Autumn Hour - Dethroned

9.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2010

Label
Cyclone Empire

Besetzung
Gesang: Alan Tecchio
Gitarre: Justin Jurman
Bass: Clint Arent
Schlagzeug: Dave Lescinsky

Tracklist
Part I - Singularity In The Making
1.Oblon
2.End User
3.Techcceleration (The Machine Speaks)
4.Here Comes The Rain Again

Part II - Endgame
5.Fade Out
6.Unbelievable (The Mind Speaks)
7.Dethroned
8.How Were We Supposed To Know?

Part III - The Machine Kind
9. Every Day (The Body Speaks)
10.Transcend
11.The Past (The Heart Speaks)

12.Rebirth
13.Rafi
14.How Were We Supposed To know? (Acoustic)

Datum: 17.01.2010 - Autor Claudio
V.Ö.: 22.01.2010



Als Band sind mir Autumn Hour kein Begriff, aber als ich die Namen der Musiker und insbesondere des Sängers, gelesen habe, wuchs in mir eine ziemliche Spannung. Alan Tecchio, seines Zeichens ehemaliger Sänger von Hades, Non-Fiction, Power und Watchtower, bürgt eigentlich für fantastischen Gesang und anspruchsvolle Musik und so war ich mehr als gespannt, was uns Autumn Hour mit ihrem Debüt “Dethroned” präsentieren. Interessant ist auch, dass es sich bei dem Album um ein Konzeptwerk über Nano Technologie und K.I. (Künstliche Intelligenz) handelt, alles in eine dunkle Stimmung verpackt und in drei Parts unterteilt.

Schon nach dem ersten Hördurchgang war mir klar, dass ich eines der Highlights des noch jungen Jahres in Händen halte. Vielleicht lehne ich mich auch zu weit aus dem Fenster, aber in den letzten Jahren hat Alan Tecchio nicht mehr so ergreifend, melodiös und ergreifend gesungen wie auf “Dethroned”. Musikalisch bewegt sich Autumn Hour in der Schnittmenge aus US Power Metal, Progressive Metal und Thrash.

Spannend ist die Verbindung aus knallharten Riffs und melancholischen Teilen, es ist faszinierend die Zusammenarbeit von akustischer Gitarre und Thrashriffs, wie zum Beispiel bei “End User”, zu hören und zu merken, dass der Song als Ganzes wunderbar funktioniert. Musikalisch und textlich ist “Dethroned” äußerst komplex, aber doch eingängig genug um den Hörer nicht zu überfordern. Bei allen technischen Finessen und der textlichen Ausarbeitung des Konzeptes, haben die Musiker niemals den Song aus den Augen verloren. Jeder Song kann für sich alleine stehen und man hat niemals das Gefühl, dass etwas aus dem Kontext herausgerissen wurde. Sogar eine Coverversion hat das Quartett in das Album eingebaut und aus der fürchterlichen Eurythmics Nummer “Here Comes The Rain Again” einen metallisch, melancholische Song erschaffen, bei dem das Original zwar zu erkennen ist, aber eigentlich keine Ähnlichkeit zu Besagtem besitzt. Für mich eine der besten Coverversionen seit “The Sound Of Silence” von Nevermore.

Vielleicht versteife ich mich bei “Dethroned” auch zu sehr auf den Gesang von Alan Tecchio, aber seine Stimme ist nun einmal unbeschreiblich. Er hat mehr als ein stilprägendes Album eingesungen und hier beweist er nun einmal, dass er nichts, aber auch gar nichts verlernt hat. Nein, er ist vielleicht noch stärker geworden. Er beherrscht die hohen Passagen, genau wie dunklere Stimmlagen. Doch man darf die Band einfach nicht nur an ihm messen, auch wenn ich dies zu Anfang getan habe. Man könnte eigentlich jedes Instrument noch mal eigens hervorheben, egal ob die Gitarre oder die äußerst präzise Rhythmusabteilung, welche schon mit Alan bei Seven Witches gespielt hat. Wenn man es ernst nimmt, dann hat die Band eigentlich keine Schwäche und das kann man nicht von vielen Bands sagen.

“Dethroned” ist ein Album, dass die Messlatte für ALLE Progressive Metal Bands hoch ansetzt, besonders Watchtower werden sich ziemlich strecken müssen um mit ihrem kommenden Album an die Qualität der Band ihres ehemaligen Sängers zu kommen, denn mit Jason McMaster haben sie nicht gerade einen Stimmakrobaten hinter dem Mikro. Fans von Watchtower, Fates Warning oder US Thrash/Power Metal Bands kommen an “Dethroned” einfach nicht vorbei. Wer sich unschlüssig ist, sollte sich einfach mal “Dethroned” , “How Were We Supposed To Know?”, “End User” oder “Transcend” anhören, diese Songs bieten das gesamte Spektrum der Band an. Von Thrash, über balladeske Melancholie, dunklem Progressive Metal und schierer Power. Zwar ist es manchmal ein wenig anstrengend, dem wirklich komplexen Konzept zu folgen, aber wer es nicht versucht, der weiß nicht was er verpasst. Wenn das Jahr so weiter geht, dann stehen uns starke Zeiten ins Haus und als Europäer erfreuen uns Autumn Hour und das rührige Cyclone Empire Label auch noch mit drei Bonustracks, von denen besonders die akustische Version von “How Were We Supposed To Know?” ins Auge sticht.





last.fm Player


TOP-NEWS
Interview: Icon


RANDOM REVIEWS