Grave - Burial Ground

7.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2010

Label
Regain Records

Besetzung
Gesang und Gitarre – Ola Lindgren
Bass – Fredrik Isaksson
Schlagzeug – Ronnie Bergerstahl

Tracklist
1.Liberation
2.Semblance In Black
3.Dismembered Mind
4.Ridden With Belief
5.Conquer
6.Outcast
7.Sexual Mutilation
8.Bloodtrail
9.Burial Ground

Datum: 29.06.2010 - Autor Psychobimbo
Jeder der mit oldschooligem Death Metal etwas anfangen kann wird sich über das erscheinen der neuen Grave Scheibe freuen. Das liegt wohl daran das Grave nicht unwesentlich dazu beigetragen haben schwedischen Todesmetall zu etablieren und ihn dementsprechend mitzuprägen und zu formen.

Jetzt liegt der neueste Output Burial Ground vor und man bekommt genau das was man erwarten durfte. Kraftvollen, riffgewürzten Frühneunziger-Death Metal, bei dem sogar das Coverartwork haargenau dem entspricht was man damals als passend empfunden hat.

Aber leider ist nicht alles Gold was glänzt und so muss man bei aller Euphorie über dieses bodenständige und klassische Album doch auch ein wenig Kritik üben. Nein, es geht weder um die Produktion, denn die ist tadellos. Auch die technische Umsetzung sowie der Gesang sind astrein. Worüber man einfach nicht hinweghören kann, auch wenn das nur eine individuelle Meinung ist, deren Fakt anderen gerade gelegen kommen wird, das ist das man halt so wirklich gar nichts Neues, Kreatives zu hören bekommt.

Einerseits erfreut die Ausgewogenheit zwischen Berserkerriffangriffen und blutiger Atmosphäre, aber eine extreme Stimmung kommt leider zu keinem Zeitpunkt auf. Aus diesem Grund muss sich Grave schon die Frage gefallen lassen ob sie in schöpferischer Hinsicht überhaupt noch von Belang sind, denn alles was es auf „Burial Ground“ zu hören bekommt kennt man von ihnen (und den tausend Nachahmerbands) mittlerweile zur Genüge.

Mit dem nackten Arsch ist man mir ins Gesicht gesprungen und mit der Axt wollte man mir beibringen das die Grave Reunion die einzig sinnvolle auf dieser Welt ist und das „Burial Ground“ der einzig legitime Nachfolger des legendären „Soulless“ wäre, aber wer nur einen Moment ehrlich zu sich selbst ist…

…der wird zugeben das es sich bei dieser Scheibe hier um ein sehr anständiges Grunzmetal Album handelt das man sich durchaus genussvoll headbangend zum Bier reinziehen kann und das sicherlich auch Live Grund zur Freude bieten wird, aber es ist inhaltlich eben auch kilometerweit entfernt von einem „The End Complete“ oder „Left Hand Path“. Dabei würde ich Grave durchaus zutrauen das sie mit etwas weniger Angst vor Experimenten und mutigeren Songs weitaus wichtigere Alben veröffentlichen könnten.

Es soll jetzt bitte nicht der Eindruck entstehen das es sich bei „Burial Ground“ um Mist handelt, denn das ist es definitiv nicht. Jedoch sollten bei der allgemein zu erwartenden Abfeierei auch ein paar andere, ebenfalls passende Worte gesprochen worden sein.

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