In Mourning - Monolith

8.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2010

Label
Pulverised Records

Besetzung
Gesang/Gitarre: Tobias Netzell
Gitarre: Björn Pettersson
Gitarre: Tim Nedergard
Bass: Pierre Stam
Schlagzeug: Christian Netzell

Tracklist
1. For You To Know
2. Debris
3. The Poet And The Painter Of Souls
4. The Smoke
5. A Shade Of Plague
6. With You Came Silence
7. Pale Eye Revelation
8. The Final Solution (Entering The Black Lodge)

Datum: 20.01.2010 - Autor Claudio
V.Ö.: 29.01.2010



Wie wird man auf eine Band aufmerksam? Zumeist hört man irgendwo einen Song oder man schnappt sonst wo irgendetwas auf. Bei In Mourning ging es mir genau so. Ich hab irgendwo mal eine Anzeige zu ihrem letzten Album “Shrouded Divine” gelesen und dort den vergleich zu Opeth in Erinnerung behalten und während ich bei meinem Plattenversorger stöberte kam mir dieser Erinnerungsfetzen wieder in den Kopf und ich erwarb eben dieses Album. Dieser Tag ist noch nicht wirklich lange her und umso überraschter war ich auch, als ich hörte, dass die Herren um das Brüderpaar Netzell ein neues Album auf den Markt bringen werden.

Wenn auch nur irgendwo der Name Opeth fällt, dann dürfte die musikalische Marschrichtung mehr als klar sein. Technisch höchst anspruchsvoller Metal, der gesanglich teilweise im Death Metal verwurzelt ist, aber immer wieder mit gut gesungenen klaren Vocalpassagen glänzen kann. Neben Opeth kann man, in ruhigeren Momenten, Strukturen erahnen, die an Bands wie Amorphis erinnern. Gerade beim Zusammenspiel der Stimmen fällt dieser Umstand mehr als einmal auf, aber eines muss ich klarstellen, auch wenn ich hier gerade einige Bands nenne kann man In Mourning nicht vorwerfen zu kopieren, denn im Endeffekt verwenden die Jungs nur dieselben Stilmittel und brauen daraus ihren eigenen Cocktail und der kann an die Qualitäten der genannten Bands durchaus heranreichen.

Was bei “Monolith” auffällt ist die atmosphärische Dichte des gesamten Albums, alle Songs arbeiten miteinander und erzeugen eine Stimmung, die man mit einem guten Buch beschreiben könnte. Man muss sich förmlich zwingen “Monolith” zu unterbrechen, aber kann dem Drang nicht widerstehen, dass Album wieder und wieder zu hören und dann immer von Anfang bis Ende. Diese Besonderheit stellt aber auch gleichzeitig einen der größten Schwachpunkte dieser Platte dar. Man kann sich keinen Song herauspicken, da man immer das Gefühl hat, dass irgendetwas fehlen würde und es nicht so klingt oder funktioniert, wie es der Song im Verbund des ganzen Album macht. SO handelt es sich bei “Monolith” halt um ein Album, dass nicht mal nebenbei für zehn Minuten gehört werden kann, nein man muss sich die Zeit nehmen und das komplette Album hören, damit es seine ganze Wirkung entfalten kann.

Jetzt muss ich auch noch auf die musikalischen Fähigkeiten des Quintetts, das immerhin mit drei Gitarristen aufwarten kann, zu sprechen kommen. Auch wenn die Jungs nicht zu vertrackt zu Werke gehen, merkt man in jeder Sekunde die musikalische Klasse der Schweden. Besonders Drummer sticht durch fantastische Breaks und Wechseln im Rhythmus immer wieder heraus, ohne seinen Drumohrgasmus würde der Musik auf “Monolith” die Durschlagskraft beinahe komplett abhanden kommen. Man muss dies einfach erwähnen, weil der musikalische Level der Band einfach immens hoch ist und ohne den entsprechenden Kitt würde das Gebilde wahrscheinlich einfach auseinander fallen. So haben die Gitarristen die Möglichkeit ihre Soli vorzubereiten und zu glänzen.

Summa summarum ist “Monolith” ein Album, dass Fans von Progressive Metal, über Death Metal und Doom, bis zu Melancholikern ansprechen sollte. Immer mit der Tatsache im Bewusstsein, dass es sich bei dem Album um ein fragiles Gebilde handelt, dass man unbedingt am Stück genießen sollte. Wer auf leichte Kost steht, der muss unbedingt seine Finger von “Monolith” lassen, wer aber bei den im Review schon genannten Bands einen verzückten Blick bekommt, der kommt am Monolithen nicht vorbei

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