Entfachen wieder den Storm of Steel!!

Aus Cleveland kommen Destructor und sind auf dem kleinen und feinen Label Auburn Records zuhause. Nach dem die Kult-Band in den letzten Jahren schon auf dem einem oder anderem Festival ihre Visitenkarte abgegeben hatte, legen sie nun mit „Forever in Leather“ kräftig nach. Das neue Destructor-Album steht dem Klassiker „Maximun Destruction“ ins Nichts nach und ist eine Abrissbirne wie sie im Buche steht.
Ich habe Bandkopf und Brüllwürfel Dave Overkill einige Frage geschickt, welcher er mit Begeisterung beantwortete.

Review: Forever in Leather

Live-Pics by Gerrie Lemmens


Dave eure neue CD „Forever in Leather“ ist nun seit einigen Wochen erhältlich. Wie fühlst du dich mit dem fertigen Produkt in den Händen?

Es ist großartig. Wir haben so hart an diesen Aufnahmen gearbeitet. Wir mussten ja leider einige Songs 2 Mal aufnehmen, weil bei den ersten Takes einige Störungen zu hören waren. So haben wir diese noch mal in einem anderen Studio aufgenommen.


Das Coverartwork passt zum Titel wie die Faust auf das Poserauge. Aber die Idee ist ja schon bei Exciter bei ihrem Selbstbetitelten Album (oder auch „O.TT.) aus den frühen 90gern aufgetaucht. Stand das Cover irgendwie Pate?

Ich kenne das Album ehrlich gesagt nicht, aber wir sind alle große Exciter-Fans seit deren erstem Album „Heavy Metal Maniac“. Ich bin mir aber sicher das Rabid und Boulder diese Scheibe in ihrer Sammlung haben. Wir haben uns gedacht, dass die Idee mit dem Cover einfach geil kommt. Es ist ein einfaches, aber powervolles Design.


2007 war ja ein geschäftiges Jahr für Destructor. Ihr habt die „Storm of Steel“-EP gemacht, das Album wurde fertig gestellt, ihr habt beim Keep it True-Festival gespielt. Was kommt nun?

Mehr Shows, wir lieben es zu spielen und hoffen bald wieder auf die Strasse zu kommen. Wir haben gerade erst einige tolle Shows an der Ostküste gespielt und einige in Kanada zusammen mit Piledriver. Wir würden gerne wieder in diesen Städten spielen und unsere Fangemeinde weiter ausbauen. Des Weiteren planen wir noch ein paar Show in Europa im laufe des nächsten Jahres zu spielen. Bill (Peters, Inhaber von Auburn Records- Anmerk. Jörg) hat zudem von einer weiteren VÖ gesprochen, wir haben da gerade noch einige Ideen in der Hinterhand.


Wie war denn das Feedback bisher auf „Forever in Leather“?

Verblüffend!! Es hat eine unglaubliche Resonanz bekommen bisher. Wir haben bisher einige echt gute Rezession von der Presse und den Fans bekommen. Das macht uns stolz wenn wir merken dass die Leute unsere Musik genießen und mögen.
Wie ich schon vorhin mal anmerkte, haben wir eine Menge Zeit für die Aufnahmen gebraucht und haben alles dran gesetzt dass es auch gut klingt. Wir haben sehr hart an dem Album gearbeitet um den Leuten ein Knaller-Album zu bieten, auch als Dank für die Fans welche all die Jahre zu uns gehalten haben.


Was zählt bei dir mehr? Das Feedback der Fans oder das der Presse?

Natürlich zählen die Fans mehr, aber zuviel schlechte Presse kann ein Album auch in den Metalabgrund stürzen. Hey, das ist aber nur meine Meinung. Es gibt eigentlich kein richtig oder falsch wenn es um Musik geht. So lange wie Musik dich gut drauf bringt, ist alles andere egal. Ich weiß das sieht nicht jeder so, aber wir machen schon immer das was wir lieben. Wir folgen keinen Trends oder haben Lieder geschrieben um populärer zu werden. Bill von Auburn hat uns immer freie Hand gelassen bei dem was wir taten und hat uns immer unterstützt. Wir sind in einer sehr glücklichen Situation dass wir ein solches Label im Rücken haben.


Wie geht’s du denn mit negativen Reviews oder gar echten Verrissen um?

Nun, die guten kommen ja der Band und dem Fortschritt zur gute. Wenn du an dich selber glaubst, dann prallen die schlechten an dir ab und du machst einfach weiter. Verkäufe und Fan-Reaktionen sind immer eine Art Test. Wir hoffen immer das jeder unsere Musik mag, sind aber doch realistisch genug um zu wissen das so was nicht möglich ist.
Ich habe nichts dagegen wenn eine Kritik oder ein Fan ehrlich ist. Kritik kann dir schon mal über gewisse Dinge die Augen öffnen, die man so möglicherweise übersehen hätte.


Was habt ihr eigentlich gemacht seit dem ihr 2003 die „Sonic Bullet“-EP gemacht hattet? Da sind ja schon ein paar Jahre da vergangen sind.

Wir haben etliche Shows in allen Teilen der Staaten gespielt, natürlich sind wir auch oft in Cleveland aufgetreten und in Kanada. Wir haben eine Menge Zeit im Studio verbracht mit den Aufnahmen und haben auf diesem Moment gewartet wo die Scheibe herauskommt. Wir haben immer versucht uns einmal die Woche zum proben zu treffen und dabei an neuem Songs zu arbeiten. Wir haben viel an unserem Live-Set gearbeitet. Wir haben ja alle Familie und Jobs, so ist unsere Zeit eben ein wenig begrenzt. Boulder spielt zudem noch in den Bands Toxic Holocaust und Midnight. Wir haben leider nicht mehr so die Zeit für das Touring wie in unseren Jungendtagen. Wir versuchen das Beste daraus zu machen und arbeiten hart an dem was wir mögen. Es kann schon echt eine richtige Herausforderung sein.


Ich stehe echt auf den neuen Song „Pounding Warriors“. Erzähl mal ein wenig über das Lied. Ich finde das könnte eine weitere Hymne für euch werden, so wie „Storm of Steel“.

„Pounding Warriors“ ist ein Stück das wir mit den deutschen Witchburner 2003 geschrieben haben. Es ist der Aufruf an alle treuen Metalfans sich für den True-Metal zusammen zu schließen. Der Song gehört quasi beiden Bands, welche von verschiedenen Kontinenten kommen.


Das Album wurde von eurem Gitarrist Don Depew und eurem Labelchef Bill Peters produziert. Geht doch mal ein wenig auf den Aufnahmeprozess ein.

Gut, wie ich schon weiter oben erwähnte hatten wir bei den Aufnahmen einige technische Probleme im Studio, aber wir haben sie bewältigt und haben das Metal-Produkt geliefert zu dem wir fähig waren. Don ist ein sehr guter Produzent und Engineer. Er arbeitet sehr gut mit uns. Natürlich beaufsichtig Bill die Aufnahmen und das funktionierte wieder super. Wir haben alle ein gutes Teamwork und können gut zusammen arbeiten.
Unglücklicherweise musste Bill sein 609-Studio mitten in den Aufnahmen schließen und wir mussten die Sessions im Metro SYNC fertig stellen. Wir haben einfach die Bänder auf den Müll geworfen und haben einfach neu angefangen. Don hatte höllische Probleme mit seiner Hauptsoftware bekommen, als wir an den Endmixes werkelten und das musste irgendwie behoben werden. Das hat uns natürlich ein paar Monate zurückgeworfen.
Wir hatten einige Verzögerungen, doch am Ende klang alles einfach großartig. Wir sind alle sehr Stolz auf „Forever in Leather“ und hoffen das die Metalfans auf der ganzen Welt daran gefallen finden.


Wie lange hat sich jetzt am Ende so alles hingezogen? Ich meine von dem Beginn des Songwritings bis zum Ende der Aufnahmen?

Das Songwriting haben wir schon vor 4 Jahren angefangen. Unsere Aufnahmen haben wir irgendwann 2005 angefangen. Aber wie ich sagte endeten die ersten Sessions damit dass Don sein Studio dicht machte. Wir zogen wohl oder übel in ein anderes um. Wir haben dann 2006 noch mal im neuen Studio angefangen. Der letzten Songs welche für „FIL“ geschrieben wurde ist „Tear down the heavens“ und „Doomed to centuries in ice“. Einige der letzten Parts für „Doomed…“ wurden noch im Studio fertig geschrieben, quasi als die Aufnahmemaschinen liefen. Das war schon cool. Wir machen so was normalerweise nicht. Wir mögen es normalerweise dass die Stücke komplett fertig sind, wenn es ins Studio geht. Wir versuchen immer alles in einem Rutsch durchzurasen ohne diesen dämlichen Studio-Fummel-Krams.


Wird es bei Auburn auch eine Vinyl-Version geben?

Wir werden abwarten und mal schauen. Ich weiß dass wir, also Destructor und Auburn Rec, gerne eine Vinylversion von dem Album machen würden. Aber wir stecken da gerade mitten in den Planungen. Kann ich noch nichts Genaues zu sagen.


Dann lass mich mal ein wenig über euer Merchandise-Programm erfahren? Was kann man bei euch alles abgreifen? T-Shirts und Button sicherlich, was sonst noch so?

Klar haben wir T-Shirts und Aufnäher, wie jede Band. Ich hoffe dass wir noch Sweatshirts drucken können. Wir hatten mal Buttons, aber die sind derzeit alle weg.


Mich interessiert mal wie du den Sound von Destructor beschreiben würdest?

Heavy, Schnell. Ehrlicher- Kreativer-Poser-Killing-Guitar Smashing Over the Top Decibel-Weilding-Hammering –Unrelentless Heavy Metal. Wie gefällt dir das?? Hahaha.


Das bringt die den Sound auf den Punkt. Ihr habt in den letzten Jahren auf 2 Festivals hier in Deutschland gespielt. Bang Your Head und das Keep it True, gib doch mal ein paar Eindrücke wieder.

Deutschland war großartig für Destructor. Auf beiden Festivals wurden wir super behandelt. Wir haben es echt geliebt auf beiden Festivals zu spielen und hoffen, dass wir bei beiden noch mal spielen dürfen. Es ist einfach unglaublich wie die Europäischen Fans immer noch nach all den Jahren auf unsere Musik abgehen. Wir wissen dass wirklich zu schätzen, vor allem bei al der Drecks-Musik welche überall angesagt ist. Es tut gut zu wissen das da immer noch Leute sind welche dem Heavy Metal die Treue halten. In den Staaten schaut das leider anders aus.
Jede Show von uns in Europa war einfach geil, wir spielen jede Show als wenn es unsere letzte wäre. Wir geben jedes Mal echt alles und wollen liebend gern mehr Shows bei euch spielen.


Okay, damit hast du die nächste Frage ja schon fast beantwortet. Gibt es Pläne das Destructor den Storm of Steel erneut nach Deutschland bringen?

Ja, wir arbeiten da gerade an einigem. Es wird da bald ein paar wichtige Neuigkeiten geben. Wenn es zu den Angeboten jetzt Absagen gibt, werden wir einfach nicht antworten und trotzdem kommen.


Immer ran, ich würde euch gerne mal sehen und das nicht nur auf einem Festival. Bucht mal eine feine Tour. Inzwischen habe ich ein kleines Wortspielchen für dich, wo du dich ein wenig entscheiden musst.

Heavy Metal oder Grunge – Heavy Metal
Seide oder Leder- Leder
Whiskey oder Bier- Bier
80ger oder 90ger- 80ger
Mötley Crüe oder Ratt -….Die Crüe
Stripshow oder Pornofilm- Porno
Manowar oder Poison- Machst du Witze? Manowar
Haarige oder rasierte Muschi - Rasiert
Wrestling oder Baseball- Wrestling
Lita Ford oder Lee Aaron –Beide zusammen bitte!!


Du kannst uns doch sicher eine witzige oder auch etwas abgefahrene Geschichte aus dem Tourleben erzählen?

Das ist eine Frage welche echt der Hammer ist, denn ich habe so viele Geschichten auf Lager, das ich ein ganzes Buch damit füllen könnte.
Ganz im Anfang als wir sehr oft in Cleveland spielten war das dieses Mädchen, das voll auf Matt abfuhr. Hat ihm immer in die Nippel gekniffen und hat sich wie Irre aufgeführt. Sie fragte mal ob er nicht ihren Schwanz lutschen wollte…, wir alle lachten. Wir dachten sie würde uns verarschen und das nicht ernst meinen. Wir alle haben schon ein wenig mit ihr rumgefummelt und sie war ständig bei uns. Nun, eines abends haben wir völlig besoffen einen Club verlassen und Merry fand dann etwas später heraus das die „Sie“ ein „Er“ war. Das war schon ein Knüller, zum Glück hat sie/ihn niemand von uns mit nach Hause genommen oder es wäre zum äußersten gekommen hahaha.


Chicks with Dick haha. Aber die sind nicht dein persönlicher Antrieb zum Musik machen?

Mein Herz treibt mich immer weiter an. So lange es uns möglich ist und wir es können werden wir immer Destructor bleiben. Wir kennen ja auch gar nichts andere und wir haben noch so viel zu erledigen. Die letzten sieben Jahre haben gezeigt, dass wir noch mal eine 2te Chance bekommen haben um der Welt unsere Stempel aufzudrücken.


Wie kam es damals eigentlich zum Split von Destructor? Ihr hattet ja nur die „Maximum Destruction“-Scheibe gemacht und das war es dann.

Richtig, das 1985 als „Maximun Destruction“ herauskam und nachdem wir Höllisch viele Shows bis 1987 gespielt hatten, da begann unsere Suche. Wir haben dann angefangen Songs für den Nachfolger –der „Decible Casualies“ heißen sollte, als dann Sylvester 87/88 das Schicksal zuschlug. Da wurde unserer Bassist Dave Innicca ermordet. Wir heuerten dann 1988 einen Bassisten Namens Brook Hodges an- der ein Jahr später dann zu Breaker ging, doch das war nicht mehr das Gleiche wie mit Dave. Die folgenden 5 Jahre waren dann für mich die härtesten mit Destructor. Nach Brook hatten wir noch viele andere Bassisten in der Band, doch die Chemie war weg.
1991 fiel dann auch Matt aus, Patt und ich formierten dann noch ein anderes Line-Up. Mit Tim Green am Bass und Drummer Eric Beri. Dies Destructor-Line-Up hielt dann so 1 ½ Jahre. Pat und ich bemerkten das sich der Metal in Amerika sehr veränderte, er war sozusagen verschwunden und wir machten eine Pause und lebten unser Leben ohne Musiker zu sein.
1999 haben wir uns dann aber wieder reformiert um unseren Metal-Quest zu Ende zu machen. Es war bisher ein langsamer, aber stetiger Aufstieg dort hin zurück wo wir mal waren. Doch jetzt sind wir glücklicher mit der Band als je zuvor. Wir sehen die Band sozusagen als Halb-Tags-Job und versuchen es so gut es geht mit unseren richtigen Jobs unter einem Hut zu bringen. Jamie Boulder, unser jetziger Basser (er ist der 4te seit Daves Ermordung) und Songwriter ist der jenige den wir brauchten um richtig weiter zu machen.
Die Message ist einfach aber stark. Destructor sind und werden immer „Forever in Leather“ sein. Älter! Stärker und Unverändert!


Danke für diese Ausführliche Geschichtsstunde. Ich denke du hast noch ein paar starke Worte an eure Fans zum Ende des Interviews.

Vielen Dank an alle, welche zu den Destructor-Shows gekommen sind. Auch Dank an alle welche die „Sonic Bullet“ und die „Storm of Steel“-EP gekauft haben. Wir hoffen ihr werdet unser neues Album „Forever in leather“ auch mögen. Keep the Faith and never Change.




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Datum: 18.11.2007 - Autor: Jörg




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