Billy Idol - Cyberpunk

7.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
1993

Label
Chrysalis

Besetzung
Vocals, Keyboards, Programming; Billy Idol
Guitars, Keys and Programming: Mark Younger-Smith
Drums: Robin Hancock

Tracklist
1. Wasteland
2. Shock To The System
3. Tomorrow People
4. Adam In Chains
5. Neuromancer
6. Power Junkie
7. Love Labours On
8. Heroin
9. Shangrila
10. Concrete Kingdom
11. Venus
12. Then The Night Comes
13. Mother Dawn

Datum: 03.04.2008 - Autor Psychobimbo
In den frühen 90ern hatte Poppunk und Posterboy Billy Idol einen drogenbedingten Durchhänger der ihn über 10 Jahre auf Eis legte. Sein letztes Lebenszeichen vor der grandiosen Rückkehr war das kommerziell total gefloppte „Cyberpunk“ Album, welches durch seine neue elektronische Ausrichtung bei den Fans kaum auf Gegenliebe gestoßen ist.

Auch wenn zwischen allen Noten der Scheibe seine Heroin, Koks oder was auch immer Sucht durchscheint, so bekommt man als aufgeschlossener Jünger dennoch einiges geboten.

Natürlich wichen die Gitarren (ja, man vermisst Steve Stevens schon schwer) elektronischen Beats und das mag den Rockern schlecht aufgestoßen sein, aber wenn man das Konzept in Betracht zieht war diese Option die einzig passende. Schließlich sollte „Cyberpunk“ ja eine Atmosphäre des modernen „Blade Runner“ oder „Mad Max“ erzeugen. Wären da E-Gitarren (oder solche die wie welche klingen) nicht etwas fehl am Platz?

Und wie die Single „Shock To The System“ beweißt, so funktioniert die althergebrachte Idol Formel auch im anderen Gewand. Das Manko ist das er sich oftmals wirklich etwas verzettelt und etwas an seiner Zielgruppe vorbeimusiziert. Billy Idol ist kein David Bowie bei dem diese Entwicklung mit „Hurra Hurra!“ Rufen aufgenommen würde.

Bei aller Klasse die Nummern wie „Adam In Chains“ oder „Necromancer“ aufbringen, es haben sich schon ein paar recht zähe Momente eingeschlichen und selten war Nomen mehr Omen als bei der aus Lou Reed stammenden Nummer „Heroin“.

„Cyberpunk“ ist eine Platte für Junkies. Von einem Junkie. Ebenfalls glücklich werden könnten Menschen die sich Science Fiction und Endzeit Soundtracks in das Plattenregal stellen. Als solcher hätte „Cyberpunk“ einwandfrei funktioniert.

Was heute übrig geblieben ist, das ist ein interessantes Album von einem Popkünstler der an seiner eigenen Herrlichkeit und Größe zerbrochen ist. Für Leute die auf elektronische, teils mit lässigen Beats und Tranceversatzstücken unterlegte Musik stehen und Mr. Idol losgelöst sehen können, für den dürfte sich ein Reinhören sicherlich lohnen.

Wer jedoch „ROCK“ in Riesenlettern über das Trommelfell tätowiert hat, der wird sich mit Grausen abwenden.





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