Bon Jovi - Crush

5.5 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2000

Label
Mercury

Besetzung
Gesang/Gitarre: Jon Bon Jovi
Gitarre: Richie Sambora
Keyboard: David Bryan
Bass: Hugh McDonald
Schlagzeug: Tico Torres

Tracklist
1. It's My Life
2. Say It Isn't So
3. Thank You For Loving Me
4. Two Story Town
5. Next 100 Years
6. Just Older
7. Mystery Train
8. Save The World
9. Captain Crash and Beauty Queen From Mars
10. She's A Mystery
11. I Got The Girl
12. One Wild Night
13. I Could Make A Living Out of Loving You

Datum: 14.08.2006 - Autor Jörg
Ich werde mich mal über, das meiner Meinung nach, schwächste Bon Jovi-Album ever auslassen. Das hat ich „Crush“ als eine extrem schwache Scheibe empfinde hat auch rein gar nichts mit der starken Präsenz der Hits dieser Scheibe zu tun. Sicher ist „Crush“ für Bon Jovi ein Mega-Erfolg gewesen und die Band wurde nun endgültig zum Massen-Phänomen. Das Publikum von Bon Jovi setzte sich schon seit etlichen Jahren nicht mehr aus dem Hardrock-abteil zusammen. Hausfrauen, Bravo-Teenies und Versicherungsangestellte sind eher die Zielgruppe. Die Charts und die Top Ten sind das Zuhause der Singles. Seltsamerweise schlagen Bon Jovi aber eher in Europa mehr ein, als wie in ihrer Heimat.

Der Opener und größte Hit aus „Crush“ ist „It´s my Life“ und dieser Song ist ein Ohrwurm, dessen Qualität man nicht leugnen kann, immerhin geht der Song noch gut ab. „Say it isn´t so“ kommt dann eher schwachbrüstiger daher, wenn mich nicht alles täuscht war es auch eine Single. Hier reißt das Gitarrenspiel von Richie Sambora einiges wieder raus.

Leider kommt der begnadete Gitarrist auf „Crush“ nicht so wirklich zum Zuge und seine Riffs gehen in der Mainstream-Popigen Produktion leider oft unter oder lassen jeglichen Biss vermissen. „Crush“ ist weder ein Hardrock-Album und kaum noch Rock. Diese Mischung aus extrem schmalzigen Balladen, wo einige gute drunter sind und den Poprockigen Stücken kommt beim großen Publikum gut an, doch so was wie „One Wild night“ wäre zwischendurch mal geil gewesen. Leider steht dieser Song am Ende des Albums und man muss ich doch durch einige Langweiler kämpfen. Der Big Hit „Thank you for loving me“ ist in meinen Augen gar kein Rock mehr, sondern arger Schmalzpop und noch nicht mal AOR-Tauglich. Phil Collins und Co lassen da schon sehr grüßen.

Zum Glück kommt hier auch ab und zu der „Springsteen“ bei Jon Bon Jovi durch und solche Tracks wie „Two Story town“ oder „Captain crash& the beauty Queen from Mars“ stimmen mich wieder milde.

Mein größter Kritikpunkt an dieser Platte ist das teilweise echt belanglose Songwriting, das mich stellenweise richtig ärgert. Doch wir wissen ja zu welchen Großtaten das Songwriter-Gespann Bon Jovi/Sambora fähig ist. Leute hier habt ihr meiner Meinung echt auf die Verkaufscharts geschielt. Nun ja, wer kann es euch verübeln. So läuft dann auch im Münsteraner Bauernsender „Radio Kiepenkerl“ schon morgens um 6 Bon Jovi und Reiner Jedermann flötet die locker flockigen Melodeien vor sich hin wenn er auf seinem Trecker über den Acker hoppelt.

Zum Glück haben Bon Jovi mit den Nachfolge-Alben wieder Eingärmassen die Kurve bekommen und wieder ein wenig kerniger daher gerockt und die Songwirting-Qualität stimmte auch wieder mehr als wie bei „Crush“.

Ich habe echt kein neues „Slippery“ oder „New Jersey“ erwartet, doch „Crush“ ist schon ein klein wenig bitter.

Ach, hier kommt auch Alec John Such-Ersatz am Bass, Hugh McDonald zum Zuge, doch er wird ja noch nicht mal auf den Band-Pics mit abgebildet. Klarer Fall von Hired Gun, wie man in Musikerkreisen zu sagen pflegt.











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