Defiance - The Prophecy

6.5 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2009

Label
Candlelight Records

Besetzung
Gesang: Steev Esquivel
Gitarre: Jim Adams
Bass: Mike Kaufmann
Schlagzeug: Mark Hernandez

Tracklist
1. Prion
2. The Prophecy
3. Bastard Son
4. The War Inside
5. Fuel The Fire
6. Eschaton
7. Sloth
8. Desert Sands
9. Dissolving Around You
10. Asthmaphere
11. Eyes Of The Front

Datum: 16.10.2009 - Autor Claudio
Defiance gehörten und gehören zu der Art Bands, die zwar durchaus fähig sind, aber immer in zweiter Reihe standen. Auch haben sie immer passable Alben auf den Markt gebracht, aber wirklich gerissen haben sie nie etwas. Im Zuge des Thrash Revivals spült es nun auch die Mannen um Steev Esquivel wieder ans Tageslicht und schon nach dem ersten Hördurchgang erhebt sich der gleiche Vorwurf wie schon vor Urzeiten. Defiance klingen einfach brutal nach Testament, aber ohne die unglaubliche Intensität der Berserker um Kampfkoloss Chuck Billy auch nur im Ansatz zu erreichen. Die Stimme von Steev Esquivel (ex Skinlab) ist der Stimmlage von Mr. Billy auch nicht wirklich unähnlich und nun hab ich aber auch langsam mal genug gemeckert und gezetert, denn nicht alles ist auf “The Prophecy” schlicht. Defiance sind ein klassisches Beispiel dafür, dass die Bands aus der ehemaligen zweiten Reihe beinahe alle Newcomer in die Tasche stecken können, wenn sie denn wollten. Defiance haben den großen Vorteil der Erfahrung und setzen nicht alles auf die Karte Highspeed Dauergepröttel, sondern setzen durch akzentuiertes Riffing und sehr gute Rhythmusarbeit Akzente. Ein Song wie “Sloth” ist grundehrliche alte Schule, aber doch modern genug um zu zeigen wie Thrash geklungen hat und klingen kann. Thrash bedeutet nicht immer nur zu ballern, sondern auch die technischen Fähigkeiten,das Songwriting und auch Spielgeschwindigkeit zu variieren. Musikalisch wird hier eh nicht auf Sparflamme gekocht, sondern, gerade bei den Gitarren, die sie so niemals auf der Bühne reproduzieren können, da nur ein Gitarrist im Line Up zu finden ist, und beim Schlagzeug, Mark Hernandez schlägt gewaltig zu und ist auf “The Prophecy” eine absolute Dampframme. In jeder Note merkt man, warum man die Bay Area als Keimzelle des Ami Thrashs nennen muss, wenn sogar Bands aus der zweiten Reihe so schwere Geschütze auffahren. Wie zu Beginn schon gesagt, handelt es sich bei “The Prophecy” um ein eigentlich typisches Album von Defiance. Es ist gut und in allen Belangen überdurchschnittlich, doch wie schon früher muss ich halt zu oft an Testament denken und das schmälert meinen Genuss leider ungemein.

Wer auf wirklich hochklassigen Thrash steht, aber die stumpfe Geradlinigkeit, welche als zur Zeit als reine Lehre der Musik angesehen wird, ablehnt, der sollte sich “The Prophecy” unbedingt anhören. Wer die alten Defiance Alben besitzt, der muss sich “The Prophecy” auch unbedingt zulegen, denn enttäuschen werden die Jungs bestimmt nicht. Für mich ist “the Prophecy” das bisher reifste Werk der Herren und auch wenn ich wahrscheinlich niemals ein Fan der Band werde, muss ich ihnen Respekt zollen. Denn auch wenn das Thrashrevival auf Hochtouren läuft, werden die wenigsten mit “The Prophecy” in dieser Form gerechnet hat. Bay Area Thrash wie er heute klingt, leider ohne eigene Trademarks, aber das ist halt das Manko, oder auch Los, einer Band, die niemals in der ersten Reihe gestanden hat. Gut gespielt, gut produziert und doch nicht wirkliche Spitze...



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