Burst - Lazarus Bird

7.5 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2008

Label
Relapse Records

Besetzung
Gesang: Linus Jagerskog
Bass/Gesang: Jesper Liverod
Gitarre/Gesang: Bobert Reinholdz
Gitarre: Jonas Rydberg
Schlagzeug: Patrick Hultin

Tracklist
01. I Hold Vertigo
02. I exterminate the I
03. We Are Dust
04. Momentum
05. Cripple God
06. Nineteenhundred
07. (We Watched) The Silver Rain
08. City Cloaked

Datum: 19.09.2008 - Autor Claudio
Uff, Burst sind anstrengend und verstanden habe ich die Musik der jungen Schweden eigentlich auch nicht wirklich. Die Plattenfirma beschreibt das Ganze als Postcore, aber was soll denn das sein? Wahrscheinlich nur wieder eine weitere unsinnige Genrebezeichnung, wenn einem mal nichts anderes einfällt. Ich erinnert die Band, von den musikalischen Strukturen her, ein ums andere Mal an Mastodon und ähnlich gelagerte Bands. Sie haben auch die Fähigkeit Progressive Rock mit derben Metaleruptionen zu verbinden, Aggression mit Melodie und traumwandlrerisch, ruhigen Passagen zu verbinden.

In den stillen Momenten auf “Lazarus Bird” klingen die Herren aus Göteborg wie eine klassische Progressive Rock Band, klare Gitarren, welche leicht singend Melodiebögen vorführen, die unweigerlich innere Ruhe erschaffen. Diese Ruhe wird aber schnellst möglich durch plötzlich einsetzende Bellattacken und krachenden Drums ausgelöscht. Verstört versucht man den rasenden Riffs, den Rhythmen zu folgen und ertappt sich immer wieder dabei, scheinbar doch was überhört zu haben. Denn anders als viele Bands, kleckern Burst nicht mit ihren musikalischen Fähigkeiten, sondern klotzen manchmal kräftig drauflos. Die Musikpolizei wird sich definitiv beim Genuss der Schweden die Haare raufen und sich fragen, was die denn genau spielen und vor allem wie und warum. Die musikalische Tiefe von “Lazarus Bird” wirkt und ist oft verstörend, da die Songs nicht wirklich einer klaren Linie folgen und bisweilen ziemlich hektisch und getrieben wirken.

Progressive Musik war schon immer etwas speziell und im Falle von Burst geht es noch einen Schritt weiter, denn eine Mischung aus knallhartem Geriffe, Hardcore ähnlichen Vocals (in den härteren Parts), filigranen Gitarren und Breaks bis zum abwinken, wird definitiv 97 % der Hörerschaft schlichtweg überfordern. Wer sich aber schon mit Mastodon angefreundet hat und auch dem britischen Prog Rock nicht abgeneigt ist, der sollte der Band unbedingt Gehör schenken. SO brachial und doch filigran “Lazarus Bird” auch wirkt, vermisse ich manchmal den roten Faden, der bei manchen Songs einfach nicht auffindbar ist. Dies soll nicht bedeuten, dass die Songs nicht gut geschrieben sind, aber “Lazarus Bird” wirkt mehr wie eine Ansammlung von Singles als wie ein komplettes Album. Jeder Song kann für sich allein stehen und wird andere Leute ansprechen. Diese Tatsache trifft auf beinahe jeden Song zu und verwirrt immer mehr, je öfter man sich das Album anhört.

Wie schon gesagt “Lazarus Bird” ist kompliziert, brachial und filigran zugleich und ich verwette meinen Kopf, dass einige Leute die Platte in den Himmel loben werden, wohl wissend, dass sie sie nicht verstanden haben oder ansatzweise sehen, was hinter ihr steckt. Ich masse mir nicht an zu sagen, dass ich weiß, was hinter “Lazarus Bird” steckt, aber ich glaube, die Intention der Musiker wenigstens im Ansatz erkannt zu haben. Ich kann einfach nur das Info der Band zitieren: “ “Lazarus Bird” klingt wie der Soundtrack des Lebens : unvorhersehbar, verstörend und doch versöhnlich.”

Hört euch einen Song wie “(We Watched) The Silver Rain” oder “City Cloaked” einfach mal an und ihr werdet sehen, was gemeint ist. Erklären kann man die Musik nicht, aber man sollte versuchen sie zu verstehen.....vielleicht entdeckt man mehr als man erwartet.







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