Fair Warning - Brother´s Keeper

6.5 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2006

Label
Frontiers

Besetzung
Tommy Heart – Vocals
Helge Engelke – Guitars
Ule Ritgen – Bass
CC Behrens - Drums

Tracklist
1.Don´t Keep Me Waiting
2.Generation Jedi
3.All Of My Love
4.Rainbow Eyes
5.Push Me On
6.Wasted Time
7.The Cry
8.The Way
9.Once Bitten, Twice Shy
10.Tell Me Lies
11.In The Dark
12.Still I Believe
13. All I Wanna Do


Datum: 09.08.2006 - Autor Psychobimbo
Da war der Ruf der Fanbase aus dem fernen Osten wohl doch stärker als die Einnahmen von Tommy Hearts aktueller Hardrockcombo Soul Doctor. Klar, wenn der Kühlschrank und die Konzertsäle leer sind dann macht man auch wider seiner Überzeugung das erfolgversprechendere Projekt. Und das der Name Fair Warning nach über 5 Jahren immer noch ein Garant für die nötige Aufmerksamkeit ist verdankt man seinen frühen Erfolgen und dem dementsprechenden Kultstatus in der Hardrocklandschaft in Nippon aber auch in der Heimat.

So haben sich also alle vier Originalmitglieder wieder im Studio eingefunden um an alte Erfolge (und Verdienste) anzuknüpfen. Es sind ja alle Zutaten für einen wiederholten Höhenflug vorhanden. Das profimäßige Songwriting von Tommy, das perfekte Gitarrenspiel von Helge und das solide Fundament einer funktionierenden und erprobten Rhytmustruppe.

Warum „Brother´s Keeper“ trotzdem ein sehr durchwachsendes Werk darstellt und nicht zwangsläufig in die Fußtapfen der ersten Alben tritt liegt einerseits an der, zwar nicht gerade zur Schau gestellten und mit der Finesse von alten Profis gut kaschierten, Leidenschaftslosigkeit, andererseits an der Ultraglattpolierten Produktion welche Def Leppard Alben wie Death Metal Monster wirken lässt.

Wenn wenigstens das Songmaterial stimmig wäre aber bis auf Ausnahmen („Generation Jedi“, „Once Bitten, Twice Shy“) kratzt man gerade mal am Victory, Bonfire, Jaded Heart und Axxis Niveau. Wer die letzten Veröffentlichungen aus diesen Häusern kennt weiß das dies nicht unbedingt das größte Kompliment ist.

Dass man technisch der Konkurrenz haushoch überlegen ist, macht die Darbietung an neuen Material nur noch grausamer. Man ist ständig hin und her gerissen zwischen anerkennendem Kopfnicken aufgrund der souveränen Gitarrensolis und dem einwandfreien Gesang und dem bitteren Erkennen das es sich hier um eine emotionale Todgeburt handelt.

Wenn man schon ein wenig in die Jahre gekommen ist und sich langsam Gedanken über die davon rieselnde Zukunft machen muss, erscheint einem der Entschluss hin zur sicheren Bank viel verständlicher. Als zahlender Kunde im Rock ´n´ Roll will ich aber Ehrlichkeit, Leidenschaft, Herzblut und Freude am Werk erkennen, hören und spüren. Die geht hier ab und macht diese Scheibe zu einem grandiosen Beispiel dafür wie Reunions nicht ablaufen sollten.

Da kann Japan Kopfstand machen, an eine traditionelle Melodicrockscheibe stellt man höhere Ansprüche.









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