Gemini5 - Sex Drugs Anarchy

8.5 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2008

Label
Wild Kingdom

Besetzung
Gesang, Gitarre: Tin Star
Gitarre: Dany “Dee Dee” Douglas
Bass: Hot Rod
Schlagzeug: Slim Pete

Tracklist
1. Thunder&Lightning (Intro)
2. I Am Hollow
3. Scream 4 Me
4. Here’s looking at you kid
5. All Pistols
6. Sex Drugs Anarchy
7. Lay your money down
8. Here 2day gone 2mrw
9. Something’s gotta give
10. Blood on the Bricks
11. We do not come in Peace
12. Stay with me

Datum: 12.04.2008 - Autor Jörg
VÖ: 24.04.08

Selbst wenn mich dieses Genre in letzter Zeit kaum in Begeisterung versetzen mag, habe ich auf dieses Album gewartet. „Sex, Drugs Anarchy“ –die dritte CD von Gemini Five, hat ja echt lange auf sich warten lassen. Doch ich finde das Warten hat sich echt gelohnt.

War bereits im Vorfeld zu lesen, das sich die Vier Schweden wieder ein wenig weg, vom auf dem 2ten Knaller-Album „Black:Anthem“ eingeschlagene, düster, modernen Weg, hin zur Ohrwurmhaftigkeit des Debüts bewegen. Waren wohl einige Ultra-Sleazer unter den Fans doch ein wenig zu überfordert mit den düsteren Hymen, welche ich immer noch mehr als brillant finde. Nun ja, Gemini Five haben eh noch nie zu den ganz arg bunten, Happy-Party Bands gehört und stachen für mich schon immer aus dem Einer/bzw. Vielerlei der Schweden-Szene heraus.

Mit der neuen CD sind sich G5 treu geblieben und haben einen coolen Mix aus der Düsternis des zweiten Albums und der Ohrwurmstichigkeit von „Babylon Rockets“ geschaffen.

Auch wenn ich der Meinung bin, das Tin Star und Hot Rod durchaus in der Lage sind ihre Songs alleine zu schreiben haben sie hier ein wenig Schützenhilfe angenommen. Zum einem hat sich Fronthampel Kory Clarke von Warrior Soul, Dirty Rig (seine Beste Band lässt er einfach verkommen der Depp), bei vier Songs mit ausgetobt. Dazu kam noch Royal Hunt-Gitarrist Marcus Jidel, der einige Gitarrenleads beisteuerte. Wie es nicht anders zu erwarten war mischten auch Martin Sweet (beim Songwriting) und Peter London von den Crash Diets mit. Seltsamerweise entstand mit Sweets Zusammenarbeit eines der Ohrwurmhighlights auf dieser CD. Suchte man doch auf dem 2ten Crashdiet-Longplayer einen eingängigen Hit wie „Scream 4 me“ vergebens. In die ähnliche Kiste haut auch der Mitsing-Knaller „All Pistols“ und der brachiale Titelsong. „Here’s looking at you kid“ und der dunkel angehauchte Opener hätten auch auf „Black Anthem“stehen können.

Gemini Five haben ja mit Dee Dee Douglas einen neuen 2ten Gitarristen mit an Bord, der Klampfer hat sein Scherflein weder zum Songwriting, noch zu den Aufnahmen beisteuern können.

Je öfter ich „Sex, Drugs, Anarchy“ höre, komme ich zu dem Entschluss dem Album dieselbe Note aufs Auge zu drücken, wie seinem Vorgänger. Teilweise sind die Songs hier eingängiger, aber nicht weniger heavy und brachial gespielt. Gemini Five sind immer noch weit weg einen 08/15-Kirmes-Buden-Sleaze-Band zu sein, wie viele viele andere aus ihrer Heimat. Es dauert zwar immer etwas länger bis man sich an neuen Stoff von Gemini Five erfreuen kann, aber dafür hat man was Geiles und Gescheites im CD-Player. Ich überlege gerade wie diese Scheibe klingen würde, wenn ein richtig guter Produzent hinter den Reglern sitzen würde….

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