Honeymoon Suite - Clifton Hill

7.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2008

Label
Frontiers Records

Besetzung
Gesang – Johnnie Dee
Gitarren und Background Gesang – Derry Grehan
Keyboards – Ray Cockburn
Bass – Gary Lalonde
Schlagzeug – Dave Betts


Tracklist
1. She Ain´t Alright
2. Tired O Waitin´ On You
3. Riffola
4. Ordinary
5. The House
6. Why Should I?
7. Down 2 Bizness
8. Sunday Morning
9. That´s All U Got
10. Restless
11. Separate Lives

Datum: 06.10.2008 - Autor Psychobimbo
Die Kanadier Honeymoon Suite sind wieder am Start und im Gepäck haben sie eine Scheibe die sich inhaltlich ganz und gar auf die Stärken der Gruppe konzentriert. Wenn man denn überhaupt noch von Gruppe sprechen möchte, denn an Urmitgliedern ist ja nur noch Sänger Johnnie Dee und Gitarrist Derry Grehan dabei.

Woher ihr Honeymoon Suite kennen sollt? Zum Beispiel sind sie für den Titelsong des Actionkrachers mit Mel Gibson „Leathal Weapon“ verantwortlich. Aber in Europa hatte man schon immer ein ähnliches Schicksal wie z.B. Nightranger zu verzeichnen. Man konnte den Erfolg von Übersee nicht in die alte Welt rüberexportieren. Dafür war der glatte, makellose und leicht verdauliche Melodicrock einfach nicht geschaffen.

Das die älteren Herren jedoch ihr Handwerk verstehen und weiterhin ein untrügliches Gespür für flauschige und megaeingängige Melodien haben, das beweisen sie über die komplette Strecke, wenngleich man sich dann und wann schon ein bisschen sehr deutlich von der Konkurrenz hat inspirieren lassen. Hier ein wenig Def Leppard, dort ein bisschen Styx und hier noch eine Prise Journey. Wo wir gerade bei den Parallelen zu Journey sind, der mit himmlischem Pianopart beginnende und sich dann zur unschlagbaren Megaballade mit weinenden Gitarren und klagendem Sänger steigernden Song „Ordinary“ hätte sich auch auf „Revelation“ hervorragend gemacht und man ertappt sich selbst immer wieder dabei zurück zum Anfang zu skippen sobald das Lied vorbei ist. Von Liedern dieser Bau- und Machart kann man als emotionaler Mensch niemals genug bekommen. Auch wenn der Chorus schon ganz arg bei „Heaven Tonight“ von Waysted geklaut und umarrangiert worden ist.

„Clifton Hill“ könnte so viel Spaß machen wenn da nicht das schlimme Manko zum Zug kommen würde und das ist die läppische und schwammige Produktion. Bei diesem Sound geht einfach zu viel Detail (und diese Musik lebt zum beträchtlichen Maas von Details) verloren. Wie soll meine Freundin bei mir auf dem Sofa zu den Klängen dieser Scheibe in meinen Armen dahin schmelzen, wenn man gerade selbst gegen sein Bedürfnis zu kämpfen hat eine Briefbombe an den Produzenten zu schicken.

Es kann doch nicht angehen das bei einem sensiblen Gitarrensolo nichts mehr zu hören ist weil das Schlagzeug im Vordergrund so laut rumbimbst.

Wer jedoch über gewisse Abzüge beim Klang hinweghören kann, der bekommt ein locker-lässiges Melodikrock Album amerikanischster 80er Jahre Ausprägung, bei dem auch mal der Schmalz fließen kann ohne ins Peinliche abzutauchen.





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