Kingdom Come - Ain´t Crying For The Moon

7.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2006

Label
Frontiers Records

Besetzung
Lenny Wolf - All instruments and vocals


Tracklist
1.Two Legged Sheep
2.Not Here To Be Your Friend
3.Same Old Stars
4.Ain´t Crying For The Moon
5.Perfect Citizen
6.This Is My Life
7.Bon Scott
8.Removed The Sting
9.Friends In Spirit
10. Darkroom
11.Look At You
12.Across The Univers
13.Get It On (Version 2006)

Datum: 16.10.2006 - Autor Psychobimbo
Ob Kingdom Come heute noch den gleichen Stellenwert besitzen wie in den 80ern, darüber braucht man nicht diskutieren. Dem ist leider nicht so. Das liegt einerseits daran das es sich, spätestens seit dem vorletzten Album "Independent" um ein reines Ein Mann Projekt von Lenny Wolf (welcher sämtliche Instrumente eingespielt hat) handelt, als auch an der musikalischen Ausrichtung. Verschwunden ist der blusige, an allen Ecken und Enden an Led Zeppelin erinnern Hardrock. Dafür kamen ein an herbstlicher Melancholie kaum zu überbietender und bisweilen etwas zu steril produzierter Gitarren- und Drumsound, der zwar sehr satt und fett wirkt, aber doch ein wenig an Bandatmosphäre vermissen lässt.

Aber dennoch ist Lenny ein Könner seines Fachs und kann auch auf dem 10ten Kingdom Come Album viel gute Musik für den anspruchsvollen Fan bieten. Seine Stärken spielt er am besten aus wenn er verträumte, nachdenkliche und Gitarrendominante Parts kombiniert und souverän links und rechts neben dem allgegenwärtigen roten Faden musiziert. Denn von der tiefsinnigen Klasse des Songwritings können die Herren Lessmann/Ziller oder Bormann/Voss nur träumen. Die bereits erwähnte, in Lennys Stimme begründete Melancholie und die kompromisslosen Gitarren, welche zwischen schmeichelnder/streichelnder Zärtlichkeit und rauer In-die-Fresse Härte wechseln, bieten für Anhänger von Lennys Visionen ein weiteres Mal die Möglichkeit sich akustische Zartbitterschokolade für trübere Stunden ins Regal zu stellen. Ob man nun den 10ten Output unter dem Banner Kingdom Come wirklich braucht, muss jeder für sich selbst entscheiden, denn wirklich neues, noch nicht da gewesenes kriegt man auf "A.C.F.T.M." natürlich nicht zu hören. Der Drumcomputer, die unlebendige Produktion (selbstverständlich von Lenny himself) und die überflüssige Version des Uralthits "Get It On" gibt es auf der Soll Seite zu verbuchen. Wobei auf der Habenseite das unverrückbare Talent und Können des Masterminds, die teilweise grenzgenialen Songperlen (unbedingt anzuhören der Opener "Two Legged Sheep", der phänomenale Titeltrack, der Headbanger "Not Here To Be Your Friend" und die coole AC/DC Homage "Bon Scott") und eine wirklich ansprechende Coverversion des Beatles Stücks "Across The Universe".

Sollte Lenny irgendwann über seinen eigenen Schatten springen und sich wieder auf eine "richtige" Band einlassen, bzw. Drumcomputer und Sterilisatorproduktion ad akta legen, ist hier noch genügend Potential vorhanden um ein richtig großes Comeback zu veranstalten. So bleibt es bei einer weiteren, normalen (und guten) Kingdom Come Scheibe.







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