Enik - The seasons in between

8.5 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2006

Label
EMI Music

Besetzung
All Vocals & Instruments: Enik
Guest Musicians

Tracklist
1. Rebro
2. Friendly drifter
3. Why do you love me
4. The seasons in between
5. No fire
6. Warm space
7. Unhealthy smoke
8. Awake
9. Uncomfortably
10. Kids
11. Stolen eyelight
12. Smashing the glasses
13. Small finger
14. No love
15. Safety

Datum: 05.04.2006 - Autor Tallulah
Wenn “Enik” mit einem einzigen Wort beschrieben werden müsste, würde es “schräg” lauten. Mir ist es trotz mehrmaligen Hörens nicht gelungen, diese Musik in eine Sparte zu schubladisieren. „Enik“ klingt so, als würde er im nächsten Moment den Löffel abgeben. Irgendwie ist dies sehr speziell und mystisch, aber auch ganz schön verwirrend. Ein Satz hat mir in diesem Booklet besonders gut gefallen: „I love every scar on you, you sweet mistake, you cosmic joke“.

Enik scheint aber ein ziemlich begabtes Kind zu sein, denn er schreibt alle Texte selber, singt, spielt Gitarre, Bass, Piano, Drums, Cello und arrangiert das ganze Beat-Programm. Und das nicht mal schlecht! Bei jedem Lied spielen Gastmusiker mit verschiedenen Instrumenten, was die totale Wirkung der Stücke mit sich bringt. Der Titelsong „The seasons in between“ ist ein total herausragendes Lied, welches für diese Scheibe atypisch ist aufgrund der beruhigenden Wirkung. Alle anderen Lieder sind eher nervöser, in meinen Augen ziemlich anspruchsvoll. Ausserdem setzt er voll auf Wiederholung einzelner Passagen und das immer und immer wieder. Vielleicht mangelte es ihm an Kreativität während des Schreibens, vielleicht ist dies aber auch nur eine geniale Art, seine Lieder in unsere Gehirne zu brennen. Bei fast jedem Song klingt seine Stimme so, als käme sie von einem nicht genau definierbarem Ort, irgendwoher wo keiner nachsieht. „Unhealthy smoke“ ist mein zweiter Favorit von der CD. „Enik“ wäre eine perfekte Figur in einer völlig verrauchten Bar, in der alle an ihrem Whisky nuckeln und ab und zu einen Joint oder dergleichen konsumieren. In solch einer Location würd ich diesen schrägen Vogel gerne mal erleben, aber auf keinen Fall wär diese Musik geeignet für grosse Hallen, da „Enik“ wohl eher ein stiller Ego-Musiker ist und kein Entertainer. Aber nicht alle Musiker müssen grosse Hallen füllen und das ist auch gut so. „Enik“ gefällt mir immer besser und langsam denk ich, beginn ich zu verstehen, was er eigentlich wirklich will. Aber dazu ist halt eine kleine Zeitinvestition notwendig. Für alle, die sich darauf einlassen, wird es sich lohnen.







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