zusammenwirken, bzw. Duell, welches sich die unnachahmliche Stimme von Lenny mit den Gitarrenteppichen liefert ist die Essenz des kompletten Schaffens dieser Vorzeigetruppe. Nun ja, von Gruppe kann bei Kingdom Come zu desem Zeitpunkt leider keine Rede mehr sein. Auch die sehr am Orginal angelehnte Coverversion des Beatles Hits "And I Love Her" weis unter den Eigenkompositionen zu gefallen.

Einziger Ausbrecher auf der Scheibe ist das deutschsprachige "Janine", das bei manch Einem Kopfschütteln oder gar Lachattacken auslöst. Aber wenn man sich vor Augen hält, welche lyrischen Verbrechen sich andere deutschen Interpreten geliefert haben lässt sich das hier schon leicht verschmerzen.

Wer also noch nicht mit Kingdom Come in Kontakt gekommen ist, kann als Einstieg ruhig zu "Balladesque" greifen, aber sollte sich gewahr sein, das dies nur eine Fassette der Band darstellt. Auch als Mitbringsel für den Partner mach man mit dem "The Pearls" keinen Fehlgriff.

Als Fan bekommt man auch nichts neues geboten und Zweitverwertung stinkt.







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