Michael Voss, vom Mad Max zum Casanova

Das aktuelle Album „All Beauty must die“ ist trotz unterschiedlichster Reaktionen bei uns zum „Album des Monats“ gekürt worden, da die Qualität dieser Platte einfach grandios ist.
Wie es sich gehört haben wir zum „Album des Monats“ auch ein Interview versucht zu bekommen. Michael Voss hatte mich, obwohl er arbeitstechnisch schon wieder voll eingebunden ist, in seinen Barfly Studios in Münster empfangen und hat mir ein Interview gewährt. Meine Frau und Reaktionsmitglied Melanie hatte mich begleitet und war hauptsächlich damit beschäftigt den Hund des Hause zu streicheln. Des weiteren haben wir eine kleine „Track-Attack“ gemacht, wo mich Michael doch ein wenig überraschte, das er einige Songs sofort erkannte und ich dachte ich hätte mir da ein paar harte Nüsse ausgesucht. In dem interview haben wir auch ein wenig über Michaels alte Gruppe MAD MAX geredet, die ja in den 80ziger Jahren in Deutschland einige Erfolge verbuchen konnte, nebenbei zeigte uns Michael dann noch Uralte Aufnahmen aus dem Fernsehen, solche Kultsendungen wie den „Musik Convoy“ werden wohl noch einige ältere Fans gut in Erinnerung haben.

Reviews zum Thema: Casanova &Mad Max:

Casanova: Same

Casanova: One night Stand

Casanova: All beauty must die

Mad Max: Night of Passion



Dann mal gleich in die Vollen. Casanova-Comeback:Das ist doch richtig, oder gab es euch in der ganzen Zeit noch?

Ne, wir haben uns Ende 1999 getrennt und das war dann auch hauptsächlich aus persönlichen Gründen. Es hat da richtig gekracht zwischen uns. So langsam ist man dann aber wieder mal an den anderen herangetreten und so kam dann erst mal ein telefonischer Kontakt zustande und man kam sich wieder näher. Als wir das letzte Mal mit Casanova weiter gemacht haben, war es ja so das uns eine Plattenfirma aus Japan ein Angebot gemacht hatte etwas zu veröffentlichen und nun ist es anders rum. Also wir werden mit einem fertigen Produkt an die Leute herantreten. Es wurden Songs geschrieben und so konnten wir anchecken ob es wieder so funktionierte wie es soll.


Und die anderen waren davon sofort begeistert?

Das ging dann erst mal nur den Schlagzeuger (Michael Eurich) und mich was an, wie eben immer bei Casanova und nachdem wir dann auf einen grünen Zweig gekommen sind haben wir ein Bandmeeting abgehalten. In Köln auf einem Whitesnake-Konzert, wo man sich mal wieder locker an einander gewöhnt hatte. Das hat anscheinet allen gut gefallen und 2 Monate später sind wir dann hier ins Studio gegangen und haben recordet.


Wie siehst du den Chancen für Casanova heutzutage?

Tja, haha, das ist so eine Sache, das kann man ja schon fast philosophisch sehen: Also verkauft heutzutage überhaupt noch genug Platten und was möchte man mit seiner Musik überhaupt erreichen.
Ich freue mich das wir eine neue Platte gemacht haben, erst mal für uns und ich finde sie ist fantastisch geworden und nun tragen wir die Scheibe nach außen. Wenn es den Leuten bzw. den alten Fans genügt und wir dann noch ein paar neue Fans hinzugewinnen können, dann sind wir sehr zufrieden mit der Platte.


Da haben wir ja bei uns bei „Sleaze-Metal“ das beste Beispiel, einigen alten Fans gefällt die Scheibe nicht so gut, denen ist sie etwas zu soft ausgefallen. Und dann sind da Leute (wie eben ich), die fanden die alten Casanova bisher nicht so prall und mir gefällt die neue CD echt gut.

Es wurde aber nichts viel anders gemacht worden wie sonst auch, also Songschreiberisch haben wir gearbeitet wie früher. Klar, sind wir wohl mit der Zeit etwas älter und relaxter geworden, eben nicht mehr so viel Knüppel aus dem Sack, aber sonst. Es sind immer noch die Vier Leute welche auch die älteren Platten gemacht haben. Vielleicht haben wir hier und da das eine Solo gestrichen oder wir haben nicht mehr ganz so wilde Songs wie früher, aber es ist immer noch gute Rockmusik, sehr melodiöse zwar- aber Rockmusik. Casanova waren ja noch nicht die harte Band, wie Pink Cream 69 oder Axxis die es richtig krachen lassen haben, es war eben mehr melodiöser und eher noch ein wenig dem Pop zugetan. Ich habe auch gar nicht die Stimme dazu so richtig heavy zu klingen.


Liegt das wohl an der Art der Produktion?

Nein, das glaube ich nicht, möglicherweise ist es die Songauswahl. Wir arbeiten mit ein wenig Akustikgitarren, aber das war auf der ersten Scheibe –bei „Living a Lie“ ja auch schon so. Vielleicht haben wir früher die Gitarren mehr in den Vordergrund gemischt, aber sonst.


Ich finde das ein oder andere Lied hat einen Def Leppard-Touch.

Baoch, ja ich habe mir echt lange keine Def Leppard-Scheibe mehr angehört und da könntest du nur „Lying“ meinen. Das ist eine bewusste Ähnlichkeit vorhanden, der Song ist aber auch schon gut 10 Jahre alt. Der wurde als eine Hommage an diese Zeit geschrieben und wir konnten aus 22 Songs auswählen. „Lying“ ist dann sozusagen unser Tribut an die Neunziger.


Ich finde das Cover und den Titel doch recht düster, steckt irgendwas dahinter?

Das ist rein provokativ gewesen. Wir haben überlegt was wir so machen können, das Artwork hat jemand aus Las Vegas angefertigt. Wir haben auf den Covern immer eine Rose mit im Spiel gehabt und daher auch die Verbindung zur der Frau die auf den Rosen liegt. Die einen sagen sie schläft, die anderen sagen sie ist tot und „All beauty must die“ das kann man sowohl für das Bild bzw., diese Frau sehen, oder eher allgemein das alle Rosen verblühen. Eben in dem Sinne, alles Schön ist vergänglich.


Also nicht einfach nur eine nackte Frau auf der Hülle, das verkauft sich besser?

Ja, Nein, also man sieht ja nicht wirklich was. Aber die Farben stechen doch gut ab, das Rot der Rosen und dann das, sagen wir mal Weiße Fleisch. Ich finde das schon gut. Und eben die Provokation, was ja auch irgendwie gelungen ist, sonst würdest du ja nicht nachfragen.


Das stimmt. Kommen wir mal zu „Guitarman“ das ist doch eine Coverversion, oder? Von wem ist das Stück?

Das ist eine Coverversion eines aus dem Jahr 1970, glaube ich, einer amerikanischen Westcoast-Band Namens „The Bread“, war ein Top-Ten-Hit in Amerkia damals.


„Dreamer“ und „Last of the Runaways“ sind für mich die Songs welche mir persönlich am Besten auf „All beauty must die“ gefallen, erzähl doch mal was über Entstehungsprozess der Lieder.

„Dreamer“ war die letzte Nummer die wir für das Album geschrieben haben und die ist erst hier im Studio entstanden. Der Stefan ist da mit einem Riff angekommen und meinte wir haben doch noch den Refrain (der war schon da, aber eben nur der Refrain) auf dem Demo und das Stück ist dann spontan aus einer Session entstanden. Ist jetzt nicht unbedingt so Partytauglich, aber wir haben gedacht lass uns mal ein wenig fliegen und so, lass kommen einfach. Ist ein ganz simples Stück, der Refrain wir recht oft wiederholt und es sind auch nur drei einfache Griffe. Aber es funktioniert. „Last of the Runaways“ haben ich dann für meine Tochter geschrieben, das ist ihr Lieblingslied. Die singt das zu hause immer, das ist auch wieder so eine Nummer, welche mir wieder während Produktionszeit eingefallen ist. Das Stück ist mir so auf dem Weg von meinem Haus hier ins Studio eingefallen, so dieses Tom Petty-artige mit der Wandergitarre. Das haben wir dann ganz „klein“ auch aufgenommen, ganz simple gehalten.


Wie kommt „All beauty must die“ bisher an?

Super, bin ich sehr zufrieden mit. Es ist immer so eine Sache, ich hatte damit ja fast schon gerechnet und der schlimmste Fall ist nicht eingetreten, also das man sagt: Guck mal die alternden Casanova kommen jetzt wieder hervor. Ich denke wir sind alle auch optisch etwas älter geworden und ich finde das wir immer noch zu dem Image von Casanova stehen kann. Die Bilder sind auch noch ganz gut von uns geworden. Jeder der Charaktere in der Band steht noch dafür, wo für er immer gestanden hatte und eben diese Vier „verrückten“ machen das Ganze ja aus.


Ihr wurdet ja damals quasi als „All-Star-Band „ angepriesen.

Ja, klar da waren bekannte Leute dabei, den Michael kannte ich auch schon so lange. Wir haben ja auch schon ein paar Jahre so herumgedoktert, den Stefan (Neumeier) kenne ich ja auch schon seit 20 Jahren. Wie gesagt wie haben es bei der WEA immerhin auf 2 gute Platten gebracht, wir hatten ein gutes Management (Gaby Hoffman, die sich auch um Accept gekümmert hatte) und das war schon alles ordentlich durchdacht.


Und nun seit ihr ja bei einem weitaus kleineren Label gelandet.

Ja, bei Escape sind wir nun, weil uns in Deutschland keiner haben wollte. So ist dann nun mal im Leben (lacht).


Also man wird es heute wohl schwerer haben eine Casanova-Scheibe einem 15 jährigen Kid schmackhaft zu machen.

Das stimmt absolut, das geht dann auch mehr an das etwas ältere Publikum so ab 25, 30 oder so.


Wie steht es mit Konzerten?

Es wäre schön, da muss man mal abwarten. Das ist immer eine sehr kostspielige Sache, man muss sich ja heutzutage in die Tourneen der größeren Band „einkaufen“. Da ist das Risiko schon etwas zu groß, das lohnt sich ohne Sponsor nicht. Das wird schwer, wenn man von vornherein erkennen kann das man unterm Strich bei Null rauskommt wird das auf jeden Fall gemacht, aber schauen wir mal. Das ein oder andere Festival wäre natürlich optimal. Irgendwas wird schon passieren, wir wollen noch eine Live-DVD machen, da nützt es alles nichts, irgendwo muss das Material ja herkommen.


Ihr habt jetzt Vier Releasepartys in den kommenden Wochen, da bist du ja bei einer dabei.

Die werden jetzt kommen, so fern ich weis bin ich in Duisburg Anfang Dezember am Ort, aber Live auftreten werden wir da nicht.


Wie siehst du deine momentane Situation, also ich meine mit deinem Studio, den ganzen Projekten und so, auf den Punkt gebracht: Bist du zur Zeit zufrieden wie es läuft?

Man hat eine Menge zu tun, wir sind ja jetzt gerade schon wieder mitten in der nächsten Produktion, dann kommt die dritte „Biss“-Scheibe, dann produziere ich noch parallel eine Scheibe mit Oni Logan dem Ex-Sänger von Lynch Mob. Das reicht mir auch im Moment, wenn wir damit fertig sind ist es auch fast schon wieder an der Zeit das ich mir neuen Gedanken über Songs für Silver oder Casanova machen kann.


Also langweilig wird dir nicht. Demon Drive gibt aber nicht mehr?

Das ist so eine Sache, man macht da Vier Platten, welche mir persönlich ganz gut gefallen haben, die aber von der Fan-Schar nicht so gut angenommen wurden. Wenn man da lange probiert und Zeit investiert und dann am ende nicht auf den Umsatz kommt, wo wir hin müssen, dann sagt man leider das es nicht mehr weiter geht.


Gibt es irgendwelche Gruppen, oder besser Richtungen wo du sagen würdest, das produziere ich nicht?

Schlecht Musik (wie aus der Pistole geschossen), gut beim Reggae hätte ich wohl meine Schwierigkeiten, da müsste ich mir wohl vorher erst einen rauchen (lacht), aber ich mache hier alle Arten von Musik. Ich habe auch kein Problem damit mir Speed-Metal-Sachen anzuhören, es muss einfach nur qualitativ gut sein. Es macht mir einfach nur viel Spaß unterschiedliche, gute Sachen zu produzieren. Hier haben wir auch schon Kindermusik aufgenommen, mit einer Gruppe Kinder oder wenn der von Preußen Münster hier ankommt, dann marschiert hier die ganze Fußball-Mannschaft ins Studio. Da ist eine sehr spannende Sache hier alle Arten von Musik zu machen.


Was waren deine größten Erfolge als Produzent?

Das kann ich dir genau sagen, das ist meine Tochter Lilly (ich hoffe ich habe den Namen richtig verstanden- Anmerk. Des Verfassers), was besseres habe ich in meinen ganzen Leben noch nicht „produziert“.


Das ist mal eine klasse Antwort. Lass uns doch mal ein wenig über Mad Max reden, mich würde jetzt doch mal interessieren warum ihr damals aufgehört habt?

Also wir hatten 1986 die große Chance in Amerika einen Vertrag mit der CBS zu bekommen, die wollten uns dort als die deutsche Antwort auf Dokken aufbauen und das hat leider nicht geklappt. Obwohl wir mit „Concrete Management eine tolle Unterstützung hatten. Aber unser Plattenmensch hier wollte dann noch zusammen mit Mad Max ein paar andere Bands aus seinem Stall dort unterbringen und das wollten die Amis dann nicht und so ist dieser Deal dann nicht zustande gekommen. Darauf hin habe ich gesagt, das ist es nicht. Es wäre die Chance gewesen dort drüben Fuß zu fassen und ich darauf hin sehr desillusioniert. Dann habe ich dann mich noch mal mit meiner Damaligen Managerin der Gaby Hoffman getroffen und die schlug mir dann vor, mach doch was mit den Jungs von Warlock. Die waren ja da bei Doro auch raus und haben ein Jahr lang Stücke geschrieben, geübt und gemacht. Und dann kam ja das Angebot von den Bonfires und das hat sich dann noch ein Jahr verzögert.


Du warst bei Bonfire aber nur als Tourgitarrist angestellt?

Genau, das waren da so anderthalb Jahre in denen ich dann zwischen Münster und Ingolstadt immer hin und her gependelt bin. Danach kam ja schon direkt das Angebot 1989/1990 Casanova zu machen und dann ging es weiter.


Ihr habt mit Stryper zusammen getourt erzähl, doch mal, sind die wirklich so wie sie ihr Image immer nach außen verkauft haben?

Mit Stryper sind wir dann durch ganz Europa getingelt. Die haben halt ihre Bibeln herumgeworfen. Ich fand das aber ganz lustig, ich muss hier noch mal mein Photo mit Michael Sweet hier irgendwo aufhängen. Ich kann dir nichts anderes sagen, ich sie nie Alkohol trinken sehen und so.


„Musikconvoy“ habe ich hier mal als Stichwort..

Ja, 1984, das habe ich hier, habe gestern noch gekuckt, können wir gleich mal anschauen.
Damals kam man mit der Musik noch in die ein oder andere Fernsehsendung rein. OK, Formel Eins war eher den Chartthemen vorbehalten, es war einfacher. Es ging auch noch was mit dem Radio, wir haben früher richtige „Radiotourneen“ gemacht, wir sind 3 –4 Tage lang zu den Sendern hingefahren und haben da unsere Promotion gemacht. Heute kommst du da noch nicht mal am Pförtner mehr vorbei, die spielen es einfach nicht. Das ist Schade und so minimiert sich der Markt. Gut, Bon Jovi oder Bryan Adams laufen noch, die sind ja nicht soweit weg von der Musik die wir jetzt machen. Aber man kommt einfach nicht ins Radio wenn man nicht in den Charts ist und die Verkaufszahlen nicht vorweisen kann.
Es ist auch heutzutage schwer ein Video zu machen, da hat man Pech bei VIVA passt einem deine Nase nicht und dann hast du mal eben 40000 oder 50000 Euro in den Sand gesetzt.


Gut, das war jetzt mal etwas an der Frage oder Thema vorbei aber mal schön so eine Meinung/Ansicht zu haben. Mich würde mal interessieren woher die Bonustracks von der "Night of Passion"-CD stammen?

Lass mal gucken, ah, „Show no Mercy“ waren die letzten Demos welche wir gemacht haben und „Can´t Stop taking“ war seinerzeit auf der Maxi-Single von „Fox on the Run“ mit drauf.
„Show no mercy“ war so mit die letzte Nummer die wir mit Mad Max aufgenommen haben.


Das ist gut, das „Fox on the Run“ schon von dir angesprochen wurde. Du bist doch ein ziemlicher Sweet-Fan, war es da schwer von seiner Lieblingsband einen Song zum covern herauszusuchen?

Früher war ich der absolute Fan, ich höre die ab und zu immer noch, aber leben ja nun nicht mehr alle von der Band. Damals hatte wir Songs eingeprobt von T Rex „Children of the Revolution“ und eben einen Sweet-Song. Das wurde dann von der Plattenfirma mitentschieden welcher Song dann besser abging. Au, Man, da waren wir sogar noch bei der Bravo und haben da eine Photosession gemacht. Das war eine schöne Zeit.


Wie stehst du den heute so zu eurem Outfit von damals? Das war ja auch sehr bunt und Glam-Mässig.

Ach, da habe ich überhaupt keine Probleme mit, früher hatte halt jeder diese „Freiluftkletterer-Hosen“ an und laufen die Kids mit Hosen rum, die hängen an denen wie Säcke. Ist halt die Mode, in 20 Jahren laufen wir vielleicht wir so rum. Das man das so schlimm abtun muss, wie man das von „Beavies und Butthead“ und so sieht das man die ganze „Winger-Generation“ niedermähen muss, das ist doch nichts. Ja, aber schau dir doch mal die Leute aus den 60zigern an, wie sind die rumgelaufen, da lachst du dich heute drüber kaputt. Aber ist egal, die Musik war halt cool.


Dann kommen wir doch mal kurz zum Metal Hammer, ihr habt da ja mit „Stormchild“ einen ganz schön eingeschenkt bekommen. Was denkst du da so rückwirkend drüber?

Das war damals die Höchststrafe und richtig bitter. Da stand dann da was von „Grundschul-Metal von übelster Sorte“, das fand ich doch eigentlich recht hart. Weil früher gab es ja kaum Hefte und das war heftig. Ich finde die „Stormchild“-Platte heute immer noch astrein, da gibt es nichts dran auszusetzen. Die wurde auch hier in Münster innerhalb von 2 Wochen aufgenommen. Aber besten gefällt mir aber immer noch die „Night of Passion“, das war auch von den Kompositionen her unsere reifste Platte. Ist halt dumm gelaufen, mit dem „Stormchild“-Review. Wir konnten aber trotzdem damals mit Bands wie Uriah Heep und Yngwie Malmsteen auf Tour gehen und das war toll.


Wie hältst du es als Sänger mit der Stimmpflege? Deine Stimme klingt ja noch fast genauso wie früher, sicher singst du jetzt nicht so hoch, aber da ist kein großer Verschleiß zu erkennen.

Gut auf dem neuen Album sind 2 Songs drauf, da habe ich noch eine Erkältung nicht ganz auskuriert und das hört man doch schon. Da hätte ich sicher noch mal rangehen können. Es nervt mich persönlich ein bisschen, da habe ich einen leicht nasalen Klang. Da sage ich mir im Nachhinein, Ahhhhhhhhh, das hätte doch anders, aber egal. Ich spiele ja auch oft live mit meiner Coverband und ich singe die Noten auch noch so wie früher. An Höhe und Intensität habe ich auch nicht viel verloren.


Also du pflegst dich jetzt nicht extra oder so?

Also wenn man auf Tour ist, dann muss ich schon etwas aufpassen, da kann ich nicht jede Nacht bis Mitternacht rumgeistern. Da bin ich schon der erste der im Tourbus verschwindet und sich die Ruhe antut, sonst schafft man das nicht.


Du hast gerade deine Coverband angesprochen, so was ähnliches hast du früher doch schon mal mit Marathon gemacht.

Also das war mehr so eine Art Aushilfe, mit der Band die ich gerade erwähnte spiele ich schon seit 22 Jahren. Marathon war ja so ein Zwischenspiel, das war eine gute Methode gewesen um ein wenig Geld zu verdienen. Wird sind auch nur hier im Münsterland aufgetreten, bis maximal ins Emsland. Da war ich ja auch nur einer der Sänger, das war ja so eine „Top 40“-Band welche die Chart-Hits gespielt hatte. Ich bin dann immer nur so um nach 0:00 Uhr auf die Bühne gekommen und habe dann die Songs von Europe, Bon Jovi, Bryan Adams gesungen.


Schön, danke für das Interview jetzt habe ich nur noch die „Track-Attack“ für dich.

Klar dann lass uns mal rüber gehen und ich höre mir mal an, was du so auf Lager hast.


Shakra: Done me Wrong

Ach, ich soll raten.
Ich weiß es, Stage Dolls!
Nicht?
Aus der Schweiz?
Dann sind das Shakra,


Glenn Hughes/Jeff Scott Soto: I want to take you higher

(Nach den ersten paar Takten) Glenn Hughes, ich wusste es schon von Anfang an.
Das ist doch allerhand, man hört dieses Jimi Hendrix-artige und es kann nur Glenn sein, aber super. Nicht nur Glenn Hughes allein? Ach, das mit dem Turner? Nicht, dann höre ich mal weiter. Das ist Jeff. Das muss von Jeff Scott Sotos-Solo-Platte sein, toll. Auch das mit den Bläsern, very souly.


Praying Mantis: Don´t be affraid of the Dark

Muss ich das jetzt schon erkennen??
(Der Sänger setzt ein –der Verf.).
Gary!!!! (Barden), das ist dann ganz klar Mantis.
Finde ich gut, „Don´t be affraid of the Dark“ find ich echt gut, ein schöner Song.


Millenium: Love is like Oxygen

(Nach ca, 3 Sekunden) Sweet: “Love is like Oxygen”, klar kenne ich den Song.
Aber die Version kenne ich nicht??
Sind das die Sachen die Sweet noch mal neu aufgenomen haben? Ist das der Derris??
Also das ist sehr mutig, hätte ich mir nicht zugetraut. Den Sänger kenne ich nicht.
Jon Lande? Den Namen habe ich schon gehört aber ich weis nicht wie er klingt.
Aber gut, den ganzen Song sogar.


Tesla: What a Shame

Jetzt wird es etwas moderner.
Ein wenig die DAD Richtung.
Etwas Soul Asylum, aber sehr gut. Amerikaner?
Also die Amis klingen einfach anders, aber unglaublich, aus Texas?
Tesla! Einfach geil.
Eine gute Produktion, die hat ein paar Euros gekostet.


Deep Purple: The Cut runs deep

Irgendwas von der neuen Charade??
Ich hab es gleich. Deep Purple?
Ja, aber doch nicht die mit Joe Lynn Turner?
Doch, finde ich astrein die Platte. Hör dir das an, das ist 15 Jahre alt und kann heute noch locker mithalten.


Tigertailz: Love Bomb Baby

Sofort beim Intro, Bon Jovi. Ha,
Danger Danger, hahaha
Helter Skelter aus München (lacht).
Das ist Sleaze/Glamrock, da habe ich keine Ahnung wer das ein könnte, aus England sagst du??
Solche Musik aus England. Unglaublich keine Ahnung, Tigertailz??
Ach, die hatten doch diese wilden Covern mit den aufgedonnerten Typen.


Spread Eagle: Switchblade Serenade

Hmm, Krokus?
Steelheart? Auch nicht.
Lynch Mob? Ist das was neues?
Keine Ahnung, Spread Eagle, never ever.
Noch nie gehört. Gut gemacht, klingt gut.


Ironhead: Lost&Found

Ist was ganz neues? Die muss ich nicht kennen? Es klingt so als wenn man 6 oder 7 Mikrofone ausstellt und dann loslegt. Das ist eindeutig Live, so ein wenig Demo-mässig.
Das hat so ein wenig den Charme von alten Accept-Platten, so wie die Erste oder „I´m a rebell“, musst du mal danach hören. Die ganzen alten Sachen von Accept. Ich höre da auch ein wenig AC/DC-Anleihen drin.
Doch, das ist gut.


Seikima II: End of the Century

Auch schon ein bisschen Älter, ist das geil.
Japanisch, oder? Dann sind das Loudness?
Nicht, aber das klingt gut.
Die sind Hammer. Abgefahren.
Das war es?
Danke, das hat Spaß gemacht.



So ich bedanke mich noch bei Michael und wünsche ihm weiter viel Erfolg mit Casanova und seinem Studio.




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Datum: 25.10.2004 - Autor: Jörg




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