Die Hoffnung gehört zu werden.....

ICH HASSE PUPPEN !!!! Ja, es ist wirklich so. Ich mag diese Porzellanpuppen auf den Tod nicht und mich kann kein Mensch von dieser Abscheu abbringen. Die Dinger sind seelenlos, widerlich und hässlich! Und genau so ein Vieh ziert das Cover von “Silent Scream”, dem Debüt der griechischen Gothic/Dark/Metal Newcomer Elysion und steht damit im krassen Gegensatz zur Musik der Band, denn die ist voller Gefühl, Melancholie und melodischer Schönheit. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir das Album inzwischen noch besser gefällt als zum Zeitpunkt der Rezension und so war es für mich ein leichtes ein paar Fragen aus dem Ärmel zu schütteln und diese an die Hellenen zu senden. Frontfrau Christianna und Mastermind Johnny Zero haben sich wirklich mit den Fragen beschäftigt und ausführlich geantwortet. So sollte es eigentlich immer sein, aber bei den Griechen/innen handelt es sich halt nicht um feiste Altstars, sondern um hungrige Musiker, die auch ein bisschen was zu sagen haben. In meiner Gunst stehen sie jedenfalls ziemlich weit oben und ich glaube ihr versteht warum, wenn ihr das Interview gelesen habt.
Bitte stellt Elysion doch einfach mal unseren Lesern vor.
Christianna:
Als Erstes muss ich mich im Namen der Band dafür bedanken, dass ihr uns diese Chance gebt. Elysion ist im Jahre 2006 von, Johnny Zero und dem ersten Sänger Maxi Nil, welche schon einige Zeit befreundet waren, gegründet worden. Die Beiden haben dann befreundete Musiker eingeladen, von denen sie wussten das es sich um talentierte Musiker handelt. Diese haben sie dann gefragt ob sie bei einer Sache unterstützen würden, die sie für einen ambitionierten und schönen Plan hielten. Glücklicherweise stimmte die Chemie und so war es der Anfang. Heute ist der Wille unseren Traum wahr werden zu lassen stärker als jemals zuvor. Abgesehen von mir und Johnny Zero, unserem Gitarristen, sind noch Petros Fatis (Schlagzeug) und unser Bassist FxF an Bord.
“Silent Scream” ist euer Debüt. Verratet unseren Lesern doch einmal, was sie von dem Album erwarten können.
Christianna:
Wir sind der vollen Überzeugung ein starkes, kraftvolles und modernes Album auf den Weg gebracht zu haben. Eine Mischung aus Metal, Gothic, Elektro und Rockelementen. Elysions Sound ist klar und simpel, aber gleichzeitig stark und anziehend. Für uns ist der Fakt, dass wir aus einer großen Auswahl verschiedener musikalischer Backgrounds wählen konnten und so die Freiheit hatten uns selbst in der Musik zu verwirklichen ohne einem bestimmten Musikstil unterworfen zu sein. Ein weiteres großes Highlight war die Zusammenarbeit mit Ted Jensen Grammy für Norah Jones, der Verf.) Beim Mastering . Zusammen mit unserem Produzenten Mark Adrian ist er ein Garant für eine hochqualitative Produktion. Für uns ist “Silent Scream” ein flüssiger Lichtstrahl, der sich seinen Weg in einen dunklen Raum bahnt
Wenn man sich im Internet auf die Suche nach Elysion begibt, so findet man einige Leute die in euch das nächste große Gothic Metal Ding sehen. Ist es nicht hart zu wissen, was andere Leute von einem erwarten, besonders wenn man sich die Reaktionen zu eurem Demo anschaut, und trotzdem seine eigenen musikalischen Träume und Absichten zu verwirklichen?
Johnny Zero:
Mit der Tatsache, dass Elysion eine aufstrebende Band und wir gerade unser Debüt veröffentlicht haben total glücklich. Das Feedback, dass wir bisher erhalten haben, ist sehr aufbauend und eine große Unterstützung. Das alles bringt uns dazu, noch härter zu arbeiten und jedem, der uns unterstützt, so die Ehre zu erweisen. Trotzdem nehmen wir uns die absolute Freiheit, uns auf ehrlichste Art und Weise in unserer Musik auszudrücken und genau das ist uns mit “Silent Scream” gelungen. Wir hoffen, dass die Musik ,in die wir all unsere Emotionen gepackt haben, jedes Herz erreichen kann. Wir können nur unser Bestes geben und die Daumen drücken.
Eure Musik an sich ist ziemlich hart zu beschreiben, weil ihr auf einer Seite melodisch und melancholisch seit, auf der anderen aber, besonders die Gitarren, fest im Rock/Metal Bereich wurzelt. Wenn man Insider nach euch fragt, dann fällt gerne die Bezeichnung Gothic und ich bin der festen Meinung, dass es sich diese Leute zu einfach machen und nicht auf die Bandbreite eures musikalischen Spektrums achten. Wie würdest du jemandem, der eure Musik nicht kennt, ebenjene beschreiben?
Johnny Zero:
Wir ziehen es vor, unserer Musik keinen Stempel zu verpassen. Das liegt, wie du schon sagtest, an den vielen verschiedenen Ansätzen in der Musik. Eine Sache die wir erreichen wollten ist, dass die Musik geradlinig und schön ist . Das es für Menschen einfach ist sich in der Musik zu verlieren, egal welchen musikalischen Background diese Person auch hat. Wir glauben fest daran, dass unser Sound sauber und simpel, aber auch stark und anziehend ist. “Silent Scream” ist das, was jeder von uns flüstern, singen oder in die Welt hinausschreien will...in der Hoffnung gehört zu werden
Eure Musik strotzt vor Emotionen und Gefühlen. Viele Songs scheinen eher persönlicher Natur zu sein und keine Fiktion. Liege ich mit dieser Vermutung richtig?
Christianna:
Es stimmt, viele Songs sind persönlicher Natur, aber ich glaube, dass sie trotzdem von jedem Menschen nachempfunden werden können, da sie sich meistens um Gefühle drehen die jeder schon einmal hatte und die wir uns alle teilen. Elysion soll keine Musik sein, die nur auf persönlichen Erfahrungen basiert, sondern Musik über die menschliche Natur im Allgemeinen. Unser Hauptkonzept ist eine Verneigung vor der Seele, in all ihrer Schwäche und Anmut.
Emotional wird die Welt immer kälter, aber Musik wird Tiefer und Wärmer. “Silent Scream” ist ein warmes, träumerisches Album. Man könnte es als Insel für Menschen bezeichnen, die nach Wärme und Geborgenheit suchen. Glaubst du, dass Musik dabei helfen kann mit der Kälte in der Welt besser zurecht zu kommen?
Christianna:
Das ist eine wunderschöne Frage. Ich bin der festen Meinung, dass Musik das größte Geschenk an die Menschheit ist. Mir macht es Angst an eine Welt ohne Musik zu denken, lieber wäre ich Tod. Ich glaube daran, dass, egal wie grausam und kalt die Welt geworden ist, die Menschen sich immer in der Suche nach Hoffnung und Zuversicht, der Musik zuwenden werden. Man darf nicht vergessen, dass Musik eine der tiefsten Kommunikationsmöglichkeiten untereinander und auch mit uns selber ist. Sie ist unsere Seele und Gefühle.
Wie passt das Artwork, welches ich absolut gruselig finde, zu eurem Album. Gibt es vielleicht eine Verbindung zu einem speziellen Song?
Johnny Zero:
Natalie Shau hat unser Artwork entworfen. Wir verfolgen die Arbeit von Natalie Shau schon einige Jahre und wir lieben sie. Sie ist eine unglaublich talentierte Künstlerin, hat schon für viele Bands Wunder bewirkt unter anderem für Lacuna Coil oder Poisonblack. Sie war unser erster Gedanke als es ums Cover ging. Wir brauchten ein Äußeres, dass zum Inneren passt. Wir wollten die Einfachheit und Schönheit von Elysion beim Artwork eingefangen wissen und trotzdem sollte es den Albumtitel wieder geben, trotzdem auch den Albumtitel treffen, einfach ein stiller Schrei. Natalie hat diese Ideen nicht nur umgesetzt, nein sie hat sie noch absolut verbessert. Sie hat es geschafft etwas Wunderschönes, Einladendes, einen Blickfang, aber gleichzeitig, Dunkles, Verstörendes zu erschaffen. In dem Moment. In dem wir das Bild das erste Mal gesehen haben, wussten wir, dass es unser Cover ist. Die Frau auf dem Cover ist still und ruhig, aber auch atemberaubend und intensiv. Es hätte nicht besser passen können.
Könntest du uns ein wenig über die Aufnahmen zu eurem Album erzählen?
Johnny Zero:
Das war auf alle Fälle eine sehr konstruktive und kreative Zeit für uns. Wir hatten zwar schon immer eine konkrete Vorstellung wie sich unsere Musik anhören sollte, aber es war ein faszinierendes Gefühl zu sehen, wie die Musik ihre schlussendliche Form annimmt. Wie schon gesagt. Hatten wir aber auch das Glück bei unserem ersten Album mit solchen Leuten zu arbeiten. Mark Adrian, unser Produzent, hat die besondere Gabe aus jedem Musiker das Beste herauszuholen und bei uns hat er sie ganz sicher angewandt. Natürlich war dort auch die Nervosität, was im Endeffekt dabei herauskommt. Wir haben jede Minute genossen.
Erzähle uns etwas über Einflüsse. Was hat euch dazu gebracht Musik zu machen?
Christianna:
Elysion hat sehr viele Einflüsse, wir haben unsere verschiedenen Einflüsse aus Metal, Rock, Gothic und Elektro gebündelt um unseren eigenen Sound zu entwickeln. Jeder von uns hat ein anderes Element in die Band eingebracht und glücklicherweise hat jedes dieser Elemente dazu beigetragen ein interessantes Ergebnis zu erbringen. Wir haben uns nie einen besonderen Stil ausgesucht und ganz sicher haben wir uns auch niemals selbst reglementiert. Unser Sound ist das Ergebnis der Mischung unserer musikalischen Identitäten.
Eine weitere Besonderheit von Elysion ist die Tatsache, dass ihr eine “Touring Band” seid. Viele andere Bands versteifen sich auf die “neuen” Medien und ihre Plattformen wie “MySpace” oder “YouTube”. Was sind die größten Vorteile vom Touren und was denkt ihr über Bands, die niemals aus ihrem Studio herauskommen?
Christianna:
Ich verurteile die Entscheidungen Anderer nicht, egal welchen Weg sie gehen. Wir alle versuchen Entscheidungen zu treffen, die am Besten für unsere Träume und Persönlichkeiten sind und so sollte es schließlich auch sein. Um von Elysion zu sprechen, Live zu spielen ist der größte Teil unseres Traumes, unsere größte Passion und unsere größte Belohnung. Wir versuchen jeden zufriedenzustellen der unsere Shows besucht, denn in ihrer Energie sehen wir die Verwirklichung unserer Träume. Aber der größte Vorteil von Liveauftritten ist, dass deine Musik einen Sinn bekommt. Wenn ich nur ein Gefühl mit einem Menschen teilen kann, den ich ansonsten vielleicht niemals gesehen hätte, dann bin ich ein glücklicher Mensch.
Wie ist der Kontakt mit Massacre zustande gekommen und waren sie auch eure erste Wahl?
Johnny Zero:
Wie wir schon sagten, wir sind mit jedem Aspekt der mit unserem Debüt zu tun hat sehr glücklich. Schon von Anfang an hat sich die ganze Sache gut angelassen. Schon als wir an unserem Demo gearbeitet haben sind einige Label an uns herangetreten, was uns echt gefreut hat. Glücklicherweise konnten wir einen Deal mit Massacre abschließen. Einen Vertrag mit einem der führenden Label im Business. Die Unterstützung die so ein Label zu bieten hat ist natürlich ein großer Vorteil für. Er hat viele unserer Sorgen einfach ausgelöscht und uns dabei geholfen uns zu Hundertprozent zu konzentrieren, damit unsere Musik so gut wie nur möglich werden kann. Auch war es ein weiterer Motivationsschub für uns, dass wir unserem Label ihren Glauben und ihre Unterstützung wiedergeben wollen. Ich hoffe wir haben einen guten Job gemacht.
Ich danke euch für eure Zeit und die ausführlichen Antworten. Vielleicht noch ein paar letzte Worte für unsere Leser?
Christianna & Johnny Zero:
Wir möchten uns bei jedem bedenken, der sich unsere Musik anhört und dessen Herz wir erreichen können. Wir wünschen euch das Beste für das Jahr 2010 und mögen alle eure Träume wahr werden. Wir hoffen euch auf einem unserer Konzerte zu sehen und DANKE.
Was bleibt mir denn da noch zu sagen. Aus jedem Wort liest man die Seele und das Herzblut, dass in dieser Band, in der Musik steckt. Sowas muss einfach honoriert werden. Oder will mir wer widersprechen ?????





